"Schutzschirme" gegen Sparmaßnahmen
Krankenhäuser Buchholz und Winsen demonstrierten bei bundesweiter Aktionswoche
- Wie hier am Krankenhaus Buchholz spannten an verschiedenen Klinik-Standorten Mitarbeiter "Schutzschirme" gegen die Sparpläne der Bundespolitik
- Foto: Karin Wagner/ver.di
- hochgeladen von Christoph Ehlermann
Mit einer Aktionswoche hielten jetzt Beschäftigte in Krankenhäusern bundesweit den Druck auf die Politik aufrecht. Sie protestierten gegen die geplanten Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen und warnten vor den Folgen für Patienten, Personal und Krankenhausversorgung. Ihre Botschaft: Die Kürzungspläne müssen gestoppt werden, bevor sie Arbeitsplätze, Pflegequalität und die medizinische Versorgung gefährden.
Den Auftakt machten rund 100 Beschäftigte des Städtischen Klinikums Lüneburg. Sie spannten symbolisch „Schutzschirme“ für ihr Krankenhaus und ihre Arbeitsbedingungen auf. Am Standort Buchholz spannten ebenfalls mehr als 100 Mitarbeiter Schutzschirme für ihre Klinik auf. Aktionen gab es unter anderem ebenfalls am Krankenhaus Winsen.
Mit den Protesten reagieren die Mitarbeiter auf die Sparpläne bei der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung (das WOCHENBLATT berichtete). Sie befürchten, dass Krankenhäuser dadurch weiter unter finanziellen Druck geraten und Arbeitsbedingungen verschlechtert werden.
„Wenn Tariferhöhungen und die Kosten der Pflege am Bett künftig nicht mehr vollständig refinanziert werden, droht Stellenabbau – auch und gerade in der Pflege. Es ist enttäuschend, dass die im Koalitionsvertrag beschworene Stärkung der Pflege so ad absurdum geführt wird", erklärte Thomas Beck, Betriebsratsvorsitzender am Krankenhaus Winsen. Sein Kollege Markus Beecken vom Krankenhaus Buchholz ergänzte: „Ich bin entsetzt und fassungslos, wenn ich mir das Beitragssatzstabilisierungsgesetz der gesetzlichen Krankenversicherung näher anschaue. Die dort geplanten Sparmaßnahmen führen zu einer drastischen Unterfinanzierung der Kliniken insgesamt. Die damit verbundene unzureichende Refinanzierung von Tarifverträgen muss wiederum unabwendbar zu Arbeitsplatzverlusten führen.“
Die Folgen könnten weit über die Beschäftigten hinausreichen. „Schon heute stehen viele Krankenhäuser wirtschaftlich unter massivem Druck – auch das Krankenhaus Buchholz und Winsen. Weitere Kürzungen würden die Lage dramatisch verschärfen“, so Karin Wagner, Gewerkschaftssekretärin von ver.di. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft warnt, dass bundesweit bis zur Hälfte aller Klinikstandorte in eine existenzbedrohende Krise geraten könnte.
Redakteur:Christoph Ehlermann aus Salzhausen |
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