Straßenverkehr
Tipps für Fahrten bei Hitze, Starkregen, Gewitter und Hagel
- In Kürze verwandeln länger andauernde Hagelschauer die Straßen in weiße Flächen und schädigen Fahrzeuge
- Foto: Instasky
- hochgeladen von Axel-Holger Haase
Früher war der Sommer vor allem eins: heiß. Heute kann er binnen kurzer Zeit sein Gesicht verändern. Auf hohe Temperaturen folgen mitunter Gewitter, Starkregen oder Hagel. Wer die typischen Risiken kennt und sein Fahrverhalten darauf einstellt, kommt sicherer ans Ziel. Ein Experte erläutert, worauf Autofahrer achten sollten.
„Eine Regel gilt bei fast allen Wetterextremen: Tempo reduzieren, Abstand vergrößern und das Fahrzeug ruhig führen. Entscheidend ist, früh zu reagieren – nicht erst, wenn Sicht, Fahrbahn oder Seitenwind bereits zur Gefahr werden.“
Extreme Hitze
Steht die Hitze im Innenraum, lässt die Aufmerksamkeit nach, die Reaktion wird träge und der Kreislauf gerät unter Druck. Auf längeren Fahrten wächst die Belastung. Zudem können Hitzeflimmern am Mittag oder eine tief stehende Sonne am Abend den Blick auf die Straße erschweren.
Die Empfehlung:
• Vor der Fahrt kurz querlüften und Wasser griffbereit verstauen.
• Die Klimaanlage zunächst auf Umluft stellen, um den Innenraum zügig abzukühlen, anschließend die Temperatur moderat einstellen.
• Auf längeren Strecken Pausen einplanen und kurz bewegen.
• Sonnenblende oder Sonnenbrille mit sauberen Gläsern nutzen, damit Gegenlicht nicht zusätzlich streut.
• Wischwasser auffüllen und die Wischerblätter regelmäßig prüfen. Schlieren können bei Gegenlicht die Sicht nehmen.
Gewitter und Sturm
Sommergewitter ziehen blitzschnell heran: Erst frischt der Wind auf, dann zerren Böen am Fahrzeug. Sie wirbeln Äste und Gegenstände auf die Fahrbahn und können Fahrzeuge insbesondere auf Brücken, in Waldschneisen oder beim Überholen von Lkw versetzen. Der Tipp: Beide Hände gehören jetzt konsequent ans Lenkrad. Und sobald Seitenwind aufkommt, sollten Autofahrende Überholmanöver meiden.
Bei Blitzschlag schützt das Auto in der Regel: Die geschlossene Karosserie leitet die elektrische Energie über die Außenhaut des Fahrzeugs ab. Die Empfehlung: Bei Gewitter bleiben Autofahrende am besten im Fahrzeug. Fenster und Türen geschlossen halten und erst aussteigen, wenn das Unwetter vorüber ist.
In seltenen Fällen können mit kräftigen Gewittern auch Tornados einhergehen. Wer eine entsprechende Warnmeldung erhält oder einen Wirbel erkennt, sollte die Fahrt möglichst früh unterbrechen und einen sicheren Schutzort ansteuern.
Starkregen
Nach längerer Trockenheit verbindet sich der erste Regen oft mit Staub, Reifenabrieb und anderen Rückständen auf der Fahrbahn. Dann entsteht ein schmieriger Film, auf dem die Reifen leichter den Halt verlieren können. Setzt anschließend Starkregen ein, nimmt er innerhalb weniger Sekunden die Sicht, füllt Spurrillen und verlängert den Bremsweg. Aquaplaning droht – dann gilt:
• Spurrillen meiden, damit das Fahrzeug nicht aufschwimmt.
• Abblendlicht einschalten.
• Bei beschlagenen Scheiben das Gebläse hochdrehen und den Luftstrom auf die Windschutzscheibe richten.
• Reißt die Sicht ab, an der nächsten sicheren Stelle anhalten und das Unwetter abwarten.
Hochwasser
Hält der Regen an, kann die Kanalisation die Wassermengen nicht mehr aufnehmen. Straßen werden binnen kürzester Zeit überflutet. Was zunächst harmlos wirkt, kann schnell zur Falle werden: Schon bei etwa 20 bis 25 Zentimetern Wassertiefe wird es für Pkw und viele SUV kritisch – und von außen lässt sich oft nicht erkennen, wie tief das Wasser tatsächlich steht.
Der Experte: „Bei unklarer Wassertiefe ist Umkehren die sicherste Entscheidung.“ Unterführungen und überflutete Straßenabschnitte sollten Autofahrende generell meiden und einen Umweg nehmen. Fließendes Wasser bleibt grundsätzlich tabu: Es kann Hindernisse verdecken oder die Fahrbahn unterspült haben. Ist bereits Wasser ins Fahrzeug eingedrungen, heißt es: Motor aus, nicht erneut starten und den Abschleppdienst rufen.
Hagel
Hagel kommt meist mit dem Gewitter und kann die Sicht unvermittelt nehmen. Die Körner prasseln auf Scheiben und Karosserie – doch gefährlich werden vor allem hektische Reaktionen: Wer abrupt bremst oder unüberlegt anhält, riskiert Auffahrunfälle und bringt den nachfolgenden Verkehr in Bedrängnis.
Der Fachmann rät:
• Kontrolliert weiterfahren, aber nur solange es die Sicht ermöglicht.
• Bei Gefahr und Unsicherheit nur dort anhalten, wo das Fahrzeug sicher steht und niemanden behindert. Gegebenenfalls die Warnblinkanlage einschalten.
• Wenn möglich, das Fahrzeug geschützt unterstellen – etwa in einer Garage oder unter einem Carport.
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