Buchholzer Wirtschaftsrunde lädt ein
Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl - AFD Kandidat wird nicht eingeladen
- Oliver Weiß, erster Vorsitzender der Wirtschaftsrunde, hat mit seiner Entscheidung für viel Wirbel gesorgt
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Die Buchholzer Wirtschaftsrunde steht in den sozialen Medien unter Beschuss. Der Grund: Anlässlich der Bürgermeisterwahl in Buchholz lädt sie am Donnerstag, 20. August, zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion in die Empore Buchholz ein. Allerdings ging die Einladung nur an fünf der Bürgermeister-Kandidaten, AfD-Kandidat Max Ostermeier wurde ausdrücklich nicht eingeladen. „Natürlich hätte ich mich gefreut, mich auch den Mitgliedern der Buchholzer Wirtschaftsrunde vorstellen zu können", kommentiert Ostermeier seine Nichteinladung mit Fassung. "Der Dialog mit der Buchholzer Wirtschaft ist mir wichtig. Dazu gehören alle Unternehmerinnen und Unternehmer der Stadt, unabhängig von einer Mitgliedschaft in der Wirtschaftsrunde. Der Veranstaltung wünsche ich einen erfolgreichen Verlauf."
Interessierte Bürgerinnen und Bürger erhalten an diesem Abend die Möglichkeit, die eingeladenen Kandidatinnen und Kandidaten, ihre Positionen und ihre Vorstellungen für die zukünftige Entwicklung der Stadt näher kennenzulernen.
Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen die Themen, die die Menschen und Unternehmen in Buchholz bewegen. Um die Podiumsdiskussion möglichst nah an den Interessen der Stadtgesellschaft auszurichten, führt die Buchholzer Wirtschaftsrunde im Vorfeld eine öffentliche Onlineumfrage durch. Dort können Bürgerinnen und Bürger ihre Themenwünsche, Fragen und Anliegen einreichen.
Die eingehenden Rückmeldungen fließen in die Vorbereitung und Schwerpunktsetzung der Diskussion ein. Aufgrund der begrenzten Veranstaltungsdauer kann nicht garantiert werden, dass jede einzelne eingereichte Frage auf dem Podium behandelt wird.
Die Umfrage ist unter umfrage.buchholzer-wirtschaftsrunde.de erreichbar und kann bis Sonntag, 9. August, ausgefüllt werden.
Ziel des Abends ist es, die unterschiedlichen politischen Positionen verständlich gegenüberzustellen und einen sachlichen, respektvollen Austausch über die Zukunft von Buchholz zu ermöglichen.
Die Bürgermeisterwahl stelle wichtige Weichen für die kommenden Jahre, so Oliver Weiß von der Buchholzer Wirtschaftsrunde, "mit der Podiumsdiskussion möchten wir den Bürgerinnen und Bürgern eine zusätzliche Möglichkeit geben, sich unmittelbar über die Positionen der Kandidatinnen und Kandidaten zu informieren und sich eine eigene Meinung zu bilden."
Beginn der Veranstaltung am Donnerstag, 20. August, ist um 18.30 Uhr, Einlass ab 18 Uhr. Der Eintritt ist frei und eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Entscheidung zum Teilnehmerkreis
"Wir haben uns dazu entschieden, Max Ostermeier als Kandidaten der AfD nicht zu dieser Veranstaltung einzuladen. Grundlage dieser Entscheidung ist die Hochstufung des AfD-Landesverbandes Niedersachsen durch den Niedersächsischen Verfassungsschutz zum Beobachtungsobjekt von erheblicher Bedeutung.
Rechtsextremistische Positionen stehen nicht im Einklang mit den Werten der Buchholzer Wirtschaftsrunde", erklärt Oliver Weiß die Begrenzung der des Teilnehmerkreises. Er erklärt auf Nachfrage des WOCHENBLATTES weiter, dass dies keine leichtfertig getroffene Entscheidung der Wirtschaftsrunde gewesen sei, zu der sie nun aber auch stehen würden. "Ein Platz auf dem Podium bedeutet nicht einfach nur Raum, er bedeutet insbesondere Redezeit, Aufmerksamkeit, Gleichstellung im Veranstaltungsformat, öffentliche Sichtbarkeit und eine organisatorische Aufwertung durch uns als Veranstalter. Genau deshalb entscheiden wir bewusst, wem wir diese Bühne geben", so Oliver Weiß weiter, "wir haben uns erst 2024 auf der Kundgebung auf dem Peets Hoff deutlich gegen Rechtsextremismus positioniert – dieser Position geben wir heute Halt. Von uns wird teilweise Neutralität eingefordert. Neutralität bedeutet für uns jedoch nicht, die eigenen Werte aufzugeben. Gerade eine Organisation wie die Buchholzer Wirtschaftsrunde muss dort eine Grenze ziehen, wo sie ihre Werte – Demokratie, Menschenwürde und Rechtsstaatlichkeit – gefährdet sieht."
Bürgermeister-Kandidat Dirk Hirsch (CDU) sieht es etwas anders als die Wirtschaftsrunde: "Auch wenn wir alle im Wettbewerb stehen, halte ich die Entscheidung der Wirtschaftsrunde zur Nichteinladung von Herrn Ostermeier für unglücklich. Herr Ostermeier ist als Bürgermeisterkandidat vom Wahlausschuss zugelassen worden. Wir alle wollen Demokratie, dann müssen wir sie auch leben und uns auch inhaltlich mit einem AfD-Kandidaten auseinandersetzen. Das ist bei der Diskussionsrunde der Wirtschaftsrunde nun nicht möglich."
Klimaforum diskutiert mit sechs Kandidaten
Das Klimaforum Buchholz hingegen stellt sich allen Kandidaten, egal ob sie in ihrem Sinne argumentieren oder nicht. Es lädt zur Podiumsdiskussion mit allen sechs Kandidaten in die Rathauskantine ein, Beginn ist am 13. August um 19 Uhr. Themenschwerpunkt an diesem Abend ist die Klimapolitik in Buchholz.
Kommentar
AfD-Kandidat nicht eingeladen - war das sinnvoll?
Die Gemüter kochen auf Social Media hoch, seit die Buchholzer Wirtschaftsrunde zur Podiumsdiskussion mit den Bürgermeisterkandidaten eingeladen hat – und dabei AfD-Kandidat Max Ostermeier ausdrücklich nicht dabeihaben wollte.
Offenbar hat sich die Wirtschaftsrunde damit einen echten Bärendienst erwiesen. Ja, es ist ihre Veranstaltung und wer zur Party einlädt, darf entscheiden, wen er einlädt. Es ist nun aber eine öffentliche Party, da gelten meiner Meinung nach andere Regeln als bei der privaten Gartenparty.
Mit diesem Ausschluss von der Veranstaltung wird noch viel mehr gespalten. Menschen beschimpfen sich auf Social Media und hetzen gegeneinander. Max Ostermeier bekommt so sehr viel Aufmerksamkeit – also das Gegenteil von dem, was die Wirtschaftsrunde wahrscheinlich erreichen wollte. Wovor hat man in der Wirtschaftsrunde Angst? Das Wahlprogramm der AfD enthält viele Punkte, die die Wirtschaft wahrscheinlich schwächen würden – wäre diese Podiumsdiskussion nicht der richtige Moment, den AfD-Kandidaten damit zu konfrontieren? Oder haben die Mitglieder Angst vor einem Kandidaten, der – unabhängig von seiner politischen Ausrichtung – eine ziemlich passable Vita aufzuweisen hat?
Egal, auf welcher politischen Seite man steht, diese gut gemeinte Aktion hat mehr Schaden angerichtet, als sie nutzen wird.
Stefanie Hansen
Redakteur:Stefanie Hansen aus Buchholz |
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