Mit 90 Jahren erneut in den Kreistag eingezogen
Arno Reglitzky im Gespräch
- Arno Reglitzky ist erneut für die FDP in den Kreistag eingezogen
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Arno Reglitzky ist mit seinen 90 Jahren erneut für die FDP in den Kreistag eingezogen. Während die meisten Menschen sich schon Jahrzehnte früher zurückziehen, die Beine hochlegen und den eigenen Ruhestand genießen, setzt sich Arno Reglitzky weiterhin für seine Heimat Buchholz ein.
Im Gespräch mit dem WOCHENBLATT erzählte er von seiner Motivation.
WOCHENBLATT: Woher nehmen Sie die Kraft, sich auch jenseits des 65. Geburtstages so aktiv an der Kommunalpolitik zu beteiligen? Sie könnten sich doch ruhigen Gewissens in den Sessel setzen und das Treiben von Außen betrachten?
Arno Reglitzky: Anfang 1945 bin ich mit 10 Jahren aus Ostpreußen (Königsberg) mit Pferd und Wagen geflohen und kämpfe seitdem den „Kampf ums Überleben“- das hat mich für mein Leben geprägt. Bei vier Geschwistern musste ich lernen, mich durchuisetzen, ich musste Essen beschaffen. In der Schule, im Studium - überall hieß es, sich durchsetzen…
WOCHENBLATT: Seit wann engagieren Sie sich politisch?
Arno Reglitzky: Meine Tochter kam 1975, im Alter von zehn Jahren, zum Schulztentrum II. Dort gab es wegen des Schulbaus Probleme. Ich hatte mich damals heftig für Verbesserungen eingesetzt. Das hörte ein Ratsmitglied und holte mich damals zur FDP und ich war bald Vorsitzender und dann 35 Jahre im Stadtrat.
WOCHENBLATT: Was hat Sie damals bewogen, sich politisch einzumischen?
Arno Reglitzky: Das was den Bürger ärgert – es wird geredet aber es wird nichts umgesetzt. Ich wollte die Ziele selbst aktiv verfolgen, mich selbst um das Umsetzen kümmern, auch wenn es mühsam ist. Ebenso mühsam ist es immer wieder, Mehrheiten für die Umsetzungen zu bekommen.
WOCHENBLATT: Gibt es etwas, was Sie den ganz jungen Kandidaten, die jetzt erstmals in den Räten sitzen, mit auf den Weg geben können?
Arno Reglitzky: Man muss nicht „mit dem Kopf durch Wand“ wollen, sondern die Wege suchen und finden, wie man das Ziel doch erreichen kann. Aber zunächst einfach einmal das Netzwerk lernen und verstehen.
Redakteur:Stefanie Hansen aus Buchholz |
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