Bahnbrücke an der Bendestorfer Straße muss ersetzt werden
Buchholz droht der Verkehrskollaps

Die Brücke an der Bendestorfer Straße muss ersetzt werden. Wann, steht noch nicht fest, die Planungen beginnen allerdings sofort
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os. Buchholz. Dieses kleine Bauwerk kann zu riesigen Problemen führen: Die Brücke (Baujahr 1955) über die Bahnstrecke Bremen-Hamburg an der Bendestorfer Straße in Buchholz ist so marode, dass sie mittelfristig ersetzt werden muss. Der Kreisausschuss hat jüngst beschlossen, sofort mit den Planungen für einen Neubau an der Kreisstraße zu beginnen. Sollte die Brücke kurzfristig nicht mehr befahrbar sein, droht Buchholz an der wichtigen Ausfallstraße der Verkehrskollaps.

Die Buchholzer FDP-Ratsfraktion hat einen Fragenkatalog an Buchholz' Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse geschickt. "Sowohl die absehbaren Erfordernisse zur umgehenden Verkehrssicherung als auch die Phase der Bauzeit werfen erhebliche Fragen für die Erreichbarkeit der Anlieger an der Bendestorfer Straße wie auch am Holzweg auf", betont FDP-Fraktionsvorsitzender Arno Reglitzky. Da man sich auf jahrelange massive Einschränkungen einstellen müsse, stelle sich auch die Frage nach alternativen provisorischen Zuwegungen z. B. für das Sportzentrum am Holzweg.

Viele Fragen an Bürgermeister Röhse

"Sind Ihnen die Vorstellungen des Büros bekannt, wonach bereits konkrete Vorschläge zur Gefahrenabwehr im Vorfeld des Umbaus konzipiert worden sind, wie Tempolimit, Einbahnverkehr mit Signalschaltung, Sperrung von Schwerlastverkehr und u. U. auch Sperrung für den gesamten öffentlichen Verkehr - mit Ausnahme der Rettungsdienste?" "Ist es richtig, dass der Neubau mit vorherigen Sicherungsmaßnahmen eher mehrere Jahre andauern könnte und in dem Zeitraum auch Vollsperrungen einzuplanen sind?" Das sind zwei von neun Fragen, die die Buchholzer FDP-Ratsfraktion an Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse gerichtet hat. 

Die routinemäßige Überprüfung der Brücke durch ein Ingenieurbüro aus Hannover hatte ergeben, dass deren Tragfähigkeit aufgrund von Konstruktionsfehlern mangelhaft sei. Der Landkreis bereitet jetzt die Ausschreibung für weitere Vermessungsmaßnahmen vor. Nach dem Abschluss dieses Verfahrens und den Ergebnissen des siegreichen Ingenieurbüros soll der Brückenneubau in das Bauprogramm des Landkreises aufgenommen werden.

Brücke wird überprüft

Bereits jetzt wurden an der schadhaften Brücke sogenannte Gipsmasken eingesetzt sowie ein Risskataster angelegt. "Wir werden die Brücke jetzt engmaschig überprüfen", sagt Kreissprecherin Katja Bendig. Das geschehe in enger Abstimmung mit der Stadt Buchholz. Sollten sich die Gipsmasken verschieben, müsse man sofort weitere Sicherungsmaßnahmen ergreifen, so Bendig. Dazu zählen die in der FDP-Anfrage genannten Geschwindigkeitsbegrenzungen, eine einspurige Verkehrsführung oder die Sperrung für den Schwerlastverkehr.

AUF EIN WORT

Lieber vom "Worst-case"-Szenario ausgehen

Bei den Planungen zur Beseitigung des Oberflächenwassers in Neubaugebieten geht man immer vom "Worst-case"-Szenario aus - dem sogenannten Jahrhundertregen. Bei der Bahnbrücke an der Bendestorfer Straße tun die Verantwortlichen im Landkreis Harburg und in der Stadt Buchholz gut daran, genauso zu denken und die Planungen für einen Neubau sofort mit allen Mitteln und in breitem Konsens voranzutreiben - egal, ob das Bauwerk aus dem Jahr 1955 noch etwas hält oder nicht. Zu groß ist die Gefahr, dass eine (Teil)Sperrung der Brücke zu massiven, teilweise womöglich lebensgefährlichen, Problemen führt.

Die kleine Bahnbrücke ist - neben der Canteleubrücke - einer von zwei besonders neu-#+ralgischen Punkten im Wegenetz von Buchholz. Wird sie voll oder teilweise gesperrt, wären die Auswirkungen enorm. Denn: Über die Brücke fahren die meisten ehrenamtlichen Feuerwehrleute bei einem Einsatz zum Feuerwehrhaus, das sich ein paar hundert Meter dahinter befindet, und dann den gleichen Weg zurück zum Einsatzort. Was geschieht, wenn die Brücke nicht mehr voll befahrbar ist? Die rückwärtige Anfahrt über den nicht ausgebauten Itzenbüttler Weg ist keine wirkliche Alternative, denn sie führt mitten über das zweite Nadelöhr, die Canteleubrücke.

Hier droht die vermurkste Verkehrspolitik der vergangenen Jahrzehnte der Stadt endgültig auf die Füße zu fallen. Wir erinnern uns: Das Feuerwehrhaus wurde damals kurz vor der Stadtgrenze an der Bendestorfer Straße errichtet, weil es direkt an eine Ostumfahrung grenzen sollte. Das Ergebnis ist bekannt: Weder der damalige Stadtdirektor Andreas Bendt noch die ihm folgenden Bürgermeister Norbert Stein, Wilfried Geiger und Jan-Hendrik Röhse haben es bisher - aus verschiedenen Gründen - geschafft, die Ostumfahrung umzusetzen. Auch wegen der Sicherheit der Bürger tun die Buchholzer Lokalpolitiker gut daran, das Projekt "Buchholz 2025plus", das neben dem Bau von Wohnungen im Osten der Stadt auch eine Ortsumfahrung vorsieht, mit allem Nachdruck zu planen. Beim "Worst-case"-Szenario muss man nämlich auch berücksichtigen, dass neben der Bahnbrücke parallel auch die Canteleubrücke saniert werden muss. Dann gäbe es keine taugliche Verbindung vom Süden in den Buchholzer Norden mehr.

Die Bahnbrücke an der B3 in Sprötze ist ein warnendes Beispiel dafür, wie lange die Planung und Umsetzung eines Brückenneubaus dauern kann, wenn die Deutsche Bahn involviert ist. Bereits 2011 stand fest, dass die Brücke dort saniert werden muss. Ab April 2013 wurde der Verkehr einspurig über die Brücke geführt, der Neubau wurde im November 2018 (!) eingeweiht.

Dass durch eine (Teil)Sperrung der Bahnbrücke viele Pendler und auch sämtliche Besucher des Sportzentrums am Holzweg (Schwimmbad, Blau-Weiss Buchholz, Buchholzer FC, Nordheidehalle) und umliegender Einrichtungen wie DLRG und Tierheim erhebliche Einschränkungen befürchten müssen, ist ein weiterer Grund, jetzt ernsthaft und zügig zu planen. Wenn das "Worst-case"-Szenario eintritt, ist es dafür zu spät. Oliver Sander

Die Brücke an der Bendestorfer Straße muss ersetzt werden. Wann, steht noch nicht fest, die Planungen beginnen allerdings sofort
Die Skizze zeigt den Standort der Bahnbrücke an der Bendestorfer Straße (gestrichelter Kreis). Der Weg zum Sportzentrum und zum Feuerwehrhaus droht abgeschnitten zu werden. Der Ausweichweg (rote Linie) führt über eines der größten Nadelöhre der Stadt, die Canteleubrücke
Autor:

Oliver Sander aus Buchholz

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