Mit wem würden Sie einen Tag Ihr Handy tauschen?
Interview mit CDU-Landeschef Bernd Althusmann über Omikron, Mindestlohn, Friedrich Merz und einiges mehr

CDU-Landesvorsitzender Bernd Althusmann
  • CDU-Landesvorsitzender Bernd Althusmann
  • Foto: Tobias Koch
  • hochgeladen von Tamara Westphal
Wirtschaft
Die Visualisierung zeigt das futuristische Gebäude des "BREAK"-Autohofs
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Hotel, Restaurants und Raststätte
Evendorf: Autohof der Zukunft soll Anfang 2023 fertig sein

as. Evendorf. Das Fundament liegt bereits: Die Arbeiten am Autohof an der A7-Abfahrt Evendorf schreiten voran. Laut Thorsten Neumann, Projektentwickler der Nanz-Gruppe, sollen Hotel, Restaurants und Rastanlage im Frühjahr 2023 eröffnet werden. Nach Workshops mit Bürgern, Politik, Verwaltung und Investor wurde im vergangenen Jahr die Änderung des Bebauungsplanes „Thaneberg, Döhle/Evendorf“ beschlossen. Wie berichtet, investiert die Nanz-Gruppe rund 20 Millionen Euro, um auf rund 15 Hektar unter...

Sport
Beim  "Gipfel der Quizgiganten" trat die 15-Jährige u.a. gegen Guido Cantz an
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"Gipfel der Quizgiganten"
Tostedter Tischtennis-Ass Mia im TV

(bim). Mia Griesel hat eine schlagfertige Rückhand - das bekamen am Montag die TV-Größen Günther Jauch, Johannes B. Kerner und Guido Cantz zu spüren. Das 15-jährige Tischtennis-Ass des MTV Tostedt war in der TV-Show "Gipfel der Quizgiganten" auf RTL zu sehen. Die Gymnasiastin und Schülerin des Sportinternats Hannover musste aber keine kniffligen Fragen beantworten, sondern begeisterte das TV-Publikum mit ihrem sportlichen Können. Ergebnis: Gegen die zweifache...

Wirtschaft
Der geplante Surfpark soll nicht nur von ambitionierten Sportlern genutzt werden. Er soll auch ein attraktives Freizeitangebot für alle Altersgruppen sein
Aktion

Nachhaltig oder umweltschädlich?
Ein umstrittenes Projekt: Der geplante Surfpark in Stade - Stimmen sie online ab!

Nehmen Sie am Online-Voting teil. Das WOCHENBLATT möchte Ihre Meinung erfahren, liebe Leserinnen und Leser. Wie denken Sie über das Thema? jd. Stade. Er gehört zu den ungewöhnlichsten Bauprojekten, die im Landkreis Stade jemals geplant bzw. umgesetzt wurden: der Surfpark, der im Süden Stades auf einem bisherigen Maisacker der landwirtschaftlichen Genossenschaft Raisa (vormals Stader Saatzucht) entstehen soll. Wie berichtet, stößt das ehrgeizige Bauvorhaben der Brüder Jan und Dirk Podbielski aus...

Panorama
Jenny Elvers, ehemalige Heideblütenkönigin aus 
Amelinghausen, beim Promibacken

Amelinghausen
Ex-Heideblütenkönigin Jenny Elvers beim Promibacken

(sv/nw). Seit ihrer Krönung zur Heideblütenkönigin in Amelinghausen im Jahr 1990 hat Jenny Elvers sich beim Dschungelcamp, Big Brother und jetzt beim SAT.1-Promibacken im Reality-TV einen Namen gemacht. Dabei sieht Elvers sich selbst eher als eine gute Köchin denn als Bäckerin. Vor der Show war sie eine absolute Backanfängerin, Kuchen und Torten gab es nur vom Bäcker. Ihre einzige Annäherung an die Welt des Backens war das Plätzchenbacken mit ihrem Sohn. Weil sie aber so ein großer Fan der...

Panorama
Die meisten Ärzte sind laut der Ärztekammer geimpft, ob es im März zu Personalmangel kommt, bleibe abzuwarten

Ahlerstedt
Hausarzt schmeißt wegen Impfpflicht und Pharmaindustrie hin

sv. Ahlerstedt. Noch knapp zwei Monate haben ungeimpfte Mitarbeiter in Arztpraxen, Kliniken, Betreuungseinrichtungen und in der Pflege Zeit, sich gegen Corona impfen zu lassen, bevor am 16. März die einrichtungsbezogene Impfpflicht greift. Was in vielen Einrichtungen bereits jetzt zu Personalmangel führt, hat Hausarzt Dr. Jens Wagner in Ahlerstedt (Landkreis Stade) sogar dazu gebracht, seine ärztliche Tätigkeit zu beenden: Noch bis Anfang Juni will er in der Praxisgemeinschaft mit Dr. Nicole...

Service

Weiterer Corona-Todesfall
Gesamtzahl der gemeldeten Corona-Fälle im Kreis Stade klettert auf über 12.000

jd. Stade. Die Sieben-Tage-Inzidenz im Landkreis Stade ist am Freitag, 21. Januar, auf 567,3 gestiegen. Die Inzidenzen in den anderen Landkreisen in der Region zwischen Elbe und Weser sind sogar noch etwas höher. Der Landkreis Harburg hat jetzt sogar die 1.000er-Marke überschritten. Aktuell sind im Landkreis Stade 1.558 Personen mit dem Coronavirus infiziert (positiver Corona-Test). Innerhalb von 24 Stunden wurden 259 Neuinfektionen verzeichnet. Die Gesamtzahl der seit Pandemie-Beginn...

Blaulicht
Schon wieder wurden in der Umkleidekabine von Bundesliga-Handballerinnen Kameras versteckt (Symbolfoto)

Spielerinnen finden Kameras in Umkleidekabine
Weiterer Spannerskandal in der Handball-Bundesliga

os. Buchholz/Metzingen. Die Handball-Bundesliga der Frauen wird erneut durch einen Spannerskandal erschüttert: Spielerinnen der TuS Metzingen haben Anfang dieser Woche zwei Kameras im Umkleideraum der Öschhalle in der 23.000-Einwohnerstadt in Baden-Württemberg entdeckt. Erst vor einer Woche war ein ähnlicher Fall beim Ligakonkurrenten Handball-Luchse Buchholz 08-Rosengarten bekannt geworden, der den Handballsport in den Grundfesten erschüttert hatte (das WOCHENBLATT berichtete). Parallele in...

Panorama
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Corona-Zahlen im Landkreis Harburg am 21. Januar
Mittlerweile sechs Kommunen mit einer Inzidenz über 1.000

(thl). Die Corona-Zahlen im Landkreis Harburg steigen weiter an: Am heutigen Freitag, 21. Januar, haben bereits sechs Kommunen eine Inzidenz von über 1.000. Die Inzidenz für den Landkreis Harburg stieg gegenüber dem Vortag um 107,8 auf jetzt 1117,5. Insgesamt 2.861 (+276) neue Fälle wurden in den vergangenen sieben Tagen registriert. Die landesweite Hospitalisierungsinzidenz ist von 5,9 auf 6,1 gestiegen. Die Intensivbettenbelegung blieb bei 4,9 Prozent. Seit dem Ausbruch der Pandemie haben...

Panorama

Schulklassen in häuslicher Isolation
Wegen Omikron: Droht den Schulen doch wieder die Schließung?

(ts). Mit Auftauchen der Omikron-Virusvariante hat sich der Landkreis Harburg zum Corona-Hotspot entwickelt. In Städten und Gemeinden steigen die Inzidenzen mittlerweile auf über 1.000. Besonders an Grundschulen ist die Lage angespannt, weil erst wenige Kinder geimpft sind. An der Grundschule Maschen (230 Schüler und Schülerinnen) zum Beispiel waren in einer Woche vier Schulklassen jeweils nach dem positiven PCR-Testergebnis eines Kindes in Selbstisolation - Dimensionen, die im Schulalltag...

(ts). Unmittelbar nach einem Treffen mit einigen Wissenschaftlern des Corona-Expertenrats der Bundesregierung gab der niedersächsische stellvertretende Ministerpräsident, Wirtschaftsminister und CDU-Landesvorsitzende Bernd Althusmann dem WOCHENBLATT ein Interview. Bernd Althusmann spricht u.a. über sein persönliches Verhältnis zum designierten CDU-Bundesvorsitzenden Friedrich Merz, warnt vor der geplanten Erhöhung des Mindestlohns auf zwölf Euro - und verrät, mit wem er sein Handy tauschen würde.

WOCHENBLATT:
Die Landesregierung ändert die Corona-Vorschriften mittlerweile offenbar im Wochenrhythmus. Meinen Sie nicht, dass das Bevölkerung und Unternehmen überfordert?
Bernd Althusmann: Wir müssen sogar spätestens alle vier Wochen unsere Corona-Verordnungen seit Ausbruch der Pandemie im letzten Jahr auf Angemessenheit und Wirksamkeit hin überprüfen. Aber wir mussten in der Tat schon häufiger nachsteuern. Dennoch versuchen wir stets, der Lage angepasst und möglichst schnell zu reagieren - und die Lage ändert sich fast jede Woche. So fühlt es sich zurzeit jedenfalls für mich an. Glauben Sie mir: Wir haben keine Entscheidung leichtfertig gefällt. Jede Entscheidung bezieht die rechtlichen und infektiologischen Folgen mit ein. Wir waren jedoch überrascht von dem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg, die 2G-Regel im Einzelhandel aufzuheben. In Schleswig-Holstein oder in Bayern haben die Gerichte das nicht beanstandet. Wir haben mit Respekt vor dem Richterspruch unseres Gerichts uns sofort an die Umsetzung gemacht und greifen dabei dessen Vorschlag auf, dass eine FFP2-Maskenpflicht in den Läden ausreichend Schutz biete. Interessant ist dabei der neueste Hinweis von Wissenschaftlern aus Göttingen, die den Grad der Wirksamkeit von FFP2-Masken unter anderem von der korrekten Trageweise abhängig betrachten. Im Vergleich mit medizinischen Masken sei das häufige "Lüften“ der FFP2-Masken ebenso zu betrachten. Kurzum: Das Urteil hat irritiert, aber vor Gericht und auf hoher See sind wir bekanntlich alle in Gottes Hand.

WOCHENBLATT: Die Menschen können nicht verstehen, dass die Impfzentren geschlossen wurden, um nur wenige Wochen später eine neue Struktur für Impfungen aufzubauen ...
Bernd Althusmann: Aus meiner Sicht war die Schließung der Impfzentren aus Kostengründen ein Fehler. Sowohl zum Impfen als auch unterstützend zum Testen hätten wir sie weiterhin vorhalten sollen. Die mobilen Impfteams und unsere Hausärzte haben das aber inzwischen ausgleichen können. Über drei Millionen Booster-Impfungen sprechen für sich. Wir standen damals unter dem Eindruck niedriger Inzidenzzahlen und einer Impfkampagne, die Schwung aufgenommen hatte. Ein weitaus größerer Fehler jetzt der Ampelkoalition im Bund aber war es, die Feststellung der epidemischen Lage von nationaler Tragweite Ende November aufzuheben. In den Bundesländern versuchen wir nun nach zahlreichen Gesetzesänderungen, diese Fehler auszugleichen. Wann, wenn nicht jetzt, befinden wir uns in einer pandemischen Lage nationalen Ausmaßes. Mit Blick auf die neue Omikron-Virusvariante kommt eine neue Dimension der Corona-Pandemie auf uns zu, und zwar sehr rasant. Das sagen uns leider alle namhaften Wissenschaftler des Corona-Expertenrats auch in Niedersachsen.
Was uns derzeit sehr umtreibt, ist die notwendige und frühzeitige Sicherung und Koordinierung der Einsatzfähigkeit unserer Hilfskräfte. Letzte Woche hat dazu der Katastrophenschutz-Beirat beim Innenministerium getagt. Es könnte eine Gefährdung der nationalen Infrastruktur unter anderem dadurch eintreten, dass Teile der geimpften Sicherheitskräfte, des Pflegepersonals oder der Hilfsorganisationen sich mit Omikron infizieren, was nicht zu stärkeren Erkrankungen führen muss. Wenn aber zum Beispiel Pfleger, Feuerwehrleute oder Lokführer in Quarantäne müssen, dann kommt da womöglich etwas auf uns zu. Wir werden auch diese Herausforderung beherrschen, aber letztlich war genau das der Grund für das Herunterfahren über die Feiertage und die neuen, noch strikteren Vorgaben seit dem 27. Dezember. Die Große Koalition in Niedersachsen wird hier weiter gut und verantwortungsvoll zusammenarbeiten, keine Frage.

Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann verteidigt die Corona-Politik

WOCHENBLATT: Die Ampelkoalition im Bund plant, voraussichtlich im April oder Mai den Mindestlohn auf zwölf Euro zu erhöhen. Wie kontraproduktiv ist das für eine Wirtschaft, die weiterhin von der Corona-Krise betroffen ist?
Bernd Althusmann: Kurzfristig betroffene Beschäftigte werden den erhöhten Mindestlohn als Verbesserung wahrnehmen. Gesamtwirtschaftlich aber halte ich den Eingriff des Staates in die Tarifautonomie, die faire Lohnfindung zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern, für falsch. Wozu wurde denn mit der SPD in der Bundesregierung seit immerhin acht Jahren im Jahr 2015 eine Findungskommission eingesetzt? Das war ein rein wahltaktisches Manöver, das noch teuer wird. Mit ihrem Vorhaben wird die Ampelkoalition eine Kostenlawine auslösen. Mich wundert insbesondere die Wendigkeit der FDP. Was nützt es dem Beschäftigten, wenn am Ende dem Betrieb die Puste ausgeht oder der Betrieb bankrott ist?

WOCHENBLATT: Die Niedersachsen wählen im nächsten Jahr am 9. Oktober ein neues Parlament. Sie möchten Ministerpräsident werden. Kann Ihnen der designierte CDU-Bundesvorsitzende Friedrich Merz im Niedersachsen-Wahlkampf helfen?
Bernd Althusmann: Friedrich Merz ist der Kandidat der Herzen der großen Mehrheit der CDU-Mitglieder. Ich habe zu ihm seit Jahren ein sehr gutes Verhältnis und teile die inhaltlichen Positionen und Werte, die er vertritt, zumindest die allermeisten seiner Aussagen. Er ist ein Mann des klaren Wortes, ein kluger Denker und Stratege. Friedrich Merz wird der CDU die notwendige Selbstachtung zurückgeben. Die CDU wird gebraucht als Korrektiv einer überwiegend linken Mehrheit im Bundestag. In wenigen Wochen wird es vielen Bürgern auffallen: Die neue Ampelkoalition im Bund misstraut der Polizei und den Sicherheitskräften und setzt falsche Signale bei Migration und Integration. Die Ampel führt letztlich zu einer ungesteuerten Zuwanderung in unsere Sozialsysteme und weicht unser Staatsangehörigkeitsrecht auf. Die neue Ampel will die Möglichkeiten der Bekämpfung von Clan-Kriminalität, zur Vorratsdatenspeicherung oder zur sogenannten Quellen-Telekommunikationsüberwachung, dem zum Auslesen verschlüsselter Nachrichten von Diensten wie Facebook oder WhatsApp einschränken oder nicht nutzen. Das sind keine guten Aussichten für die Sicherheit der Menschen in unserem Land. Und im Übrigen ist die neue Ampel die Koalition der urbanen Gutverdiener, gefangen im Großstadt-Denken. Der ländliche Raum kommt für die Ampel nahezu nicht vor, obwohl allein in Niedersachsen 60 Prozent der Menschen dort leben. Genau deshalb gehe ich davon aus, dass in Niedersachsen der Wahlkampf mit voller Leidenschaft geführt wird. Die Menschen wollen nicht überall Ampeln.

WOCHENBLATT: Apropos Kandidat der Herzen: Wer ist Ihr ganz persönlicher Held des Jahres 2021?
Bernd Althusmann: Meine jüngste Tochter. Sie hat sich einem medizinischen Eingriff unterziehen müssen und war dabei weniger aufgeregt als ich. Für eine Elfjährige blieb sie wirklich cool und das fand ich sehr mutig!

WOCHENBLATT: Und mit wem würden Sie einen Tag lang das Handy tauschen?
Bernd Althusmann: Mit meiner Frau! Aber wirklich nur einen Tag.

WOCHENBLATT: Herr Althusmann, vielen Dank für das Gespräch.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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