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Am 10. Mai ist Muttertag
Der Ursprung des Muttertags

Die Arbeit der Mutter über viele Jahre hinaus wird ganz intensiv geehrt | Foto: Danik Prihodko
  • Die Arbeit der Mutter über viele Jahre hinaus wird ganz intensiv geehrt
  • Foto: Danik Prihodko
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Dieser Tag ist ein fester Termin im Kalender: der Muttertag. Der Ursprung des heutigen Muttertags geht auf die US-amerikanische Frauenbewegung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Die Pastorengattin Ann Maria Reeves Jarvis und ihre Mitstreiterinnen kämpften gegen die Missstände, in denen viele Arbeiter leben mussten, und setzten sich für die Verwundeten im Bürgerkrieg ein.

Nach ihrem Tod organisierte ihre Tochter Messen, in denen aller Mütter gedacht werden sollte. Die Veranstaltungen zogen Kreise und bereits 1909 feierte man in 45 Staaten der USA jedes Jahr im Mai den Muttertag.

Einige Zeit später wurde der Tag auch in Deutschland populär. Nachdem er hier zunächst völlig frei von politischen Zielen war, erklärten die Nationalsozialisten ihn 1933 offiziell zum „Gedenk- und Ehrentag der deutschen Mütter". Vor allem Frauen, die eine große Zahl „arischen Nachwuchses" aufzogen, zeichnete man damals als Heldinnen des Volkes aus.

Nach dem Zweiten Weltkrieg war der Tag daher lange umstritten und auch nicht mehr gesetzlich verankert. Die Bevölkerung hielt aber an der Tradition fest und so proklamierte der Floristen-Verband in Westdeutschland den zweiten Sonntag im Mai offiziell zum Muttertag. In den 1970er und 1980er Jahren, als die Gesellschaft und das Frauenbild sich stark wandelten, wurde weiter heftig diskutiert, ob es einen solchen Termin überhaupt brauche oder ob damit alte Rollenmuster zementiert würden.

Dass es den Tag heute immer noch gibt, zeigt: Die Dankbarkeit gegenüber der eigenen Mutter ist ein Thema, das Menschen tief bewegt und beschäftigt. Für einen ideologischen Überbau gibt es jetzt zum Glück aber keinen Platz mehr. Ganz im Gegenteil: Das Datum gehört zu den wenigen Aktions- und Feiertagen, die vollkommen unabhängig von Religion und Politik sind und trotzdem von dem Gros der Bevölkerung begangen werden. Ob die Mutter verheiratet oder alleinerziehend ist, mit einem anderen Mann als dem Vater oder vielleicht sogar mit einer Frau zusammenlebt, ist irrelevant. Mit Küche und Herd hat der Tag erst recht nichts mehr zu tun: Heute arbeiten Mütter ganz selbstverständlich als Außenministerin, Ärztin oder Dachdeckerin in Voll- oder Teilzeit. Ihre Rolle wird nicht dadurch definiert, ob sie sonntags den Braten in den Ofen schieben oder doch eher den Pizzaservice bestellen. Und auch das Alter ist an diesem Tag bedeutungslos: Denn Mutter bleibt Mutter – ganz gleich, ob die Kinder noch klein sind oder vielleicht selbst schon Kinder oder sogar Enkelkinder haben.

Redakteur:

Axel-Holger Haase aus Buchholz

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