Insekten, Wildbienen, Artenschutz, Naturschutz
Wo summt und brummt es jetzt?
- Auen-Schenkelbiene im gelb blühenden Gilbweiderich
- Foto: Fotorechte MKoesterZ
- hochgeladen von Monika Köster-Zahlten
In ihrer Straße, Garten oder nebenan im Park summt es nicht wie früher – auch jetzt nach Sommerbeginn noch nicht? Dann fehlt es den Insekten und Wildbienen vermutlich an einer der drei lebensnotwendigen Grundlagen:
• im direkten Umkreis ein kontinuierliches Angebot an ausreichend blühenden Pflanzen, Blumen und Kräutern, welche Nektar und Pollen zur Ernährung bieten
• Möglichkeiten zum Nisten, das können naturbelassene Bodenflächen, Bruchkanten mit kleinen offenen Wänden, Reetdächer, hohle Pflanzstängel von Brombeersträuchern u. ä., Altholz mit Löchern, Sandlinsen und auch die bekannten Nisthilfen zum Kaufen oder Selbstherstellung sein
• Nistmaterial wie Sandhaufen, Erdkrümel, Pflanzenhaare und -harz sowie Pflanzenblätter
Dementsprechend kann man dreierlei Unterstützung in unserer verarmten Landwirtschaft und Gärten für Wildbienen anbieten. Wer eine qualitative gute Nisthilfe für Wildbienen aufstellen möchte, sollte auf folgende Kriterien achten:
- Zuallererst sollten ausreichend Blühpflanzen mit Nektar und Pollen im Umfeld von max. 100 - 300 m vorhanden sein. Denn wer dort einziehen soll benötigt Nahrung innerhalb des Flugradius. Im Frühjahr sind das z. Bsp. Krokusse, Traubenhyazinthen, Frühlingsanemonen, Schlüsselblumen, Blaustern und Vergissmeinnicht. Im Sommer können das Sonnenhut, Margeriten, Ringelblumen, Sonnenblumen, Königskerze, Schmuckkörbchen u.a. sein. Im Herbst eigen sich Astern, Herbstanemonen, Fetthenne, Bartblume, Besenheide oder blühendes Efeu.
- Nisthilfen sollten nach Süden bis Südosten ausgerichtet sein und möglichst etwas windgeschützt angebracht werden. Für den sicheren u. verletzungsfreien Einflug bitte nie freihängend anbringen - oder schwanken etwa unsere Wohnungstüren?
- Nisthilfen aus getrocknetem rissfreiem Hartholz schützen die Brut über das kommende Jahr am Besten. Die splitterfreien Lochbohrungen mit Durchmessern von 3 bis max. 9 mm dürfen gut 10 cm tief im rechten Winkel zur Faserrichtung ins Holz hineingebohrt werden.
- Bitte keine Tannenzapfen oder strohgefüllten Abteile beifügen, denn in diese ziehen dann gerne Wildbienen-Fressfeinde wie Ohrwürmer ein und freuen sich über Wildbieneneier und Puppen als Nahrung.
In ihrer angebrachten Nisthilfe können als erste Wildbienenarten des Jahres Frühlings-Pelzbienen, Mauerbienen oder Sandbienen einziehen und die Generation des nächsten Jahres dort einbringen. Mit der Aufstellung einer Nisthilfe helfen sie allerdings lediglich den 25 % aller Wildbienen-Arten, die in horizontalen Hohlräumen nisten wollen. Der Großteil der Wildbienen-Arten nistet nämlich im Boden, das sind ca. 75%. Dazu gehören auch die Hummeln.
Der jährliche Fortbestand von Bestäuber-Insekten wie Wildbienen, Schwebfliegen und Schmetterlingen ist wichtig, damit wir durch deren Bestäubungsarbeit im Verlauf des Jahres später unser Obst, Gemüse und Beeren ernten können.
Genießen sie doch ein paar erfrischende Erdbeeren und freuen sich beim Beobachten von Wildbienen.
Summ summ summ…
Leserreporter:Monika Köster-Zahlten aus Buchholz |
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