Landwirte zu Ernteaussichten 2020
Landkreis-Bauern besorgt um Zukunft"

Mit dem Einbringen der Gerste beginnt in diesen Tagen die Getreideernte in Niedersachsen - wie hier zu sehen auf einem Versuchsfeld der Landwirtschaftskammer
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ce. Buchholz. "Die Stimmung in der Landwirtschaft ist vor dem Hintergrund der Preisaussichten für dieses Jahr, aber insbesondere auch aufgrund des hohen politischen und gesellschaftlichen Drucks sehr verhalten. Wir machen uns große Sorgen um unsere Zukunftsfähigkeit." So ernüchternd brachte Ulrich Peper, Leiter der Außenstelle Buchholz der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, jetzt die Lage der Bauern im Landkreis Harburg auf den Punkt. Anlass war ein Pressegespräch zu den Ernteprognosen, an dem auch Kreislandwirt Willy Isermann, Stellvertreter Martin Peters und Wilhelm Neven, Vorsitzender des Kreisverbandes Lüneburger Heide des Landvolks, teilnahmen.
Ulrich Peper begründete die angespannte Situation unter anderem mit der häufigen Infragestellung der Landwirtschaft durch Verbraucher und Politik mit Blick auf umstrittene Tierhaltungen sowie mit der Sorge um die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest, die Wild- und Hausschweine befallen kann. Obendrauf kämen die wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie.
Im Landkreis Harburg sind laut Ulrich Peper etwa 56.000 Hektar als landwirtschaftliche Nutzflächen in der Agrarstatistik ausgewiesen - Tendenz sinkend. Die Flächen teilten sich zu zwei Dritteln in Ackerland (37.500 Hektar) und zu einem Drittel in Grünland (18.500) auf.
Auf den Äckern würden unter anderem 14.000 Hektar mit Getreide (Vorjahr: 16.000) und 11.200 Hektar mit Silo- und Biogasmais (9.800) bestellt. Hinzu kämen Hackfrüchte auf 4.100 Hektar (1.050 Hektar Zuckerrüben, 3.050 Hektar Kartoffeln) und Raps auf 1.080 Hektar. Zur Restackerfläche gehörten auch 1.100 Hektar mit Blühpflanzen, die Insekten ebenso Nahrung bieten wie Rebhühnern und Fasanen.
Ulrich Peper wies darauf hin, dass insbesondere Wohn- und Gewerbegebiete sowie Verkehrswege auch Getreideflächen in einem Ausmaß von 50 Fußballfeldern pro Jahr verdrängen würden. "Das entspricht einem Aus für drei landwirtschaftliche Betriebe in den nächsten drei Jahren", gab Willy Isermann zu bedenken.
Da das Getreideaufkommen der Landwirtschaftskammer zufolge aufgrund der beschriebenen Entwicklung und aus Witterungsgründen zurückgegangen ist, gebe es wenig Spielraum für Preisspekulationen. "Grundsätzlich bleibt Getreide damit auch im Vergleich zu anderen Früchten zu billig. Konkret bewegen sich die Einstiegspreise in einer Spanne von 13,50 bis 17,50 Euro je Dezitonne und damit auf Vorjahresniveau", so Ulrich Peper. Dieses Preisniveau reiche nicht aus, um unter den herrschenden Produktionsbedingungen kostendeckend zu arbeiten. "Unbefriedigend bleibt die Situation auch auf dem Milchmarkt, wo die Preise bei knapp 30 Cent/kg Rohmilch liegen. Mindestens 35 Cent müssten es sein."

Mit dem Einbringen der Gerste beginnt in diesen Tagen die Getreideernte in Niedersachsen - wie hier zu sehen auf einem Versuchsfeld der Landwirtschaftskammer
Vor der Außenstelle Buchholz der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (v. li.): deren Leiter Ulrich Peper, stellvertretender Kreislandwirt Martin Peters, Kreislandwirt Willy Isermann und Wihelm Neven, Vorsitzender des Landvolk-Kreisverbandes
Autor:

Christoph Ehlermann aus Salzhausen

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