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IHKN und DEHOGA
Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit gefordert!

Kein schöner Anblick für Besucher: Der Buchholzer Bahnhof vor wenigen Wochen | Foto: Axel-Holger Haase
  • Kein schöner Anblick für Besucher: Der Buchholzer Bahnhof vor wenigen Wochen
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Niedersachsens Städte stehen vor der Aufgabe, ihre Zentren als attraktive Wirtschafts-, Begegnungs- und Lebensräume weiterzuentwickeln. Neben Handel, Gastgewerbe und Kultur gewinnen dabei Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit zunehmend an Bedeutung. Die IHK Niedersachsen (IHKN) und der DEHOGA Niedersachsen sehen hierin einen zentralen Baustein erfolgreicher Standortentwicklung und legen mit ihrem gemeinsamen Impulspapier „Zentren-SOS – Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit als Standortfaktor für lebendige Innenstädte in Niedersachsen“ konkrete Handlungsempfehlungen für Politik, Kommunen und Wirtschaft vor.

„Ob Menschen eine Innenstadt besuchen, dort Zeit verbringen und wiederkommen, entscheidet sich längst nicht mehr allein am Angebot. Das unmittelbare Umfeld prägt die Wahrnehmung eines Standortes ebenso stark wie Handel oder Gastronomie. Sicherheit und Ordnung sind deshalb keine Nebenthemen der Stadtentwicklung, sondern inzwischen zentrale Standortqualitäten“, betont IHKN-Präsident Gerhard Oppermann.

Auch der DEHOGA Niedersachsen beobachtet, dass Gäste ihre Aufenthaltsorte heute deutlich bewusster auswählen. Restaurants, Cafés und Hotels profitierten nur dann von belebten Zentren, wenn sich Besucher dort während des gesamten Aufenthalts wohlfühlten. Der Präsident des DEHOGA Niedersachsen, Dirk Breuckmann, merkt dazu an: „Unsere Gäste im Gastgewerbe wollen heutzutage ein besonderes Erlebnis mit ihren Besuchen in unseren Betrieben verbinden. Es soll nicht nur leckere Speisen oder Snacks, die passenden Getränke und einen tollen Service geben, sondern sie wollen sich rundum wohlfühlen. Leider hören wir aber immer wieder von Fällen, wo Gäste sich darüber beklagen, dass der Weg hin zu unseren Betriebsstätten insbesondere mit Blick auf das Sicherheits- und Sauberkeitsempfinden Anlass für Beanstandungen gibt.“

Nach Einschätzung von IHKN und DEHOGA werden insbesondere Bahnhofsumfelder, Parkhäuser, Unterführungen und Randlagen von Fußgängerzonen vielerorts zunehmend kritisch wahrgenommen. Ausschlaggebend sei dabei weniger die objektive Kriminalitätslage als das subjektive Sicherheitsgefühl. Gleichzeitig würdigen beide Initiatoren ausdrücklich das Engagement vieler Kommunen, die trotz knapper finanzieller und personeller Ressourcen kontinuierlich an der Attraktivität ihrer Innenstädte arbeiten. „Unser Ziel ist also kein Fingerzeig auf Einzelne. Wir möchten vielmehr bestehende Initiativen stärken und dazu beitragen, dass Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit überall den Stellenwert erhalten, den sie für funktionierende Innenstädte inzwischen haben“, so Oppermann.

Für ein wirksames „Zentren-SOS“ schlagen IHKN und DEHOGA vorrangig einen integrierten Ansatz vor.

Dazu gehören eine sichtbare Präsenz von Polizei und Ordnungsdiensten, enge Kooperationen zwischen Verwaltung, Wirtschaft und Sicherheitsbehörden sowie eine konsequente Durchsetzung bestehender Regelungen. Ebenso in den Fokus setzen die Verbände die Pflege öffentlicher Räume, zu denen eine gute Beleuchtung, die Beseitigung von Angsträumen, ein zügiger Umgang mit Vermüllung und Vandalismus sowie eine planerisch gesteuerte Mischung aus Handel, Gastgewerbe, Dienstleistungen, Wohnen und Kultur gehören. „Eine attraktive Innenstadt entsteht nicht allein durch gute Geschäfte. Gerade die junge
Generation verbindet einen Besuch immer weniger mit Shopping, sondern mit Begegnungen und gemeinsamen Erlebnissen. Deshalb sollten wir öffentliche Räume genauso ernst nehmen wie die wirtschaftliche Entwicklung unserer Zentren. Wer heute in Sicherheit, Ordnung und Aufenthaltsqualität investiert, investiert in die Kundinnen und Kunden von morgen“, erklärt IHKN-Handelssprecherin Kathrin
Wiellowicz.

Darüber hinaus sehen IHKN und DEHOGA großes Potenzial in einer stärkeren Belebung der Innenstädte über den gesamten Tagesverlauf. Ein vielfältiges Zusammenspiel von Handel, Gastgewerbe, Kultur und Veranstaltungen kann dazu beitragen, dass Zentren auch in den Abendstunden genutzt werden. Denn wo öffentliche Räume dauerhaft belebt sind, steige erfahrungsgemäß auch das Sicherheitsgefühl und die Sozialkontrolle, sind sich die Verbände sicher.

„Wir kennen gute Beispiele, wo sich die unterschiedlichen Akteurinnen und Akteure der öffentlichen Hand und der Privatwirtschaft, die ein nachhaltig lebhaftes Interesse an funktionierenden und attraktiven Lagen vereint, zusammengefunden haben, um einen Austausch sicherzustellen und Aktivitäten zu entfalten, die Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit und damit das Wohlempfinden im öffentlichen Raum nach vorne bringen“, hebt DEHOGA-Hauptgeschäftsführer Mark Alexander Krack hervor.

IHKN und DEHOGA appellieren deshalb an Land und Kommunen, Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit dauerhaft als Bestandteil der Innenstadt- und Standortentwicklung zu verankern. „Zentren-SOS ist kein weich gezeichnetes Kampagnenthema, sondern ein wesentlicher Baustein bei der Debatte um die Zukunftsfähigkeit unserer Innenstädte“, so Oppermann abschließend. Das Impulspapier „Zentren-SOS – Sicherheit, Ordnung und Sauberkeit als Standortfaktor für lebendige Innenstädte in Niedersachsen“ ist unter www.ihk-n.de/Zentren-SOS abrufbar.

Die IHK Niedersachsen ist die Landesarbeitsgemeinschaft der IHK Braunschweig, IHK Elbe-Weser, IHK Hannover, IHK LüneburgWolfsburg, Oldenburgischen IHK, IHK Osnabrück - Emsland - Grafschaft Bentheim sowie IHK für Ostfriesland und Papenburg. Sie
vertritt mehr als 530.000 gewerbliche Unternehmen gegenüber Politik und Verwaltung.

Redakteur:

Axel-Holger Haase aus Buchholz

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