Umweltfreundliche Biogasanlage setzt sich gegen Vorbehalte erfolgreich durch
Erneuerbare Energie made in Apensen

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sla. Apensen. Das Interesse an erneuerbaren Energiequellen wird weltweit immer stärker. Daher wächst auch die Nachfrage nach Biogas als klimaneutrale Alternative zu Erdgas. Als eine der ersten Anlagen in Deutschland speist die Biogasanlage zwischen Apensen und Grundoldendorf seit 2012 Biogas in das Erdgasnetz und liefert umweltfreundlichen Strom.

Inzwischen gibt es hierzulande 30 Anlagen dieser Art. In Apensen werden für die Biogas-Erzeugung ausschließlich nachwachsende Rohstoffe wie Mais und Getreide verwendet. Eine sogenannte "Vermaisung", also Monokultur der Felder, die Skeptiker häufig als Argument gegen Biogasanlagen anführen, würde es in Apensen nicht geben, sagt Sven Plorin, Geschäftsführer der Bioenergie Geest GmbH. Er verweist auf die umliegenden Äcker mit Kartoffelpflanzen, Mais, Grünroggen und anderen Getreidesorten. Es sei der optimale Standort, so Plorin. Acht Hektar Grundfläche, davon viereinhalb Hektar bebaut, außerhalb der Ortschaft, direkt an dem Windkraftpark mit Anbindung an die Landstraße.

Anbau von Energiepflanzen sichert das Überleben

28 Landwirte aus Apensen und Umgebung liefern für die Biogasanlage von ihren Feldern Getreide und Mais. Der Anbau von Energiepflanzen sichert ihnen das Überleben. Denn allein mit der Nahrungsmittelproduktion könnten sie mit ausländischen Dumping-Produkten nicht konkurrieren. Über einen der Landwirte, der Plorin 2011 ansprach "Wir haben da eine Idee", wurde dieser schließlich Chef der Biogasanlage. Nach Ausbildung zum Chemielaboranten und anschließend zum Kaufmann leitete Plorin zuletzt 25 Jahre einen Stahlbaukonzern. Doch als er aufgrund der Konjunkturlage immer mehr Leute entlassen musste, machte ihm sein Job keinen Spaß mehr. Damals hatte er null Ahnung von Landwirtschaft - heute möchte er seinen Posten in der Biogasanlage nicht mehr tauschen.

Anlage läuft rund um die Uhr

Die große "Fütterungsanlage" der viereinhalb Hektar großen Anlage läuft rund um die Uhr. Jede halbe Stunde werden die Rohstoffe eingefüttert und mit aktivem Substrat zu Brei verarbeitet. Der Brei läuft in zwei der insgesamt sechs riesigen Behälter mit je rund 66 Tonnen Fassungsvermögen, die mit ihren grünen Runddächern schon aus der Ferne nicht zu übersehen sind. Zwei der Behälter dienen zur Fermentierung, drei andere als Gärproduktlager. Bei dem Gärungsprozess werden die organischen Stoffe in feuchter, warmer Umgebung und unter Luftabschluss mikrobiologisch abgebaut, ein kontrollierter Zersetzungs- beziehungsweise Gärungsprozess, der die organische Biomasse hauptsächlich in Wasser, Kohlendioxid und Methan umwandelt. Endprodukt ist das brennbare Biogas.

Die gesamte Anlage läuft vollautomatisch. Sven Plorin und zwei Mitarbeiter übernehmen die Kontrolle. Störungen werden direkt auf ihr Mobiltelefon geleitet. Hinter etlichen Schaltkästen verbirgt sich die Elektronik, die nicht nur Fehlermeldungen übermittelt, sondern unter anderem auch die Dokumentation übernimmt und die Videoüberwachung.

Laborüberprüfung

Ständig werden die Rohstoffe in einem eigenen kleinen Labor überprüft. Und auch produziertes Gas wird vor Ort einer Gasanalyse unterzogen. Alle Daten werden täglich registriert und ausgewertet. Neben den sechs großen Behältern mit den grünen Dächern aus Plane steht ein Kraftwerk mit einem enormen Motor, in dem das Gas letztlich in das Erdgasnetz und der gewonnene Strom in das Stromnetz eingespeist werden. Der Biokreislauf schließt sich, da der geruchsneutrale Abfall der Gärmasse von den Bauern wieder auf deren Feldern als Dünger eingesetzt wird.

Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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