Für Buxtehuder Frauen im Einsatz: Uschi Reinke

Als ehemalige Gleichstellungsbeauftragte weiß Uschi Reinke, welche Unterstützungsleistungen Frauen und Familien in Buxtehude brauchen
  • Als ehemalige Gleichstellungsbeauftragte weiß Uschi Reinke, welche Unterstützungsleistungen Frauen und Familien in Buxtehude brauchen
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Als Gleichstellungsbeauftragte hat sich Ursula Reinke (67) 23 Jahre in Buxtehude dafür eingesetzt, dass Frauen Familie und Beruf unter einen Hut bekommen. Auf ihre Initiative hin wurde u.a. im Jahr 2001 der Kindergarten für Betriebe mit bedarfsgerechten Betreuungszeiten gegründet und vor ca. zehn Jahren der deutsch-ausländische Frauentreff „Willkommen“ und die Buxtehuder Baby-Begrüßung ins Leben gerufen. Statt sich jetzt zur Ruhe zu setzen und ihren Hobbys wie der Malerei nachzugehen, engagiert sich Uschi Reinke in diversen Ehrenämtern und berät professionell Unternehmen, wie sie Arbeitsplätze familienfreundlich einrichten können (www.fit-fuer-familien.de). Was die rüstige Renterin antreibt, wollte das WOCHENBLATT von Uschi Reinke wissen.

WOCHENBLATT: Ist das Leben als Rentnerin langweilig?

Reinke: Nein gar nicht, aber ich habe als Gleichstellungsbeauftragte immer sehr eng mit der Wirtschaft zusammengearbeitet. Jetzt möchte ich meine Erfahrungen rund um familienfreundliche Arbeitsplätze gerne an Betriebe weitergeben und passgenaue Lösungsvorschläge anbieten.

WOCHENBLATT: Sie engagieren sich zudem als Vorsitzende in dem Verein „Willkommen“.

Reinke: Ja, das war ursprünglich ein deutsch-ausländischer Frauen-Treff, der heute die SOS-Stelle „Geben und Nehmen“ führt. Dorthin können sich Familien wenden, wenn sie spontan Hilfe im Haushalt, bei der Kinderbetreuung oder ähnlichem brauchen. Für die ausländischen Frauen ist es eine gute Möglichkeit, Kontakte zu knüpfen und Anerkennung zu erhalten.

WOCHENBLATT: Auch junge Mütter erhalten Unterstützung.

Reinke: Ja, für sie gibt es die Buxtehuder Baby-Begrüßung. Viele Frauen fühlen sich in den ersten Wochen nach der Geburt überfordert, besonders wenn sie fremd in Buxtehude sind und niemanden kennen. Daher finanziert die Stadt Buxtehude jeder Mutter zwölf Stunden Betreuung, danach zahlen die Familien vier Euro Aufwandsentschädigung.

WOCHENBLATT: Den Buxtehuderinnen scheint es richtig gut zu gehen. Brauchen sie überhaupt noch die Unterstützung einer Gleichstellungsbeauftragten?
Reinke: Aber sicher. Solange Frauen in ganz Deutschland in Führungspositionen deutlich unterpräsentiert sind und solange sie für die gleiche Leistung im Durchschnitt 22 Prozent weniger verdienen als Männer, brauchen wir Gleichstellungsbeauftragte, die sich für uns einsetzen.

WOCHENBLATT: Und wie sieht es in Buxtehude aus? Herrscht hier noch Beratungsbedarf?

Reinke: Ebenfalls ja. Denn viele Themen werden erst im Gespräch mit Frauen deutlich. Ich bin z.B. erst als Gleichstellungsbeauftragte darauf gestoßen, welche Probleme berufstätige Frauen mit der Kinderbetreuung haben. Darauf hin haben wir den Kindergarten für Betriebe ins Leben gerufen. Auch dass das Thema Missbrauch hier eine Rolle spielte, erfuhr ich nur durch persönliche Gespräche. Zuerst musste ich betroffene Frauen noch zu einer Beratungsstelle nach Hamburg schicken. Dann wurde hier die Beratungsstelle Lichtblick eingerichtet. (Anm.d. Redaktion: Uschi Reinke ist stellvertretende Vorsitzende von Lichtblick) Ähnlich sieht es mit dem Thema häuslicher Gewalt aus. Die meisten betroffenen Frauen scheuen sich, offen über ihre Probleme zu sprechen.

WOCHENBLATT: Aber zur Gleichstellungsbeauftragten kommen sie damit?

Reinke: Wir sind die erste Anlaufstelle. Anfang der 90er haben wir ein Netzwerk gegründet und auch die Polizei ins Boot geholt. Es wurden Frauenhäuser gebaut und BIS-Stellen eingerichtet.

Mehr über Buxtehude lesen Sie im aktuellen Buxtehude-Magazin online unter http://www.kreiszeitung-wochenblatt.de/magazine

Autor:

Nicola Dultz-Klüver aus Buxtehude

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