Die Tafel Buxtehude
Lebensmittelspenden sind immer willkommen
- Elisabeth Freunde (61, v.l.) Michael Postel (64) und Arno Weller (69) von der Buxtehuder Tafel.
- hochgeladen von Stefanie Schimanski
Die Belastung der Tafeln hat in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. "Während früher in zwei Stunden etwa 15 Familien versorgt wurden, sind es heute in Extremfällen bis zu 48 Familien in derselben Zeit", berichtet Elisabeth Freunde, stellvertretende Leitung der Buxtehuder Tafel. "Bundesweit sind mehr als 60 Prozent der 974 Tafeln bereits gezwungen, einen Aufnahme-Stopp zu verhängen, da nicht genügend Lebensmittel vorhanden sind. Andere Tafeln mussten sogar schließen, entweder aus finanziellen Gründen oder wegen fehlender Ehrenamtlicher."
"Die Tafel ist für mich eine große Unterstützung"
Einer der Kunden ist Max (20) aus Buxtehude. Er ist vor drei Jahren aus der Ukraine in die Estestadt gekommen. "In unserem Leben passieren manchmal schwierige Situationen, man muss stark sein", sagt er . Mittlerweile steht er kurz vor dem Abschluss des B2- Sprachkurses. Max schaut nach vorn, möchte gerne Fachinformatiker oder IT Ingeneur werden.
"Lebensmittel sind einfach teuer geworden", so eine weitere Kundin. Das bestätigt auch eine weitere Kundin: "Endlich habe ich es geschafft, von Drogen und Alkohol wegzukommen, nun muss ich von meinen Schulden runter. Die Tafel ist für mich eine große Unterstützung."
115 Ehrenamtliche im Dienst
Die Buxtehuder Tafel wird ehrenamtlich betrieben. Arno Weller ist der aktuelle Leiter und seit ist seit neun Monaten im Amt. Träger ist die St.-Petri-Kirche, über deren Kirchenbüro auch Spendenbescheinigungen ausgestellt werden.
Insgesamt engagieren sich 115 Ehrenamtliche bei der Tafel. Sie betreuen rund 1.000 Kundinnen und Kunden aus etwa 400 Haushalten, darunter 416 Kinder, davon rund 350 unter 14 Jahren. Die Mindestarbeitszeit für Ehrenamtliche beträgt etwa 2,5 Stunden, Fahrer sollten ab 7.30 Uhr etwa 5,5 Stunden einplanen. Derzeit sind 20 Fahrer im Einsatz, ideal wären drei weitere , feste Kräfte, sowie eine Warteliste von Interessierten "so Michael Postel, Leiter der Fahrdienste. Die Tätigkeit ist körperlich fordernd, aber gut organisiert und zeitlich klar begrenzt. Besonders erwünscht sind daher auch jüngere, kräftige Ehrenamtliche für den Fahrdienst.
Die Ausgabe der Lebensmittel findet von Montag bis Donnerstag jeweils ab 14 Uhr statt. Etwa zwei Tonnen Lebensmittel werden regelmäßig per Hand aus den Fahrzeugen entladen, sortiert und im Obstraum, Gemüseraum, Kühlraum, Brotregal und Lager für haltbare Lebensmittel verteilt.
"Alle Mitarbeitenden sind hygienegeschult. Die Vorgaben des Gesundheitsamtes zur Lagerung und zum Umgang mit Lebensmitteln werden streng eingehalten" so Weller.
Spenden sind jederzeit erwünscht
Die Tafel ist vollständig auf Spenden angewiesen. Für den laufenden Betrieb werden jährlich etwa 20.000 Euro benötigt. Der Kauf von Lebensmitteln ist ausdrücklich untersagt, weshalb haltbare Lebensmittel wie H- Milch, Öl, Zucker und Konserven dringend benötigt werden.
Diese sind oft nicht ausreichend vorhanden, helfen aber enorm, Versorgungslücken auszugleichen. Auch private Spenden spielen eine zunehmend wichtige Rolle, da Discounter ihre Waren zunehmend effizienter kalkulieren und weniger Überschüsse anfallen. "Über Lebensmittelspenden freuen wir uns immer" so Weller.
Bedürftige Rentner können gerne kommen
Die Kundinnen und Kunden sind registriert und werden über ein rotierendes Einlasssystem fair berücksichtigt. Für die Lebensmittel wird ein symbolischer Beitrag von 1 bis 3 Euro erhoben. Ein besonderes Augenmerk gilt bedürftigen Rentnern und Rentnerinnen. "Bedürftige Rentner können gerne kommen. Leider ist der Einkauf bei der Tafel immer noch sehr schambesetzt", erzählt Weller. Um diese Hürde zu senken, wurde in Buxtehude der Mittwoch als ein spezieller Rentnertag eingerichtet. Sie müssen für die Registrierung keinen Einkommensnachweis erbringen; das Vorzeigen der Rentnerkarte genügt. Für alle anderen Kunden ist ein aktueller Bescheid erforderlich.
Die Registrierungszeit ist Mittwochs von 14 bis 15 Uhr. Zusätzliche Gestaltungsspielräume eröffnen sich, wenn wenn finanzielle Mittel verbleiben: entweder Schwimmkurse für Kinder oder Weihnachtsgeschenke, die Familien gezielt entlasten und Freude schenken.
Insgesamt erleben die Ehrenamtlichen der Tafel die Buxtehuder Bevölkerung als ausgesprochen hilfsbereit und danken ausdrücklich für die vielfältige Unterstützung. Nur durch diese Unterstützung kann das Fortbestehen der Tafel auch in Zukunft verlässlich gewährleistet werden.
Redakteur:Stefanie Schimanski aus Buxtehude |
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