Verkehrswacht Buxtehude
Nur sechs Kinder beim Fahrradwettbewerb
- Philipp Brockmann (10) beim Parcours
- Foto: sts
- hochgeladen von Stefanie Schimanski
Von rund sechshundert Viertklässlern in Buxtehude haben sich gerade einmal sechs Kinder für den Fahrradwettbewerb "Meister auf zwei Räder" der Verkehrswacht angemeldet. Eine Zahl, die aufhorchen lässt.
„Die Anzahl der teilnehmenden Kinder hat sich in den vergangenen Jahren drastisch verringert", sagt der ehemalige Polizist Siegfried Häußler, Geschäftsführer der Verkehrswacht Buxtehude e. V. Seine Vermutung: Die Eltern haben heute weniger Zeit, ihre Kinder zu begleiten bzw. deren Teilnahme zu organisieren. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern organisierte Häusler kürzlich einen Wettbewerb auf dem Schulhof der Grundschule Rotkäppchenweg. Dieser diente als Vorbereitung auf das Finale mit der Partnerstadt Ribnitz Dammgarten, das von Freitag, 19. Juni, bis Sonntag, 21. Juni, in Ribnitz-Dammgarten stattfindet.
Der Parcours, den die Kinder absolvierten, stellte Anforderungen, die weit über das reine Radfahren hinausgehen. Neben Geschicklichkeit und Tempo waren vor allem Aufmerksamkeit und Wahrnehmung gefragt. So mussten die Kinder etwa während eines Spurwechsels aus dem Augenwinkel eine Zahl erkennen und laut benennen. Übungen wie diese schärfen die Sinne und fördern das Reaktionsvermögen.
Dass genau diese Fähigkeiten immer wichtiger werden, betont Bernd Irmer, erster Vorsitzender, der Verkehrswacht: „Es ist gefährlicher geworden auf den Straßen, da der Verkehr insgesamt zugenommen hat und viele Autofahrer rücksichtsloser fahren. Wichtig ist auch, dass sich die Eltern die Räder der Kinder anschauen, dass diese straßentauglich sind. Außerdem ist es wichtig, dass die Eltern mit den Kindern bereits im Vorschulalter regelmäßig Radfahren und mit ihnen üben. Die Sinne müssen geschult werden.“
Neben der Verkehrssicherheit geht es zudem um gesundheitliche Aspekte: Die Physiotherapeutin Annelena Brockmann. selbst Mutter eines teilnehmenden Kindes, beobachtet zunehmend körperliche Veränderungen schon in jungen Jahren: „Viele Kinder entwickeln Haltungsschäden, weil sie sich weniger bewegen und mehr sitzen. Die Motorik hat insgesamt nachgelassen. Mehr Bewegung im Alltag und auch im Unterricht wäre wichtig, zum Beispiel durch kleine Übungen zwischendurch wie ein paar Hampelmänner.“
Für die sechs Kinder, die jetzt in Buxtehude am Wettbewerb teilgenommen haben und mit zur Partnerstadt fahren wollen, ist die Fahrt übrigens kostenfrei. Sie werden begleitet von einem langjährigen Betreuer der Verkehrswacht sowie von Alina Menne, die seit April vergangenen Jahres das Freizeithaus Buxtehude leitet. Übernachtet wird in einer Jugendherberge, dazu gehören meist ein gemeinsamer Grillabend und ein weiterer Ausflug.
Redakteur:Stefanie Schimanski aus Buxtehude |
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