Ausschuss macht Weg frei
Islamisches Gräberfeld in Buxtehude
- Niels Großkreutz, Erkan Dündar, Clemens Ultsch, Bente Rosebrock und Lars Niebuhr setzen sich gemeinsam für islamische Gräber in Buxtehude ein
- Foto: SPD OV Buxtehude/Dündar/Ultsch/ B90/Die Grünen - OV Buxtehude-Apensen
- hochgeladen von Nicola Dultz
In Buxtehude könnte künftig eine Bestattung nach islamischen Glaubensgrundsätzen möglich sein. Der Betriebsausschuss hat sich mit der Einrichtung islamischer Gräberfelder beschäftigt und dem Vorhaben den Weg für die weitere politische Beratung geebnet. Die endgültige Entscheidung soll der Rat der Hansestadt Buxtehude am Montag, 5. Oktober, treffen.
Hinter der Initiative stehen SPD, Bündnis 90/Die Grünen und Die Linke. Bereits vor der Ausschusssitzung hatte das WOCHENBLATT über den gemeinsamen Antrag berichtet. Dieser sieht vor, auf dem Waldfriedhof kurzfristig ein islamisches Gräberfeld einzurichten.
Nach Angaben von SPD, Grünen und Linken fand das Vorhaben in der Sitzung des Betriebsausschusses am 29. September breite Unterstützung. Die CDU-Fraktion habe dagegen gestimmt.
Bestattungen nach islamischen Traditionen in Buxtehude
Hintergrund des Vorhabens ist der Wunsch, muslimischen Buxtehudern eine Bestattung in ihrer Heimatstadt nach ihren religiösen Traditionen zu ermöglichen. Viele muslimische Familien leben nach Darstellung der Antragsteller bereits seit mehreren Generationen in Buxtehude.
Niels Großkreutz (SPD) bezeichnet die geplante Möglichkeit deshalb als Zeichen der Zugehörigkeit zur Stadt. Menschen, die in Buxtehude lebten und sich der Stadt verbunden fühlten, sollten demnach auch vor Ort würdevoll und entsprechend ihrer religiösen Traditionen bestattet werden können.
Auch Lars Niebuhr von Bündnis 90/Die Grünen sieht darin nach Angaben der drei Parteien ein Bekenntnis zur religiösen Vielfalt in Buxtehude. Bente Rosebrock von den Grünen dankte zugleich den Verantwortlichen der Städtischen Betriebe für die Vorbereitungen.
Initiative für islamische Bestattungen kam von Clemens Ultsch
Clemens Ultsch (Die Linke) hatte das Thema ursprünglich mit einer Anfrage an die Verwaltung angestoßen. Er bezeichnet die Bestattungsmöglichkeit für Menschen muslimischen Glaubens als persönliches „Herzensanliegen“ und begrüßt, dass der gemeinsame Antrag im Ausschuss eine Mehrheit gefunden habe.
Auch aus der Islamischen Gemeinde Buxtehude kommt Zustimmung. Erkan Dündar verweist darauf, dass muslimisches Leben seit Jahrzehnten zu Buxtehude gehöre. Die Möglichkeit einer Bestattung vor Ort bedeute für viele Menschen, auch nach dem Tod mit ihrer Heimatstadt verbunden bleiben zu können.
Gräber sollen nach Mekka ausgerichtet werden können
Nun geht es auch um die konkrete Ausgestaltung eines möglichen islamischen Gräberfeldes. Nach Angaben der Antragsteller sollen dabei religiöse Anforderungen berücksichtigt und mit den geltenden Regelungen des Friedhofs in Einklang gebracht werden.
Dazu gehört beispielsweise die Ausrichtung der Gräber in Richtung Mekka. Geprüft beziehungsweise ausgearbeitet werden soll zudem die Möglichkeit einer sarglosen Bestattung im Leichentuch im Rahmen der geltenden Friedhofssatzung.
Stadtrat entscheidet am 5. Oktober
Das letzte Wort hat der Rat der Hansestadt Buxtehude am Montag, 5. Oktober, 19 Uhr im Stadthaus. Die Sitzung ist öffentlich.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
|
| Webseite von Nicola Dultz | |
| Nicola Dultz auf Facebook | |
| Nicola Dultz auf Instagram | |
| Nicola Dultz auf YouTube | |
Sie möchten kommentieren?
Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.