Streit im Buxtehuder Rat: "Ich lasse mich nicht als Lügner bezeichnen"

Der historische Ratssaal war die Kulisse von politischen Scharmützeln vor der Kommunalwahl
  • Der historische Ratssaal war die Kulisse von politischen Scharmützeln vor der Kommunalwahl
  • Foto: tk
  • hochgeladen von Tom Kreib

Denk- oder merkwürdig? Letzte Buxtehuder Ratssitzung vor der Kommunalwahl

Buxtehude. Diesen Artikel dürfte es eigentlich nicht geben. Denn: Wäre die Presse nicht dabei gewesen, die Buxtehuder Ratssitzung am vergangenen Dienstag wäre nach spätestens 30 Minuten beendet gewesen. So dauert sie länger. Anders ausgedrückt: Gut, dass am Sonntag, 11. September, endlich die Kommunalwahl ist und das politische Schaulaufen einschließlich aller Fensterreden auf das Normalmaß schrumpft. Meine subjektive Einschätzung einer je nach Sichtweise denk- oder merkwürdigen Ratssitzung.

Es begann mit einem klassischen Eigentor der Grünen; Jörg Jennrich, auf Listenplatz 13 der Grünen, kritisierte als Bürger während der Fragestunde die Behandlung des Viver-Schlamms im Jahr 2013 (das WOCHENBLATT berichtete). Eine Anfrage der Grünen dazu wurde später diskutiert.

Seine Attacke: "Wenn Sie die Ehrlichkeit in einer Angelegenheit opfern müssten, um den in Ihrer Verwaltung sicherlich herrschenden Korpsgeist nicht zu beschädigen, wie würden sie sich verhalten? Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt; "Frechheit, was Sie sich leisten." Jennrich setzte nach sprach von Lügen. Er ist überzeugt, dass der Schlamm gefährliche Schadstoffe enthielt. Was Eckhard Dittmer als Stadtwerke-Vertreter zurückwies. Später, beim offiziellen Tagesordnungspunkt Schlamm, wurde Helmut Knoefel (SPD) richtig sauer: "Ich lasse mich nicht als Lügner bezeichnen. Ich werde Maßnahmen ergreifen."

Nicht ohne unfreiwillige Komik war ein Geplänkel, das Alexander Krause (CDU) anstimmte. Jennrich und die Grünen würden den Rat als Wahlkampfbühne missbrauchen. Die Grünen nutzen Vorwürfe und persönliche Angriffe mit System. "Und nichts steht dahinter", polterte Krause. Wahlkampf eben. Die Grünen waren offenbar erschöpft, weil sie vorher so viele Tagesordnungspunkte kritisiert hatten. Keine Replik.

Sie hatten zuvor den einen oder anderen Antrag, etwa außerplanmäßige Summen für die Museumserweiterung abgelehnt. Zu dürftig sei das Konzept fürs Museum, zu unklar das gesamte Finanzvolumen. Was wiederum SPD und CDU auf den Plan rief. Das könne doch nur jemand sagen, der die Vorlagen nicht lese.

Ein Wunder, das überhaupt Beschlüsse gefasst wurden. Wobei sich dabei einmal mehr zeigte: In Buxtehude funktioniert vor allem die große Koalition aus SPD und CDU. Spannende Frage: Wie wird sich der nächste Rat verändern? Rechnerisch hätten heute SPD, Grüne, BBG/FWG und FDP eine statte Mehrheit. Doch Rot und Grün passen an der Este offenbar überhaupt nicht zusammen.

Tom Kreib

Autor:

Tom Kreib aus Buxtehude

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Panorama

Für den 10. April 2021
Corona-Zahlen im Landkreis Harburg

(bim). Am Samstag, 10. April, meldete der Landkreis Harburg keinen weiteren Corona-Toten. Es gab 266 aktive Fälle (-8) und eine Inzidenz von 66,03, am Freitag lag der Inzidenzwert noch bei 55,81. Seit Ausbruch der Pandemie wurden 5.589 (+40) Corona-Fälle im Landkreis gemeldet, davon sind bislang 5.226 (+48) wieder genesen. 553 Personen befinden sich in Quarantäne, davon 266 positiv Getestete. Sechs Menschen werden auf Intensivstationen beatmet. Die aktuellen Corona-Zahlen in den einzelnen...

Panorama
Wohl auch aufgrund weniger Tests sinkt der Inzidenzwert im Landkreis Harburg. Wie sich die Inzidenz tatsächlich entwickelt, wird man laut RKI-Präsident Lothar Wieler erst Mitte nächster Woche sehen können

9. April: Die Corona-Zahlen im Landkreis Harburg
RKI-Präsident Wieler hält die Fallzahlen nach Ostern für nicht zuverlässig

(sv). Lothar Wieler, Präsident der Robert Koch-Instituts (RKI), mahnte in einer Pressekonferenz mit Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am heutigen Freitag, 9. April, die aktuellen Corona-Zahlen mit Vorsicht zu genießen. Durch weniger Arztbesuche und die Verzögerung von Tests und Meldungen über Ostern rechne das RKI erst ab Mitte kommender Woche wieder mit verlässlicheren Daten zur Corona-Pandemie. "Die Fallzahlen und auch die Sieben-Tage-Inzidenzen sind im Moment nicht so zuverlässig, wie wir...

Politik
Hier werden Snacks hergestellt: Ministerpräsident Stephan Weil (li.) und "Paradise Fruits"-Geschäftsführer Kurt Jahncke in der Produktionshalle des Drochterser Familienunternehmens

Politiker zu Gast
Ministerpräsident Stephan Weil besucht Unternehmen in Drochtersen

jab. Drochtersen. Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) besuchte am Freitag den Bundestagswahlkreis Cuxhaven-Stade II. Dabei machte er unter anderem beim Hersteller für gefriergetrocknetes Obst und Gemüse "Paradise Fruits" in Drochtersen Halt. In dem familiengeführten Unternehmen ließ der Politiker sich nicht nur die Produktionsstätte sowie die dort hergestellten Snacks zeigen. Er informierte sich auch über die besonderen Vorkehrungen, die das Unternehmen aufgrund der...

Panorama
Mit der Fotografie fing er an, nun dreht er auch Hochzeits- und Businessfilme, fertigte unter anderem einen Imagefilm für die Stadt Buchholz an und übertrug einen Livestream für die Buchholzer Wirtschaftsrunde aus dem Impfzentrum
6 Bilder

WOCHENBLATT-Serie Traumberufe:
Markus Höfemann ist leidenschaftlicher Fotograf und Ingenieur

sv. Buchholz. Markus Höfemann hat seinen Traumberuf zu seinem zweiten Standbein gemacht: Die eine Hälfte seiner Zeit arbeitet er als Teilzeit-Ingenieur bei der Deutschen Bahn, den Rest der Woche begleitet er Brautpaare mit seiner Kamera an ihrem großen Tag und präsentiert Unternehmen in authentischen Businessfilmen. Vor Kurzem drehte er z.B. einen Imagefilm für die Stadt Buchholz. "Diese immense Wertschätzung gibt dir kein anderer Job der Welt", schwärmt Markus Höfemann. "Der Moment flasht...

Panorama
Ein Hinweisschild - wie auf dieser Fotomontage - könnte bereits am Eingangstor des Impfzentrums für Klarheit sorgen

Stader Impfzentrum: "Heute nur AstraZeneca im Angebot"
Impfen ist kein Wunschkonzert: Wer umstrittenen Impfstoff nicht will, muss wieder gehen

jd. Stade. "Hier gibt es nur Astra": Hängt solch ein Schild an einer Kneipe, dann weiß jeder Gast, dass nur diese eine Biersorte im Ausschank ist. Ähnlich wie ein Kneipenwirt würde auch Nicole Streitz, Leiterin des Stader Impfzentrums, es gern handhaben. Am Eingang des Impfzentrums könnte dann der Hinweis stehen: "Heute nur AstraZeneca." Damit würde sie sich und ihren Mitarbeitern möglicherweise viel Ärger ersparen, meint Streitz. "Wer draußen das Schild liest und nicht mit AstraZeneca geimpft...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen