ADAC Cyclassics 2026
Buxtehude freut sich über Imagegewinn – Kritik im Landkreis Harburg
- Das Radrennen ADAC Cyclassics führt durch die Landkreise Stade und Harburg
- Foto: U. J. Alexander/ Adobe Stock
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Weltklasse-Radsport vor dem Historischen Rathaus, tausende Hobbyfahrer auf den Straßen und gleichzeitig ein volles Weinfest in der Altstadt: Wenn am Sonntag, 16. August, die ADAC Cyclassics erneut in Buxtehude starten, blickt die Hansestadt mit großer Vorfreude auf das Ereignis. Im Landkreis Harburg fällt die Bewertung dagegen deutlich kritischer aus.
Zum zweiten Mal in Folge ist Buxtehude Startort des Profirennens. 161 Fahrer aus 23 Teams werden erwartet. Für die Hansestadt ist das weit mehr als ein sportlicher Höhepunkt.
Buxtehude setzt auf bundesweite Aufmerksamkeit
Nach Einschätzung der Hansestadt liegt der größte Gewinn vor allem in der überregionalen Sichtbarkeit. Bereits die Premiere 2025 brachte Buxtehude viel Aufmerksamkeit in klassischen Medien und sozialen Netzwerken. Die Cyclassics-Beiträge gehörten zu den reichweitenstärksten Inhalten der städtischen Kanäle, das Aftermovie kam nach Angaben der Stadt auf rund 19.000 Aufrufe.
Dass die Cyclassics 2026 erneut in Buxtehude starten, wertet die Stadt zugleich als Bestätigung der gelungenen Premiere.
„Wir freuen uns sehr, die ADAC Cyclassics erneut in Buxtehude begrüßen zu dürfen. Der Start zählt zu den sportlichen Höhepunkten des Jahres und ist zugleich ein großes Fest mit besonderer Atmosphäre“, sagt Bürgermeisterin Katja Oldenburg-Schmidt.
Bilder der internationalen Radsport-Elite vor dem Historischen Rathaus transportieren den Namen Buxtehudes weit über die Region hinaus. Die Stadt präsentiert sich damit als sportlicher, gastfreundlicher und veranstaltungserfahrener Standort.
Buxtehuder Altstadtverein: Weinfest profitiert von den Radsportfans
Auch in der Innenstadt ist der Effekt zu spüren. Parallel zu den Cyclassics findet das Buxtehuder Weinfest statt.
Ulrich Wiegel vom Altstadtverein sieht darin eine ideale Kombination: „Viele Zuschauer bleiben nach dem Start der Profis in Buxtehude und gehen aufs Weinfest. Wir hatten im vergangenen Jahr am Sonntag deutlich mehr Besucher und würden uns freuen, wenn die Cyclassics weiterhin in Buxtehude starten würden.“
Eine genaue wirtschaftliche Bilanz gibt es bislang allerdings nicht. Zusätzliche Restaurantbesuche, Übernachtungen oder Einkäufe lassen sich laut Hansestadt nicht eindeutig den Cyclassics zurechnen, weil gleichzeitig das Weinfest läuft.
Künftig soll eine neue Passantenfrequenzmessung rund um das Rathaus genauere Daten liefern. Nach dem Rennwochenende will die Hansestadt auswerten, wie stark sich die Besucherzahlen durch Großveranstaltungen verändern.
7.000 Hobbyfahrer und Profistart vor dem Rathaus
Bereits vor dem Start der Profis rollen rund 7.000 Hobbyradsportler durch das Buxtehuder Stadtgebiet. Ab 10 Uhr werden die WorldTour-Teams am Historischen Rathaus vorgestellt. Um 11.50 Uhr soll das Profirennen in der Breiten Straße starten.
Die Veranstaltung bringt allerdings auch Straßensperrungen mit sich. In Buxtehude werden diese offenbar stärker als Teil des Gesamtpakets akzeptiert – schließlich profitiert die Stadt selbst unmittelbar von Start, Besuchern und medialer Aufmerksamkeit.
Im Landkreis Harburg überwiegt die Kritik
Anders sieht es im benachbarten Landkreis Harburg aus. Dort erleben viele Einrichtungen und Anwohner die Cyclassics vor allem durch gesperrte Straßen und erschwerte Zufahrten.
Ein Beispiel ist das Freilichtmuseum am Kiekeberg.
Carina Meyer, Kaufmännische Geschäftsführerin des Museums, sagt: „Im vergangenen Jahr hatten wir am Tag der Cyclassics rund 50 Prozent weniger Besuche – und mit ähnlichen Einbußen rechnen wir auch in diesem Jahr.“
Das Problem sei nicht nur die eigentliche Sperrzeit: „Viele Menschen fahren an so einem Tag gar nicht erst los, auch wenn das Museum nur einen halben Tag von den Sperrungen betroffen ist. Ein anderer Streckenverlauf wäre für uns deshalb sehr wünschenswert. Hinzu kommt, dass die vielen Baustellen die Anfahrt derzeit leider ohnehin erschweren.“
Kritik an den Cyclassics hat lange Vorgeschichte
Die Skepsis im Landkreis Harburg ist nicht neu. Als die Cyclassics erstmals durch den Landkreis führten, herrschte vielerorts noch Volksfeststimmung. Doch mit den Jahren nahmen die Beschwerden über Straßensperrungen und Verkehrsbehinderungen zu.
Bereits 2017 berichtete das WOCHENBLATT über wachsenden Unmut. Bürger und Bürgermeister kritisierten damals, dass die Orte entlang der Strecke vor allem die Einschränkungen tragen müssten, während Prestige und wirtschaftlicher Nutzen überwiegend in Hamburg blieben.
Auch die Kreisfeuerwehr zog Konsequenzen. Ehrenamtliche Feuerwehrleute wollten die Streckensicherung für kommerzielle Sportveranstaltungen nicht länger übernehmen. Hintergrund waren unter anderem die hohe Belastung und wiederholte Pöbeleien gegenüber Streckenposten. Daraufhin wurde die lange Hobby-Strecke der Cyclassics ab 2018 aus dem Landkreis Harburg herausgenommen und nach Schleswig-Holstein verlegt. Erst 2025 kehrte die Langdistanz der Hobbyfahrer wieder in den Landkreis Harburg zurück.
Hier gibt es Infos zu den Streckensperrungen am Renntag: https://www.cyclassics-hamburg.de/de/hamburg-cyclassics-verkehrsinfos-2026
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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