Hochschule 21 in Buxtehude
Ingenieurwesen Dual studieren
- Der wissenschaftliche Mitarbeiter Lutz Meinecke (2. v. li.) mit Studenten im Automatisierungslabor Fotos: wd
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Mechatronik, Gebäudetechnik, Robotik und Nachhaltigkeit – an der hochschule 21 (hs21) in Buxtehude verbindet der Fachbereich Technik moderne Ingenieurskunst mit praxisnaher Forschung. Rund 200 Studierende erleben hier täglich, wie Theorie und Praxis ineinandergreifen.
„Pflicht ist die Lehre, die Kür sind die Projekte“, sagt Prof. Dr. Thorsten Hermes, Vizepräsident der hs21 und Leiter des Fachbereichs Technik. Und seine Augen leuchten, wenn er von den Entwicklungen berichtet, an denen seine Studierenden beteiligt sind. Denn in Buxtehude entstehen nicht nur solide Ausbildungsgrundlagen – hier werden Visionen umgesetzt.
Studiengänge mit System und Sinn
Der Technikbereich der hs21 umfasst zwei duale Studiengänge: Ingenieurwesen Mechatronik Dual, seit 2009 im Programm, und Ingenieurwesen Gebäudetechnik Dual, eingeführt 2018. Beide Angebote kombinieren akademische Bildung mit praktischer Erfahrung in Unternehmen – darunter namhafte Partner wie Airbus, aber auch zahlreiche kleine und mittelständische Betriebe aus der Region.
Mechatronik fasziniert dabei durch ihre Interdisziplinarität. „Das Beste aus drei Welten: Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik“, beschreibt Prof. Hermes die Studieninhalte. Für Gebäudetechnik kommt eine vierte Welt hinzu – das Bauingenieurwesen. Das Studium ist stark auf Nachhaltigkeit und moderne Gebäudetechnik ausgerichtet: Energieeffizienz, Lichtsteuerung, smarte Sensorik und Automation für Smart Cities sind hier zentrale Themen.
Von der Theorie zur Praxis – mit preisgekrönten Projekten
Besonders stolz ist Prof. Hermes auf die Projekte, die weit über den Vorlesungssaal hinausreichen. 2013 und 2015 trat die hs21 beim renommierten Spacebot Cup des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) an. Die Aufgabe: Einen Roboter bauen, der auf einem fremden Planeten autonom Bodenproben sammelt und zur Basis zurückbringt. „Das war der Beginn unserer Robotik-Kompetenz“, erinnert sich Hermes.
Aus dem Erfolg entwickelte sich eine langjährige Partnerschaft mit dem Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg. Dort sollte ein autonomer Roboter entwickelt werden, der Strahlung im Teilchenbeschleuniger misst. „2017 waren wir weltweit die Ersten, die einen solchen Roboter im Tunnel fahren ließen“, berichtet Hermes. Das Projekt läuft bis heute – im zehnten Jahr. Inzwischen gibt es an der hs21 sogar einen Nachbau des DESY-Tunnels.
Hightech für die Apfelernte
Ein weiteres Highlight ist das vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geförderte Projekt SAMSON: Gemeinsam mit der TU Hamburg-Harburg und der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) wird ein autonom fahrender Roboter für den Obstanbau entwickelt. Er transportiert schwere Erntekisten, verteilt Wasser und entfernt Beikraut – effizient, bodenschonend und umweltfreundlich.
„Das ist ein echtes Herzensprojekt“, sagt Prof. Hermes. „Es verkörpert unser Leitbild: aus der Region – für die Region.“ Gerade für das Alte Land mit seiner Obstanbaukultur sei diese Forschung von hoher praktischer Relevanz.
Smart City: Quartierskonzepte im Realbetrieb
Im Studiengang Gebäudetechnik entstehen innovative Ideen für zukunftsfähige Städte. So wird in Kooperation mit dem Bauunternehmen Viebrock im Rahmen des Projekts EnQuaFlex ein Smart-City-Konzept getestet: Häuser mit intelligenter Sensorik zur gemeinschaftlichen Energienutzung und flexiblen Steuerung. Die hs21 übernimmt dabei die wissenschaftliche Auswertung – ein Beispiel für anwendungsorientierte Forschung mit direktem Mehrwert.
Beliebt entgegen Bundestrend
Während an vielen Hochschulen die Zahlen in technischen Fächern stagnieren oder sinken, erlebt die hs21 eine positive Entwicklung. „Wir verzeichnen steigende Anmeldezahlen im Bereich Technik – entgegen dem Bundestrend“, freut sich Prof. Hermes.
Viele Absolventen starten nach dem Bachelor direkt in den Beruf – andere setzen ihre akademische Laufbahn mit einem Master an weiteren Hochschulen oder Universitäten fort. „Unsere Ausbildung bietet eine extrem gute Grundlage. Wir geben den Studierenden das Rüstzeug mit, um in verschiedensten technischen Bereichen erfolgreich zu sein", so Prof. Hermes.
Redakteur:Nicola Dultz aus Buxtehude |
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