Seit drei Jahren wird repariert
Repair-Café Harsefeld feiert Jubiläum
- Das Team vom Repair Café Harsefeld freut sich auf ihre Gäste
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Reparieren statt wegschmeißen: Ganz nach diesem Motto funktioniert das Repair-Café in Harsefeld. Gäste können mit ihren kaputten Geräten in die Räumlichkeiten des Familien-Informationszentrums (FIZ), Herrenstraße 25a, kommen. Dort helfen Ehrenamtliche, die Alltagsgeräte wieder flottzumachen – und ein zweites Leben zu geben. Das Repair-Café Harsefeld ist bereits seit drei Jahren im Einsatz gegen das Wegschmeißen sowie für die Nachhaltigkeit und das Miteinander.
Altes und Kaputtes landen auf der Werkbank anstatt im Müll: Radios, Staubsauger, Wanduhren, Lampen, Fahrräder, verschiedene kleine Geräte, Nähmaschinen, Akku- und Netzgeräte und noch vieles mehr finden ihren Weg zu dem Repair-Café. Auch IT-Geräte wie Handys, Smartphones, Notebooks, PCs oder Drucker finden sich auf den Werkbänken der ehrenamtlichen Helfer wieder. "Wir reparieren alles, was man tragen kann", erzählte Thorsten Mäckelmann, Mit-Organisator des Repair-Cafés. Nur weiße Ware wie Waschmaschinen, Geschirrspüler oder auch Kaffeevollautomaten wird nicht zur Reparatur angenommen.
Das Team arbeitet Hand in Hand – auch zusammen mit den Gästen. Denn die Besucher dürfen nicht nur zuschauen, sondern aktiv mithelfen und lernen, selbst zu reparieren. Bevor die Reparatur losgeht, geht es zunächst zur Anmeldung. Nach dem Ausfüllen eines Formulars warten die Gäste, bis ein Werkbank-Platz frei wird. Um die Wartezeit zu überbrücken, verpflegen Angelika Überrück und Kerstin Straub die Besucherinnen und Besucher mit selbst gebackenem Kuchen, Kaffee und anderen Getränken.
Jeden vierten Freitag im Monat von 15 bis 17 Uhr ist das Repair-Café für alle Gäste offen. 16 bis 18 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind pro Termin im Einsatz. Insgesamt engagieren sich 24 Ehrenamtliche beim Repair-Café. Zwei neue Kollegen kommen im April dazu, so Mäckelmann.
Auch neu im Team: Anastasia Elwein kümmert sich seit einigen Monaten beim Repair-Café in ihrem Nähstübchen um kaputte Kleidung, Polster und weitere Textilien. Zudem hilft sie Gästen bei Fragen zum Umgang mit der Nähmaschine.
"Das Café ist eine tolle Umgebung mit tollen Menschen", sagte Stefan Hentschel, Techniker und Helfer im IT-Bereich. Zuerst war er selbst Gast beim Repair Café. Nach der erfolgreichen und lehrreichen Reparatur seines Küchenmixers war das Interesse geweckt – und Hentschel begann, sich im Bereich IT einzubringen.
Wenn eine Reparatur zu lange dauern sollte, dann nehmen die Helfer auch das kaputte Stück mit nach Hause und tüfteln dort weiter. Manchmal geht es allerdings um eine längere Wartezeit nicht Drumherum: Ersatzteile müssen die Gäste selbst besorgen und dann beim nächsten Reparatur-Termin mitbringen. "Wir zeigen ihnen, was sie brauchen", sagte Mäckelmann. Falls eine Reparatur doch zu aufwändig sein sollte, verweist das Repair-Café auf umliegende Geschäfte und Elektriker vor Ort.
Weitere Besonderheit: Das Repair-Café Harsefeld ist das einzige im Landkreis mit einer Lernwerkstatt für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene. Für Kinder haben sie sogar besonderes Werkzeug vor Ort, sodass der Nachwuchs ohne Probleme mithelfen und lernen kann. Denn: Es ist gut, wenn man reparieren kann, sind sich die Ehrenamtlichen einig. Die Lernwerkstatt ist offen für Interessierte. Einer von ihnen ist Torben Wewers. Der 21-jährige Harsefelder guckt sich die unterschiedlichen Reparaturen von den Ehrenamtlichen an, lernt und hilft ihnen dabei, zum Beispiel bei Holz- und Tischlerarbeiten. "Er macht das total toll", freute sich Mäckelmann. Die Ehrenamtlichen freuen sich, ihr Wissen an die nächste Generation weiterzugeben.
Redakteur:Saskia Corleis |
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