Entwurf der sechsgeschossigen Ferienwohnanlage in Grünendeich wird überarbeitet
Kein Ballermann am Elbdeich

Erste Skizze: Für die Planung des Hotelneubaus in Grünendeich gab es von Ratsmitgliedern und Anwohnern herbe Kritik
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  • Foto: JL Ingenieure
  • hochgeladen von Susanne Laudien

sla. Grünendeich. Die Pläne zu einem Hotelneubau am Elbdeich auf dem Grundstück des Anfang des Jahres abgerissenen Hotel Cohrs wollen die Altländer grundsätzlich unterstützen. Im Vorfeld sprachen sich Tourismusverband und -verein für einen Hotelneubau mit Ferienappartements aus, da es zahlreiche Touristen gibt, die in Hamburg, Buxtehude oder Stade übernachten. Doch gegen den ersten Entwurf einer Ferienwohnanlage mit Hotel gingen Politik, Nachbarn sowie der Welterbeverein auf die Barrikaden. Das Erscheinungsbild muss daher grundlegend überarbeitet werden.
"Während der letzten Sitzung hatte der Rat in Abstimmung mit den Planern beschlossen, den ersten Entwurf nicht auszulegen, damit zunächst Änderungswünsche und -anregungen eingearbeitet werden können", sagt Grünendeichs Bürgermeisterin Inge Massow-Oltermann (FWG). Außerdem gab es den einstimmigen Beschluss, den mobilen Gestaltungsbeirat des „Forums BauKulturLand zwischen Elbe und Weser e.V.“ in die weitere Planung einzubeziehen. Es solle gemeinsam ein Entwurf erarbeitet werden, der möglichst alle Beteiligten zufrieden stellt und der dann in die öffentliche Auslegung gehen kann, erläutert die Bürgermeisterin auf WOCHENBLATT-Nachfrage.
Die Investoren wollten ursprünglich in einem sechsgeschossigen Hauptgebäude zwölf Hotelzimmer und 42 Appartements für Dauer- und Freizeitwohnen schaffen. Der erste Entwurf des Planungsbüros JL Ingenieure aus Großenwörden sah außerdem 58 Parkplätze in einem offenen Bereich unter dem Gebäudekörper vor. Im vorgelagerten Bereich sollte an der Hauptzufahrt (K 39) in einer eingeschossigen Modulbauweise die Rezeption mit Frühstücks- und Fitnessbereich, Imbiss mit Terrasse am Brack errichtet werden. Das geplante Empfangsgebäude der Ferienresidenz sollte innerhalb der 50-Meter-Bauverbotszone hinter dem Deich liegen. Das Brack, das in der Katharinenflut von 1685 entstanden ist, sollte ökologisch aufgewertet werden.
Für das Hauptgebäude war eine Höhe von 18,50 Meter (20,09 Meter über Normalhöhennull NHN) geplant, das damit um ein Drittel höher als das alte Hotel Cohrs gewesen wäre. Ein kleines 20-Zimmer-Hotel würde sich nicht rechnen, argumentierten die Planer.
Von den Bürgern kam zu dem ersten Entwurf massive Kritik - mit Begriffen wie Ballermann oder Parkhaus-Architektur und Massentourismus. Von einem Klotz sprach CDU-Ratsherr Johann Frese. Auch Kerstin Hintz, Vorsitzende des Welterbevereins Altes Land, zeigte sich entsetzt: Bauten wie diese passten einfach nicht in die Kulturlandschaft und wären ein Totschlagargument beim geplanten neuen Anlauf der Altländer, in das UNESCO-Welterbe aufgenommen zu werden. Sie forderte die Investoren auf, einen neuen Entwurf im Geiste der Altländer Baukultur vorzulegen. Dafür sprach sich auch die Politik fraktionsübergreifend aus.
Damit sich alle Bürger äußern und die vorgelegte Planung einsehen können, beschloss der Rat die öffentliche Auslegung des Bebauungsplans „Ferienwohnanlage Elbdeich" und gleichzeitig die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange.
Ulrike Mohr (Grüne) und Bürgermeisterin Inge Massow-Oltermann, die dem Bauunternehmer bereits 2019 eine Altländer Baufibel in die Hand gedrückt haben, appellierten an die Investorengruppe, die Bürger mitzunehmen und einen neuen Plan zu präsentieren. "Fakt ist: Ohne das Okay des Rates, die Gemeinde hat das letzte Wort bei B-Plänen, bleibt die Ferienresidenz ein Luftschloss", so Massow-Oltermann.

Autor:

Susanne Laudien aus Buxtehude

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