Ministerium bringt Elbquerung bei Drochtersen und das "Kehdinger Kreuz" auf den Weg

tp. Drochtersen. Fortschritt bei der Planung der Küstenautobahn A20 mit dem den neuen Elbtunnel bei Drochtersen: Der achte Bauabschnitt der A20 zwischen Drochtersen und Glückstadt in Schleswig-Holstein soll in Kürze Baureife erlangen.

In dem laufenden, für große Bauprojekte nötigen Planfeststellungsverfahren mit Beteiligung der Öffentlichkeit wird das für die Tunnelplanung verantwortliche Verkehrsministerium in Kiel voraussichtlich in wenigen Tagen den nötigen Planfeststellungsbeschluss fassen. Das bestätigt der für Drochtersen zuständige parlamentarische Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, Enak Ferlemann (CDU) aus Cuxhaven, gegenüber dem WOCHENBLATT. Ferlemann rechnet mit einer Fertigstellung des 6,5 Kilometer langen Tunnels im Jahr 2025.

Bei dem Autobahnprojekt gibt es eine weitere Neuigkeit: Die zeitgleich mit dem Tunnel geplante Verknüpfung der A20 mit der A26 südlich von Drochtersen ist nicht mehr als Autobahndreieck, sondern als vierarmiges Autobahnkreuz ("Kehdinger Kreuz") konzipiert. Als Zubringer dient - entgegen älterer Entwürfe - nicht mehr die nah an Wohnhäusern entlang führende Ritschermoorstraße (K28), sondern eine neue Strecke durch das Gewerbegebiet.

Für die Finanzierung des Tunnels, der nach Schätzungen bis zu 1,5 Milliarden Euro kosten wird, tun sich neue Geldquellen auf: Die Europäische Kommission legt aktuell ein neues Programm in Höhe von 315 Milliarden Euro zur Förderung länderübergreifender Verkehrsinfrastruktur auf. Aus dem Topf könnte der Bund, der den Tunnel maximal zu 50 Prozent mitfinanziert, bezuschusst werden.

Wie berichtet, soll der neue Elbtunnel nicht allein vom Staat, sondern in "Private-Public-Partnership" (PPP) realisiert werden. Im Rahmen einer vertraglich geregelten Zusammenarbeit zwischen öffentlicher Hand und einem Unternehmen aus der Privatwirtschaft soll die Investition in den Tunnel per Maut über drei bis vier Jahrzehnte vollständig refinanziert werden.

Auf ein Wort
Weihnachtsfeier bremst Recherche

Für die Recherche zum Autobahn-20-Projekt rief ich am Donnerstagmorgen bei der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr, Geschäftsbereich Stade, an. Mit Details wurde ich jedoch bis weit nach Redaktionsschluss vertröstet. Als Grund nannte mir die zuständige Plaungsleitung eine gleich beginnennde Weihnachtsfeier beim Amt. Das geht natürlich vor. Herzlichen Dank.
Thorsten Penz

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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