Teebeutel im Einsatz für die Wissenschaft

Robin Marwege, Projektkoordinator beim Naturpark Lüneburger Heide, bereitet das Loch für einen Teebeutel vor 
Foto: Naturpark Lüneburger Heide
  • Robin Marwege, Projektkoordinator beim Naturpark Lüneburger Heide, bereitet das Loch für einen Teebeutel vor
    Foto: Naturpark Lüneburger Heide
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Naturpark Lüneburger Heide ist Partner der "Expedition Erdreich". 

mum. Hanstedt.
Mit der Hilfe von Teebeuteln wollen die Mitarbeiter des Naturparks Lüneburger Heide den Geheimnissen des Bodenlebens auf die Spur kommen. Dafür beteiligt sich der Verein an dem Forschungsvorhaben "Expedition Erdreich" des Bundesforschungsministeriums sowie des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung. Robin Marwege, Projektkoordinator für den Bereich der Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Naturparkregion, legte dafür jetzt selbst Hand an und vergrub ein Test-Set Teebeutel in einer Heidefläche des Naturparks. "Die Teebeutel enthalten selbstverständlich keine Metallklammern, das Testgelände ist außerhalb von Schutzgebieten, es ist markiert und die Aktion ist mit der zuständigen Unteren Naturschutzbehörde sowie dem Eigentümer abgestimmt", erläutert Marwege den Ablauf.
In einigen Wochen werden die Test-Teebeutel wieder ausgegraben und gewogen. "Unter anderem das Gewicht des Teebeutels, das durch den Zersetzungsprozess verändert sein wird, bringt uns Aufschluss über die Aktivität der Lebewesen im Boden", erklärt Luise Ohmann vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Ohmann ist Mitarbeiterin des Projektes "Expedition Erdreich" und hat den Naturpark Lüneburger Heide als Pilotregion für die bundesweite Bodenforschungs-Mitmachaktion ausgewählt.
Wie etwa die alljährlichen Vogelzählungen des Naturschutzbundes Deutschland (NABU) ist die "Expedition Erdreich" als sogenannte "Citizen-Science-Aktion" angelegt. Für die bundesweite Mitmachaktion eignet sich der eigene Garten am besten. Die Teilnahme ist ganz einfach: Mit einer Anmeldung über die Internetseiten von www.expedition-erdreich.de erhält man vielschichtige Informationen und zum Aktionsbeginn 2021 das zugehörige Aktions-Kit. Die Ergebnisse werden dann in die Webseite eingetragen und die Auswertung erfolgt durch das Forschungsinstitut.
Ist also der Boden, auf dem wir stehen, voller Leben? Und wie unterscheidet sich ein Boden in der Lüneburger Heide von anderen? Robin Marwege ist sich sicher: Wenn möglichst viele Personen zum Start der öffentlichen Aktion im Sommer nächsten Jahres mitmachen, können für Deutschlands Boden relevante Erkenntnisse gewonnen werden. "Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt bei den ersten Tests dabei sind", sagt der Naturparkmitarbeiter. "Vor allem für unsere Bildungspartner wie die Naturpark-Schulen ist so ein reales Experiment im nächsten Jahr ein aufregender Anschauungsunterricht. Es lenkt unseren Blick auf den Mikrokosmos Boden, von dem wir Menschen letztlich stark abhängen."
Zur Begleitung der Aktion erarbeitet das Forschungsinstitut ausführliche Informationen für die Bevölkerung oder für Schulen, etwa Unterrichtsmaterialien oder Video-Spots, um die Bedeutung des Bodens zu erläutern. Das Herzstück der Aktion bildet die Datenbank mit den Bodeninformationen, in die alle Teilnehmer ihre Ergebnisse eintragen werden und somit bundesweit viele Informationen liefern.
• Weitere Infos zu dem Projekt unter www.naturpark-lueneburger-heide.de/expedition-erdreich.

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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