"Die Bürger stellen falsche Behauptungen auf"

In Wesel fordern die Bürger einen Funkturm-Standort außerhalb des Ortes
  • In Wesel fordern die Bürger einen Funkturm-Standort außerhalb des Ortes
  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

CDU-Ratsmitglied Olaf Wirth kritisiert WOCHENBLATT-Bericht.

mum. Undeloh/Wesel. Die Überschrift "Undelohs flunkernder Gemeinderat (WOCHENBLATT-Ausgabe vom 29. Juni) hat Ratsmitglied Olaf Wirth nicht gefallen "Leider unterschlägt dieser Bericht wesentliche Tatsachen", lautet die Kritik des Christdemokraten. "Es blieb völlig unerwähnt, dass der Gemeinderat sich bemüht hat, eine Spaltung der Bevölkerung zu verhindern." Wirth findet zwar, dass es das gute Recht der Bürger sei, sich gegen die Aufstellung eines Funkturms zu wehren. Doch "Hier sind es einige wenige Anwohner aus dem Meninger Weg, die reihenweise falsche Behauptungen aufstellen, mit denen andere Bürger zu Unterschriften gegen den Turm bewegt werden sollen."
Nicht der Gemeinderat Undeloh, sondern die für den Polizeifunk zuständige Landesbehörde aus Hannover betreibe den Bau des Funkturmes, um ein Funkloch für die Rettungskräfte um Wesel herum zu schließen. "Diesen flächendeckenden
Digitalfunk unterstützt der Gemeinderat ausdrücklich, weil dieser zur Rettung von Leben unabdingbar wichtig ist.“ An dem Verfahren, gerade auch was den Standort angeht, sei die Gemeinde lediglich als Beigeladene beteiligt und auch davon erst spät informiert worden.
Wirth weiter: "Selbstverständlich nehmen wir die Interessen aller unserer Bürger ernst. Aber dann bitte aufgrund objektiver und zutreffender Informationen. Deshalb hatten wir die Vertreter der Landesbehörde und auch die Untere Naturschutzbehörde zu dieser Veranstaltung eingeladen." Verärgert ist Olaf Wirth über die Aussage von Landkreis-Sprecherin Katja Bendig. Sie hatte mitgeteilt, dass "die Untere Naturschutzbehörde mit der Gemeinde Undeloh wegen der Sitzung in Kontakt stand und bereits frühzeitig wegen einer Kollision mit einem anderen wichtigen Termin abgesagt hat".
"Diese Behauptung ist falsch", so Wirth. "Tatsächlich hat Bürgermeister Albert Homann einen Tag nach der nichtöffentlichen Gemeinderatssitzung am 4. Juni Armin Hirt (das ist der zuständige Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde, Anm. d. Red.) angerufen und ihn zu der Ratssitzung am 17. Juni eingeladen." Bei diesem Gespräch habe Hirt die Einladung zur Kenntnis genommen und erklärt, er werde wenn möglich teilnehmen, sich ansonsten aber rechtzeitig bei der Gemeinde mit einer schriftlichen Stellungnahme melden. "Tatsächlich ist er weder zur Versammlung erschienen, noch hat er die zugesagte Stellungnahme übermittelt", so Wirth. "Hierzu ist Bürgermeister Homann jederzeit bereit eine eidesstattliche Erklärung abzugeben."
• Auf WOCHENBLATT-Nachfrage bleibt der Landkreis bei seiner Darstellung.

Auf ein Wort
Zurück zu einem Dialog finden
Wer mit Vorwürfen auf Kritik reagiert, verschärft in der Regel den Konflikt. Eine Verbesserung der Situation dürfte erst dann wieder eintreten, wenn alle Parteien ohne Vorbehalte an den Gesprächstisch zurückkehren. Sollte der Landkreis bei seiner
Aussage, den Termin rechtzeitig abgesagt zu haben, gelogen haben, ist die Kritik von Ratsherr Olaf Wirth berechtigt. Und der Landkreis sollte schnell für eine Richtigstellung sorgen.
Schade ist nur, dass Wirth im gleichen Atemzug die engagierten Mitglieder der Bürgerinitiative bezichtigt, bei der Formulierung der Umfragenliste die Unwahrheit gesagt zu haben. Fast 200 Weseler haben mit ihrer Unterschrift letztlich nur zum Ausdruck bringen wollen, dass sie sich einen anderen Standort für den Funkmast wünschen. Wenn der Gemeinderat seine Aussage ernst nimmt, nicht spalten, sondern konstruktiv an einer Lösung für alle Bürger arbeiten zu wollen, dann muss das Thema wieder zurück auf die Agenda. Zumal der Landkreis auch Ausnahmeregelungen in puncto Standort nicht kategorisch ausgeschlossen hat. Leider hat der Gemeinderat es versäumt, die Bürger frühzeitig einzubinden. Laut Landkreis-Sprecherin Katja Bendig fand das finale Abschlussgespräch mit Beteiligung des Gemeinderats im Dezember 2018 statt. Spätestens als der Rat dem Standort an diesem Tag durch Vize-Bürgermeister Werner Rademacher (CDU) zustimmte, hätten die Ratsmitglieder die Bürger informieren müssen. Ich bin sogar der Meinung, dass dies bereits bei der ersten Kontaktaufnahme der "Autorisierten Stelle Digitalfunk Niedersachsen" hätte geschehen müssen.
Sascha Mummenhoff

Lesen Sie auch:
Undelohs flunkernder Gemeinderat

Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

Kommentare

online discussion

Sie möchten kommentieren?

Sie möchten zur Diskussion beitragen? Melden Sie sich an, um Kommentare zu verfassen.

Blaulicht
Polizeikommissar Laurin Maier kontrollierte auch das Pedelec von Fritz Koch und sprach mit ihm über Diebstahlsicherung
2 Bilder

Bundesweite Kontrolle
Radfahrer sollen "sicher.mobil.leben"

(bim). Immer wieder appelliert der Allgemeinde Deutsche Fahrradclub (ADFC) an die motorisierten Verkehrsteilnehmer, auf den Schutz von Radfahrern und die einzuhaltenden Abstände zu achten. Radfahrer haben auch immer wieder mit auf Radfahrstreifen parkenden oder haltenden Lieferfahrzeugen oder Pkw zu kämpfen. Aber es gibt auch echte Rüpel-Radfahrer, die Autofahrer zur Verzweiflung bringen, ohne zu gucken über den Zebrastreifen "kacheln" oder rote Ampeln umfahren. Um beide Seiten für eine...

Panorama
5 Bilder

6. Mai: Die aktuellen Corona-Zahlen im Landkreis Harburg
66,42: Inzidenzwert steigt leicht an

(sv). Der Inzidenzwert ist am heutigen Donnerstag, 6. Mai, im Landkreis Harburg wieder leicht gestiegen auf 66,42 (am Vortag: 65,24). Heute meldet der Landkreis 303 aktive Fälle (+23). Seit Ausbruch der Pandemie waren 6.286 Personen an COVID-19 erkrankt (+36), davon sind bislang 5.876 wieder genesen (+13). Die Zahl der an oder mit dem Coronavirus Verstorbenen bleibt heute konstant bei 107. Das sind die Corona-Zahlen in den einzelnen Kommunen am heutigen Donnerstag, 6. Mai: Stadt Buchholz:...

Wirtschaft
Die Budni-Baustelle in der Zinnhütte wächst schnell. Im vierten Quartal soll der Drogeriemarkt eröffnet werden
3 Bilder

Budni, Netto und Modehaus Schacht
Tostedts Geschäftswelt wird neu gemischt

bim. Tostedt. Die Geschäftswelt in Tostedt ist in Bewegung: Auf dem Gelände der im Jahr 2013 abgebrannten Autowerkstatt in der Zinnhütte baut der Drogeriemarkt Budnikowsky eine zweite Filiale, in die Räume des ehemaligen Aldi-Marktes Unter den Linden soll ein Netto-Markt einziehen, und statt Modeverkauf wird es bei Schacht in der Bahnhofstraße künftig Therapieräume geben. • Budnikowsky: Wie berichtet, hatte Budni vergangenen November auf Anfrage mitgeteilt, dass der Budni-Standort Unter den...

Politik
Wer folgt auf die Führungskräfte, die das 
Rathaus verlassen haben?

Wo sind die größten Baustellen?
Exodus der Führungskräfte aus dem Rathaus Apensen

tk. Apensen. "Petra allein im Rathaus" wäre die passende Schlagzeile, wenn es um die Zukunft der Samtgemeinde-Verwaltung in Apensen geht. Der Samtgemeinde-Bürgermeisterin Petra Beckmann-Frelock sind innerhalb kurzer Zeit drei Führungskräfte abhandengekommen: Sabine Benden, Bauamtsleiterin und stellvertretende Bürgermeisterin, Tanja von der Bey, Chefin im Ordnungs- und Standesamt, und jetzt auch noch Kämmerin Margit Reschke. Optimisten sprechen zwar von der Chance eines Neubeginns. Dem schönen...

Politik
Seit 2016 liegt der Ortskern in Langenrehm brach, über eine Lösung wurde lange diskutiert - ohne Ergebnis

Langenrehmer wenden sich an Verwaltung
Offener Brief der Anwohner

lm. Langenrehm. Kommt nun endlich Bewegung in die Dorferneuerung in Langenrehm? Zumindest haben sich Bewohner des kleinen Ortes nun in einem offenen Brief an die Gemeindeverwaltung, den Ortsrat und den Landkreis gewandt. Und darin gehen die Anwohner hart mit den Verantwortlichen ins Gericht. Das einst idyllische Langenrehm, in dem drei Gastwirte angesiedelt waren, würde mittlerweile einen Preis für das "hässlichste Dorf des Landkreises" gewinnen, heißt es in dem Brief. Der konkrete Vorwurf der...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen