Pläne werden konkreter
Mega-Raststätte an der A7 bei Evendorf

Der Entwurf zeigt das Hauptgebäude auf dem Areal #+des Auto-Reise-Centers (ARC)
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  • Der Entwurf zeigt das Hauptgebäude auf dem Areal #+des Auto-Reise-Centers (ARC)
  • Foto: Nanz-Gruppe
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mum. Egestorf/Meckelfeld. Vor den Toren Hamburgs ist das Interesse an riesigen Raststätten gewaltig: Sowohl in Meckelfeld (A1, Seevetal) als auch in Evendorf (A7, Samtgemeinde Hanstedt) gibt es konkrete Pläne. Während die Diskussion um die Anlage in Meckelfeld aktuell ruht, bereitet die Gemeinde Egestorf die Auslegung des B-Plans vor. "Ich gehe davon aus, dass im Herbst die Erschließung beginnt", sagt Egestorfs Bürgermeister Marko Schreiber (CDU). Wie berichtet, plant die Nanz-Gruppe auf einer Fläche von fast 16 Hektar an der Abfahrt Evendorf ein Auto-Reise-Center (ARC) - mit Hotel (80 Zimmer), Gastronomie-Angeboten und jeweils 100 Parkplätzen für Pkw und Lkw.

Weitere Rastanlagen werden benötigt

Im gut 30 Kilometer entfernten Meckelfeld ist die Lage kompliziert. Nach wie vor gilt dort ein Moratorium: "Es gibt aus meiner Sicht geeignetere Alternativstandorte für die Rastanlage Elbmarsch auf Hamburger Gebiet und in Schleswig-Holstein", sagt Niedersachsens Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU). Dazu stehe er in Kontakt mit Hamburg sowie der Autobahngesellschaft des Bundes. Am 1. Januar 2021 wird die Gesellschaft bundesweit alle Autobahnen inklusive der Rastanlagen und auch die Planungen neuer Anlagen übernehmen. Inwieweit der Bau des ARC-Autohofes in Evendorf Einfluss haben wird, wäre aus Sicht des Ministers zwingend zu prüfen. "Dass wir entlang von Autobahnen weitere Rastanlagen bei steigenden Logistik-Verkehren benötigen, liegt auf der Hand. Ein Autohof bei Egestorf könnte sich aber positiv auf die Lkw-Parkbedarfsprognose im Hamburger Umland auswirken", so Althusmann. Die Entscheidung für den Standort Meckelfeld ist 13 Jahre alt. Das Planfeststellungsverfahren musste immer wieder verschoben werden. Grund waren Proteste von Anwohnern. Sie sehen sich zwischen Autobahnen und Europas größtem Rangierbahnhof eingekesselt

Mega-Raststätte bei Egestorf nimmt Fahrt auf

Das WOCHENBLATT hatte Anfang 2019 exklusiv berichtet, dass auf einer 15.600 Quadratmeter großen Fläche direkt an der Autobahn-7-Abfahrt Evendorf ein Auto-Reise-Center (ARC) entstehen soll. Bis zu 20 Millionen Euro sollen investiert werden und 80 Arbeitsplätze entstehen. Unter anderem ist ein Hotel mit bis zu 80 Zimmern geplant. Im Ort sorgten die Pläne für reichlich Wirbel: Etwa 130 Bürger waren damals beispielsweise ins Hotel "Hof Sudermühlen" gekommen, um sich zu informieren.

Lars Bohnenkamp, Finanzvorstand der Nanz-Stiftung, stellte das Projekt damals vor. Er erklärte den Bürgern, dass die Nanz-Gruppe auf dem B-Plangebiet "Thaneberg" einen "hochwertigen und zukunftsorientierten Autohof bauen möchte, dessen Flächenbedarf nur etwas mehr als die Hälfte des Ursprungsbedarfs erreicht". Außer verschiedenen Gastronomie-Angeboten soll es auch einen Tankstellenshop geben, "dessen Angebot eher einem kleinen Einzelhandel als einer Tankstelle nahekommt". Er solle nicht nur der Versorgung der Reisenden dienen, sondern auch ein Angebot an die Region sein.

Etwas hinter dem ursprünglichen Zeitplan

Am Ende gab der Gemeinderat grünes Licht. Doch wie ist der aktuelle Stand? "Zurzeit wird die Baugenehmigung für die Ansiedlung in Evendorf vorbereitet", sagt Bürgermeister Marko Schreiber. "Auf der Fläche wurden archäologische Untersuchungen vorgenommen." Die Gemeinde gehe davon aus, dass zum Herbst die äußere Erschließung und im nächsten Jahr der Bau des Autohofs beginnt. "Somit liegt der Investor ein wenig hinter seinem ursprünglichen Zeitplan, arbeitet aber intensiv am Thema", so der Bürgermeister.

B-Plan-Änderung

Die Gemeindeverwaltung bereitet parallel, wie in einer Bürgerversammlung vereinbart, eine B-Plan-Änderung vor. "Die Planungsbüros sind kurz vor Fertigstellung des ersten B-Plan-Entwurfes, der noch im Juni dem Bauausschuss und dem Rat der Gemeinde Egestorf - und somit auch der Öffentlichkeit vorgelegt wird", sagt Schreiber. Vorausgegangen sei ein Workshop mit jeweils einer Sitzung im Juli 2019 und im Januar 2020, bei dem die Grundzüge der B-Plan-Änderung mit den Bürgern, den Planern, dem Eigentümer der Fläche und Vertretern der Parteien erarbeitet und verabschiedet wurden.

• Bereits vor gut zehn Jahren gab es Pläne, auf dem Areal einen riesigen Autohof anzusiedeln. Ein noch immer rechtskräftiger B-Plan wurde verabschiedet. Damals formierte sich massiver Bürgerprotest gegen die Pläne des damaligen Eigentümers, den US-amerikanischen Mineralölkonzern "Flying J". Der Streit endete im Sommer 2010 vor dem Oberverwaltungsgericht in Lüneburg. Das Gericht ließ keine Zweifel daran, dass es die Fläche für ein solches Bauvorhaben für ideal hält. Doch trotz des positiven Urteils rückten die Bagger nicht an, da das US-Unternehmen seine Europa-Pläne stoppte. Ende 2018 erwarb die Nanz-Gruppe unter anderem fünf Flächen, auf denen nun überarbeitete Autohof-Pläne realisiert werden sollen.

Nanz-Gruppe plant weitere Anlage bei Wildeshausen

Aktuell sorgt die Nanz-Gruppe in Wildeshausen (Landkreis Oldenburg) für Schlagzeilen. Dort sollen 18 Millionen Euro in einen hochwertigen Autohof mit Hotel investiert werden. Die dortige Kreiszeitung berichtet, dass die Änderung des Flächennutzungsplans für das Industriegebiet gleich bei der Autobahnabfahrt Wildeshausen-West ansteht. Das Projekt ist nicht unumstritten, weil sich auf dem Gelände ein mehr als 25 Hektar großer Wald befindet.

Der Projektentwickler, die in Brinkum ansässige Interrast GmbH, räumte laut Kreiszeitung während einer Sitzung ein, dass der Markt für Autobahnraststätten gesättigt ist. Nur zwei Ausfahrten südlich und eine Ausfahrt nördlich von Wildeshausen-West gibt es bewirtschaftete Rastanlagen. "Aber es besteht ein Bedarf an gut geführten Autohöfen", so Entwickler Peter Hilken. "Dazu gehören eine vernünftige Gas-tronomie, ein Hotel und gute sanitäre Einrichtungen." Das Hotel soll 76 Zimmer haben und sich über dem Tankstellenshop/Gastro-Bereich befinden. Außerdem seien gesicherte Stellflächen für Lastwagen vorgesehen. "Wir wollen Truckern eine Heimat bieten", so Hilken gegenüber der Zeitung. Gleichzeitig seien Autofahrer ebenfalls eine Zielgruppe.

Nanz-Gruppe Stuttgart

Die Nanz-Gruppe Stuttgart hat über ihre Immobiliengesellschaft ARC-Deutschland GmbH von der amerikanischen Gesellschaft "Flying J" Anfang Dezember 2018 die drei Autohof- Projektentwicklungen BAB A 2 (Bornstedt), BAB A7 (Evendorf) und BAB A 9 (Naumburg- Unterkaka) mit einer Grundstücksfläche von insgesamt 335.104 Quadratmetern erworben. Mit dem Erwerb der Liegenschaften und der anstehenden ARC-Autohof-Projektentwicklung sei die Nanz-Gruppe bereit, nachhaltig in die jeweiligen Gemeinden zu investieren, um mit ihren Vertragspartnern für wirtschaftlichen Erfolg zu sorgen und um gesicherte Arbeitsplätze zu schaffen, teilt Helmut Demmer mit.

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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