Landfrauen Harsefeld begrüßen gemeinsam das neue Jahr / Landwirte und Wölfe sind Thema
Eine wortreiche Begegnung

Poetry-Slammerin Mona Harry aus Kiel sorgte für gute Stimmung mit ihren wortgewandten Texten Fotos: sc
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sc/jd. Harsefeld. Das neue Jahr soll wortreich beginnen. Gemeinsam mit ihren Vereinsdamen begrüßte die Vorsitzende des Harsefelder Landfrauenvereins, Birgit Dammann-Tamke, die zahlreichen Gäste der Neujahrsbegegnung in der Festhalle Harsefeld. Um Worte, die von Herzen kommen - darum solle es bei den Landfrauen gehen, so Dammann-Tamke.
Und wortgewandt ging es auch durch das Programm. So sorgte die Poetry-Slammerin Mona Harry für stimmungsvolle Unterhaltung. Ihren rhetorisch geschliffenen Texten zum Thema Dorf, Landfrauen, Wind, Liebe und Wasserwerken lauschten die Gäste voller Begeisterung - ebenso wie den musikalischen Beiträgen der Zwillinge Jan und Jekaterina Jozefowski (14) und dem jungen Talent Richard Rummelies.
Zuerst aber hatte der Ehemann der Landfrauen-Vorsitzenden, der CDU-Landtagsabgeordnete und Landesjägerschafts-Präsident Helmut Dammann-Tamke, das Wort. Er referierte in seinem kurzen Vortrag über zwei Themen. Zum einen sprach er über die Landwirtschaft. Die momentane Stimmung bei den Bauern konnte er persönlich auf den zahlreichen Demos, zuletzt in Bremen, einfangen, so Dammann-Tamke. Trotz des Demo-Mottos "Redet mit uns" werde die Lage immer schwieriger.
Ein großes Problem sei dabei der Lebensmittelhandel. Discountketten würden mit Slogans werben, in denen es um den billigsten Preis gehe. "Regionalität spielt keine Rolle, es entscheidet nur der Preis", erklärte Dammann-Tamke. Einerseits solle die Landwirtschaft alles liefern, was sich der Verbraucher wünsche, und alles solle frisch sein. Andererseits regiere der Slogan "Geiz ist geil".
Zudem solle alles am besten in bäuerlichen Kleinbetrieben erzeugt werden, wenn es nach den Verbrauchern gehe. "Mit solchen Erwartungen kommen die Landwirte nicht mehr klar", so Dammann-Tamke. Die Betriebe seien überfordert. Auch das Problem der Lebensmittelverschwendung müsse angepackt werden. Trotzdem warnt Dammann-Tamke vor negativer Stimmungsmache. Die deutschen Landwirte sollten sich nicht von der Aggressivität ihrer niederländischen Kollegen anstecken lassen: "Mit Gewalt ist der Sache nicht gedient."
Ein weiteres Thema war für Dammann-Tamke die Rückkehr des Wolfes. Er befasste sich mit dem heiklen Thema besonders im Bezug auf die Sichtungen in Wiegersen.
Alleine 16 Rudel und Paare seien derzeit in Niedersachsen nachgewiesen, die meisten davon in der Lündeburger Heide. Die These, dass ein Rudel ein Gebiet von bis zu 30.000 Hektar für sich beanspruche, sei nicht mehr haltbar. Wenn die Nahrungsgrundlage stimme, gäben sich die Wölfe mit kleineren Territorien zufrieden, so Dammann-Tamke.
Das neue Drei-Jahres-Thema der Landfrauen gab Dörthe Neumann, Vorsitzende des Kreisverbandes Stade, bekannt: "Demokratie meint Dich!" Persönliche Gespräche und Diskussionen sollen wieder mehr geführt werden und nicht nur über die sozialen Medien. "Wir möchten Mut machen, wieder mehr aufeinander zuzugehen", so Neumann. Auch wünscht sich Neumann damit einen besseren Zugang und mehr Verständnis für die Landwirtschaft. Sie hoffe, dass mehr Menschen die Zukunft wieder mitgestalten und bei der Ernährung auf regionale und saisonale Produkte achten.

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