Bürger fordern einen Radweg

Sie treten für mehr Verkehrssicherheit an der K55 ein: einige Mitstreiter der Radweg-Initiative mit ihren Kindern
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jd. Ottendorf/Oersdorf. Mehr Sicherheit für Schulkinder, Senioren und Radler: Initiative überreichte Unterschriftenliste. Sommerzeit ist Radelzeit. Doch die Menschen in den zur Gemeinde Ahlerstedt gehörenden Dörfern Ottendorf, Oersdorf und Kohlenhausen überlegen es sich auch im Sommerhalbjahr zweimal, ob sie ihr Fahrrad benutzen. Zwischen den drei Dörfern gibt es weder einen Rad- noch einen Fußweg. Vor allem Eltern sind in Sorge, denn die Strecke ist auch ein Schulweg. Die Kinder sind gezwungen, auf der Fahrbahn unterwegs zu sein, um zur Bushaltestelle zu kommen. Ihrer Forderung nach dem Bau eines Radweges haben die Bürger nun auf einer Sitzung des Bauausschusses Nachdruck verliehen: Ahlerstedtes Bürgermeister Uwe Arndt wurde eine Liste mit 460 Unterschriften überreicht.

"Es muss doch nicht erst etwas passieren, damit Politik und Verwaltung handeln", meint Stephan Löhden, Mit-Initiator der Unterschriften-Aktion. Er und seine Mitstreiter setzen sich dafür ein, dass Ottendorf endlich eine Radwegeverbindung entlang der K55 nach Oersdorf erhält. Und zwar nicht irgendwann, sondern so schnell wie möglich: "Es gibt keinen Grund, der dagegen spricht, diese Baumaßnahme nicht schon im Sommer 2015 umzusetzen", meint Löhden und verweist auf Presseberichte, nach denen die EU-Fördermittel künftig verstärkt für die Förderung der Nahmobilität und den Radtourismus eingesetzt werden sollen. Der Ottendorfer hofft, dass der Landkreis die Baumaßnahme mit Zuschüssen aus Brüsseln wuppen kann. Immerhin wäre mit Kosten von bis zu einer halben Million Euro zu rechnen.

Nach Ansicht von Löhden ist das sinnvoll investiertes Geld: Die Verkehrssicherheit gerade im ländlichen Bereich habe sich in den vergangenen Jahren drastisch verschlechtert. Auf den eher schmalen Straßen seien immer breitere landwirtschaftliche Fahrzeuge unterwegs, die weit über die Fahrbahnhälfte hinausragten. Zudem habe die Zahl der Pkw, die über die K55 rollen, stark zugenommen: Die Nebenstrecke sei inzwischen eine Ausweichroute für Berufspendler, die die Hauptroute von Zeven nach Stade über Ahlerstedt umfahren.

"Diese Leute halten sich nicht an Tempo 50, sondern rasen mit weit überhöhter Geschwindigkeit durch Kohlenhausen", berichtet Andrea Alpers. Sie habe immer ein mulmiges Gefühl, wenn ihr Sohn nachmittags mit dem Rad zum Fußballtraining nach Oersdorf fahre. "Selbst wir Erwachsenen radeln dort nicht gern entlang", ergänzt Wencke Löhden. Sie weiß von vielen Müttern aus Ottendorf, dass diese tagtäglich ihren Nachwuchs zum Oersdorfer Spielkreis kutschieren: "Die Mütter haben einfach Angst, mit ihren kleinen Kindern auf der Straße unterwegs zu sein." Statt des Rades werde für die nur zwei Kilometer lange Strecke dann das Auto verwendet.

Doch es geht nicht nur um die jüngsten Verkehrsteilnehmer: Auch ältere Menschen meiden mittlerweile die Strecke. "Früher hätten die Senioren Spaziergänge ins Nachbardorf unternommen, doch das traue sich heute kaum noch jemand", meint Elvira Deden: "Überall sind neue Radwege gebaut worden, doch uns hat man vergessen. Wahrscheinlich weil Planer und Politiker denken, dass auf dem Dorf ohnehin nichts los ist und wenig Autos fahren."

Sie treten für mehr Verkehrssicherheit an der K55 ein: einige Mitstreiter der Radweg-Initiative mit ihren Kindern
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Jörg Dammann aus Stade

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