Dringend benötigte Fachkräfte: Freisprechung der Dachdecker im Landkreis Stade
- Zufriedene Gesichter bei der Freisprechung der neuen Dachdecker und Dachdeckerinnen im Kreis Stade
- Foto: Kreishandwerkerschaft Stade
- hochgeladen von Stephanie Bargmann
Im Schützenhof Ahlerstedt hat die Dachdecker-Innung Stade sieben junge Dachdeckerinnen und Dachdecker feierlich aus der Ausbildung entlassen und in den Gesellenstand aufgenommen. Drei Ausbildungsjahre, Theorie, Praxis und eine Abschlussprüfung bei hochsommerlichen Temperaturen liegen hinter ihnen.
Obermeister Andreas Brahmst machte deutlich, dass mit dem Gesellenbrief nicht nur etwas endet: „Ab jetzt heißt es liefern.“ Prüfungsausschussvorsitzender und stellvertretender Lehrlingswart Jan-Torge Deden richtete den Blick auf einen Beruf, der angesichts von Hitze, Hagel, Sturm und einem großen Sanierungsbedarf gebraucht wird: „Unser Handwerk ist einfach wichtig. Wir können stolz auf das Handwerk sein und ihr könnt stolz darauf sein, so einen tollen Beruf gelernt zu haben.“
Andreas Brahmst trat zur Freisprechung bewusst in traditioneller Kluft vor die jungen Gesellinnen und Gesellen. „Das ist kein Kostüm, das ist auch keine Uniform. Das ist eine Kluft“, erklärte der Obermeister. Schwarze Hose und Weste könne man kaufen. Entscheidend sei etwas anderes: „Was es im Handwerk braucht, ist Herz.“
Das Dachdeckerhandwerk werde sich durch neue Techniken, veränderte Bauweisen und Digitalisierung weiterentwickeln. Entscheidend sei deshalb nicht, alles bereits zu wissen, sondern wissen zu wollen. „Seid neugierig für die Zukunft“, gab Brahmst den jungen Fachkräften mit.
Der stellvertretende Lehrlingswart Jan-Torge Deden lobte in seiner Ansprache den Teamgeist unter den Absolventen. Einfach war die Prüfung nicht. Gerade der erste praktische Prüfungstag fiel in eine Phase großer Hitze.
Warum Nachwuchs im Dachdeckerhandwerk gebraucht wird, machte Deden anhand der immer extremeren Wetterereignisse deutlich. Hagel, Stürme und lang anhaltende Hitze belasten Dächer und Materialien, gleichzeitig gebe es zahlreiche ältere Gebäude mit Sanierungsbedarf.
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