Kosten laufen aus dem Ruder
Anbau für das Feuerwehrhaus in Halvesbostel wird 120.000 Euro teurer

Beim Anbau des Feuerwehrhauses in Halvesbostel gab es eine Kostensteigerung in Höhe von 120.000 Euro
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bim. Holvede/Halvesbostel. Zu einer "unerfreulichen Entwicklung" musste jetzt Hollenstedts Bauamtsleiter Daniel Heins in der Sitzung des Bauausschusses im Gasthaus Heins in Holvede Stellung beziehen: Beim 300-Quadratmeter-Anbau des Feuerwehrgerätehauses in Halvesbostel gibt es eine Kostensteigerung um 120.000 auf 820.000 Euro. Das Thema sollte eigentlich erst in der folgenden Samtgemeinde-Ratssitzung am gestrigen Dienstag behandelt werden (diese wurde Corona-bedingt abgesagt). Ruth Alpers (Grüne) verlangte aber bereits im Bauausschuss eine Aussprache.
Noch Ende Juli hatten die Architektinnen im Gespräch mit dem WOCHENBLATT erklärt, dass es beim Bau "keine bösen Überraschungen" gegeben habe. Umso überraschender war nun offenbar die jüngst vorgelegte Rechnung für Verwaltung und Politik.
"Diese Entwicklung haben wir sehr spät mitbekommen", sagte Daniel Heins. Es gebe sehr viele Dinge, die zu den Mehrkosten geführt hätten, die in der Planung nicht enthalten gewesen seien. Dazu gehören u.a. Kosten für die Umlegung der Gasleitung inklusive Tiefbau und 17.000 Euro teurere Maurerarbeiten, weil die Decke der Fahrzeughalle nicht in der Ausschreibung berücksichtigt gewesen sei.
"Wir hatten bei den Beratungen mit Kosten von 450.000 Euro angefangen, dann waren es 700.000 und nun 820.000 Euro. Die Kosten sind völlig aus dem Ruder gelaufen", kritisierte Ruth Alpers.
Daniel Heins wies darauf hin, dass der erste Kostensprung der Vergrößerung des Gebäudes geschuldet sei. Auch sei die Kostenschätzung des Architekturbüros zwischenzeitlich von 570.000 auf 700.000 Euro gestiegen.
Kay Wichmann (WGH) erklärte: "Dieses Architekturbüro hat in meinen Augen schlecht gearbeitet, wenn offensichtliche Dinge wie der Trockenbau und die Fensteröffner vergessen wurden."
Manfred Cohrs (CDU) sah das genauso. "Das sind keine Baukostensteigerungen, sondern durchweg Planungsfehler. Bei der Masse sollte geprüft werden, ob eine Haftung des Architekten in Betracht kommt. Eine Gasleitung übersieht man doch nicht", sagte er. Und Halvesbostels Bürgermeister Jürgen Ravens (CDU) berichtete, die Architekten bei einem Ortstermin durchaus auf die Notwendigkeit der Umlegung der Gasleitung aufmerksam gemacht zu haben.
Samtgemeinde-Bürgermeister Heiner Albers sah sich bestätigt: "Ich hatte bei den Beratungen gesagt, lassen Sie uns bei den Architektenbüros bleiben, die wir kennen." Für das beauftragte Büro sei es das erste Feuerwehrhaus gewesen. "Wir waren die Versuchsobjekte. Das ist nach hinten losgegangen", so Albers.
"Es ist inakzeptabel, dass bei öffentlichen Aufträgen die Kosten offenbar aus dem Ruder laufen. Wir hätten rechtzeitig informiert werden müssen", schimpfte Manfred Cohrs.
Die Diskussion um die Kosten fürs Feuerwehrhaus in Halvesbostel wurde jetzt zunächst von der Tagesordnung der Ratssitzung genommen, weil die Politiker zuvor offene Fragen geklärt haben möchten.

Autor:

Bianca Marquardt aus Tostedt

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