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Rat Hollenstedt sprach mit einer Stimme

Ewig nicht saniert: Der Wennerstorfer Weg ist eine Holper-Piste. Wird er erneuert, fürchten viele Anwohner, dass die Straße zur Rennstrecke wird (Foto: mi)
Im Rat Hollenstedt blieben die Debatten aus, dennoch wurde Wichtiges auf den Weg gebracht

mi. Hollenstedt. "Kleinvieh macht auch Mist!" Dieses - zugegeben im verwendeten Kontext nicht ganz schmeichelhafte - Sprichwort ist dennoch die perfekte Metapher für die jüngste Sitzung des Rats der Gemeinde Hollenstedt. Denn statt eines großen Themas standen diverse kleine auf dem Programm, und auch wenn die Abstimmung in jedem Fall einstimmig erfolgte, so war die Politik doch gut beschäftigt.
Bürgermeister Jürgen Böhme (CDU) eröffnete die Ratssitzung mit einer guten Nachricht. Die Gemeinde, so berichtete Böhme, stehe in positiven Verhandlungen mit dem Kreis, um auf der Hauptstraße, die das neue Wohngebiet in der Bergstraße erschließen soll, einen zweiten Kreisel bauen zu dürfen. Hintergrund: Der Kreisel ist wichtig, weil sonst später der Alltagsverkehr vom und zum Wohngebiet durch die vorhandenen Wohnviertel laufen muss.
Auch bei einem zweiten Bauprojekt der Ertüchtigung des Dießelkampsweg gibt es Fortschritte, berichtete Bürgermeister Jürgen Böhme. So werde die Straße im Bereich des Baumarktes verbreitet und für den Schwerlastverkehr ertüchtigt. Auf der Reststrecke erhält die Straße eine neue Asphaltdecke. Hier monierte die Grünen-Ratsfrau Ruth Alpers, dass die Gemeinde, gebe es noch die gerade abgeschaffte Straßenausbau-Beitragssatzung, hier den Anwohner hätte an den Kosten beteiligen können. Jürgen Böhme erklärte dazu, man habe sich mit dem Eigentümer des Baumarkts auf eine freiwillige Kostenbeteiligung in Höhe von 50 Prozent der geschätzten Gesamtkosten von 120.000 Euro geeinigt. Hierzu bemerkte wiederum Ruth Alpers, dass die Beteiligung bei geltender Straßenausbaubeitrags-Satzung bei weit mehr als 50 Prozent anzusetzen gewesen wäre.
Auch bei der Sanierung des Wennerstorfer Wegs gibt es offenbar Fortschritte. Im Rat wurde der Entwurf für einen Vertrag mit der Gemeinde Appel verabschiedet. Appel gehört ebenfalls ein Teil des Weges. Die Vereinbarung sieht vor, dass Appel sich bis zu einer Summe von 150.000 Euro zu 25 Prozent an den Baukosten beteiligt. Die Gesamtbaukosten liegen nach derzeitigen Schätzungen bei rund 600.000 Euro. Die ersten Planungen, die Jürgen Böhme vorstellte, trafen allerdings auf ein geteiltes Echo.
Hintergrund: Die vorgesehenen Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung reichten vielen Bürgern nicht aus. Vorgesehen ist, die Straße an einigen Stellen zu verschwenken, außerdem sollen verschiedenfarbige Pflasterungen auf dem Boden auf den Wohnstraßen-Charakter hinweisen und so zum Langsamfahren auffordern. Hier forderten viele Anwohner, die seit Jahren unter dem Schleichverkehr zur Autobahn leiden, ein besseres Konzept. Der Bürgermeister machte allerdings klar, dass der Wennerstorfer Weg auch Schulbusstrecke sei und man alleine deswegen nicht alle Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung ergreifen dürfe.
Eine gute Nachricht gibt es auch in Bezug auf das schnelle Internet. Einstimmig entschied der Rat, die Mittel, die die Gemeinde dem Landkreis für den Netzausbau zur Verfügung stellt, aufzustocken und so in Hollenstedt gleich von Beginn an auf Glasfaser bis zum Hausanschluss zu setzen. Statt 500.000 muss die Gemeinde damit jetzt 810.000 Euro in Trancen von 25 Jahren zahlen. "Schnelles Internet ist ein nicht zu unterschätzender Standortfaktor. Wir investieren hier in die Zukunft unserer Gemeinde", war sich Bürgermeister Jürgen Böhme sicher.