Viel Steuergeld für Isa Maschewski

Isa Maschewski hat allen Grund zur Freude: Seit 2014 bekommt sie jedes Jahr 3.000 Euro
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Gemeinde zahlte 10.710 Euro an Kunsthaus-Kuratorin für einen Kunstpfad, den es noch nicht einmal gibt.

mum. Jesteburg. Hansjörg Siede, Chef der Wählergemeinschaft UWG Jes!, polarisiert. Allerdings spricht Siede mitunter Dinge aus, die für manche Politiker offensichtlich tabu sind. Ein gutes Beispiel ist der seit Langem geplante Kunstpfad. Siede forderte vorige Woche im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur, die Planungen sofort zu stoppen. Und fand dafür - für viele wenig verwunderlich - bei CDU, SPD und Grünen keine Unterstützer. Dabei sind seine Argumente nicht von der Hand zu weisen.
„Sieben Jahre der Planung reichten bislang nicht aus, um ein tragfähiges Gesamtkonzept zu erarbeiten, geschweige denn, es in der Bevölkerung zu verankern“, so Siede. Steuergelder seien für die professionelle Beratung durch die Kunstexpertin Isa Maschewski ausgegeben worden. „Trotz ihrer vielfältigen Bemühungen ist auch in den vergangenen drei Jahren nichts entstanden.“ Die Eröffnung sei bereits zweimal verschoben, die angedachten Kunstwerke mehrfach überarbeitet worden. „Die ursprünglichen Ideen der Künstlergruppe aus dem Jahr 2010 finden sich kaum im aktuellen Konzept von Frau Maschewski wieder“, so Siede. „Alles deutet für mich darauf hin, dass Isa Maschewski mit der professionellen Umsetzung überfordert ist.“
Aus Sicht der UWG ist die Idee eines Natur-Erlebnispfades geschmückt mit Kunstobjekten „grandios gescheitert“. Weder die Wegführung noch das aktuelle Konzept werde dem Anspruch an eine Kunst- und Kulturgemeinde gerecht. „Wenn eine Gemeinde sich schon solch hohe Ziele setzt, dann muss sie sich in der Umsetzung auch an ihnen messen lassen.“

Was Siede vermutlich gar nicht wusste: Seine politischen Mitstreiter hätten ohne Gesichtsverlust den Kunstpfad gar nicht stoppen können.
Wie das WOCHENBLATT erfuhr, hat Isa Maschewski seit 2014 jährlich eine Pauschale von 3.000 Euro erhalten. Das bedeutet: Die Steuerzahler haben der Kunsthaus-Kuratorin 10.710 Euro (inklusive Mehrwertsteuer) spendiert. Zusätzlich bestätigt Kämmerer Henning Oertzen Zahlungen in Höhe von 13.000 Euro. Fairerweise muss man einräumen, dass inzwischen auch 6.000 Euro Fördermittel für das Projekt bei der Gemeinde eingegangen sind. Nur umgesetzt wurde bislang nichts Greifbares. Vor dem Hintergrund, dass sich in Jesteburg zahlreiche Menschen ehrenamtlich für das Gemeinwohl engagieren, sind diese Zahlungen nur schwer nachzuvollziehen.
Der etwa fünf Kilometer lange Kunstpfad soll die Kunststätte Bossard mit dem Kunsthaus verbinden und die Jesteburger Naturlandschaft durch Kunstwerke anders erlebbar werden lassen. Dieses Erlebnis soll über mehrere Jahre wachsen. Seit 2014 stellt die Gemeinde jährlich 13.000 Euro in ihren Haushalt ein. Weitere Gelder sollen über diverse Fördertöpfe eingeworben werden.
Laut Maschewski soll der Kunstpfad nun am 22. Juni eröffnet werden. Grund für die erneute Verschiebung seien Schwierigkeiten bei den Anträgen gewesen. Maschewski sei überrascht gewesen, dass sie für die Aufstellung einer Bushaltestelle und eines Spiegelhauses Baugenehmigungen benötige.
Auf Nachfrage wollte sie sich nicht dazu äußern, ob sie auch für 2017 ihre Pauschale in Höhe von 3.000 Euro beantragen will.

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Autor:

Sascha Mummenhoff aus Jesteburg

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