Falkner im doppelten Kondor-Glück

Andenkondor-Dame "Maja" feiert in diesen Tagen ihren ersten Geburtstag. In diesem Alter hat sie bereits ihre End-Flügelspannweite von 2,70 Metern erreicht
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  • Foto: Wildpark/Thomas Ix
  • hochgeladen von Sascha Mummenhoff

Handaufzucht gelungen: Andenkondor-Dame „Maja“ feiert Geburtstag - und bekommt einen Bruder.

mum. Hanstedt-Nindorf. In diesen Tagen hat Falkner Lothar Askani aus dem Wildpark Lüneburger Heide in Hanstedt-Nindorf gleich doppelten Grund zur Freude: Andenkondor-Dame „Maja“ - eine Handaufzucht - feierte am 17. Juni ihren ersten Geburtstag und zu Hause in der heimischen Wohnstube hockt bereits der nächste Nachwuchs. Am 31. März hat ein Andenkondor-Hahn das Licht der Welt erblickt.
Schon wie vor einem Jahr bei „Maja“ musste Askani das Kondor-Ei - und was darin passierte - genau im Blick haben. Nach etwa neun spannenden Wochen des Wartens, in denen das Ei in der Brutmaschine war, regte sich etwas in der Hülle. An einem Spätabend Ende März leistete Askani dann Geburtshilfe. „Normalerweise schaffen es die jungen Tiere aus eigener Kraft, sich durch die Ei-Membran und die Außenhülle zu picken. Dauert das aber zu lange, wächst die Gefahr von Keimen und Infektionen, die für den jungen Vogel lebensbedrohlich sind“, erklärt der Falkner. Daher legte Askani Hand an und befreite „Baby“, wie er seinen wertvollen Schützling nennt, behutsam aus dem Ei.
Die jungen Kondore mit der Hand aufzuziehen ist nicht ganz ohne. Vor allem die Nahrungsaufnahme in den ersten Wochen ist kritisch. „Die Tiere brauchen vorverdaute Nahrung. Um die Natur zu simulieren, kommen bei der Handaufzucht verschiedene Sorten Fleisch - Rind, Hühnchen und, wenn verfügbar, ein wenig Ziege - in den Mixer und werden zu Brei verarbeitet. Durch Zusatz eines Enzyms wird der Fleischbrei für das Jungtier dann besser verdaulich“, so der Falkner. Etwa drei Wochen lang muss der Falkner seinem Schützling alle zwei bis drei Stunden einen kleinen Haps vom Fleischbrei verabreichen. Dann erfolgt der Umzug in eine Voliere des Wildparks, wo die Besucher die Entwicklung des kleinen Kondors verfolgen können.
„Babys“ große Schwester „Maja“ ist inzwischen schon fester Bestandteil der täglichen Flugshows im Wildpark, hüpft fröhlich hinter Lothar Askani her und stibitzt Futter aus der ledernen Gürteltasche des Falkners. Auch wenn noch einige Reste des Jugendflaums in ihrem Gefieder übrig sind, ist die Kondor-Dame mit einem Jahr bereits ausgewachsen und hat ihre End-Flügelspannweite von 2,70 Metern erreicht.
Wenn „Baby“ im nächsten Jahr ausgewachsen ist, wird seine Flügelspannweite rund drei Meter erreichen. Andenkondore - auch „Neuweltgeier“ genannt - sind die größten flugfähigen Vögel der Welt. Ausgewachsen wiegen sie zwischen zwölf und 15 Kilo und können bis zu 70 Jahre alt werden.
• Mehr Informationen zum Wildpark gibt es im Internet unter www.wild-park.de.

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