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"Die Zusammenarbeit war nicht immer einfach"

Legte nach dem Bürgermeister-Posten jetzt auch sein Amt im Samtgemeinderat nieder: Hans-Peter Brink
 
Neuer Bürgermeister und jetzt auch stellvertretender Vorsitzender des Samtgemeinderates: Bernd Beiersdorf

Hans-Peter Brink mahnt in seiner Abschiedsrede mehr Verständnis im Samtgemeinderat an.


mum. Bendestorf. 
Mehr als 35 Jahre engagierte sich Bendestorfs Bürgermeister Hans-Peter Brink (74) in der Kommunalpolitik. Anfang März vollzog er seinen Rückzug aus dem Gemeinderat. "Gesundheitliche Gründe zwingen mich zu dieser Entscheidung", hatte Brink, der sieben Jahre als Bürgermeister die Geschicke seiner Gemeinde lenkte, in einem WOCHENBLATT-Interview gesagt. Jetzt legte Brink auch sein Mandat im Samtgemeinderat nieder. In einer sehr persönlichen Erklärung begründete Brink seinen Schritt und schaute dabei auf sein politisches Wirken zurück. Bendestorf ehemaliger Bürgermeister machte in seiner Rede auch deutlich, dass es ohne Bendestorf und Harmstorf die Samtgemeinde Jesteburg nicht geben würde. Er appellierte an die Jesteburger Politik, die beiden "kleinen Gemeinden" nicht zu vergessen.
Das WOCHENBLATT veröffentlicht Brinks Rede im Wortlaut.
 
"Da ich nun in diesem Jahr alle meine politischen Ämter aufgebe, habe ich viel über meine vielen Jahre in der Kommunalpolitik nachgedacht. Seit 1970 war ich im Bendestorfer Rat und habe die Gründung der Samtgemeinde Jesteburg - gegen viele Widerstände - stark vorangetrieben. Ursprünglich sollten unsere Gemeinden der Stadt Buchholz angeschlossen werden. Aus Bendestorf kamen damals Initiativen - auch noch mit anderen Gemeinden - eine Samtgemeinde Jesteburg zu gründen, wobei letztlich das Rumpfgebilde aus Jesteburg, Harmstorf und Bendestorf zustande kam. Diese Größe einer Samtgemeinde wurde als Ausnahmeregelung dann auch in Hannover genehmigt. Fest steht, ohne den Einsatz aus Bendestorf und Harmstorf hätten wir heute keine Samtgemeinde Jesteburg.
Es sind unter dem Dach der Samtgemeinde drei selbstständige Gemeinden vereint, mit gleichen Rechten und Pflichten. Diese Konstellation überträgt der größten Gemeinde aber auch eine große Verantwortung bei den Entscheidungen über die Belange der kleinen Mitgliedsgemeinden. Manches Mal würde ich mich freuen, wenn sich die Ratsmitglieder noch mehr in die Position der kleineren Gemeinden versetzen würden. Denn die Zusammenarbeit war nicht immer einfach und es hat auch öfter mal Situationen gegeben, wo wir Bendestorfer uns etwas an den Rand gedrängt gefühlt haben. Nach vielen Jahren der Konfrontationen im Samtgemeinderat zwischen den Mitgliedsgemeinden ist in den vergangenen Jahren eine gute, gemeinschaftliche Zusammenarbeit entstanden. Wir müssen gemeinsam diese Samtgemeinde weiterentwickeln. Aber bitte haben Sie dafür Verständnis, dass die Mitgliedsgemeinden ihre Selbstständigkeit bei aller guten Zusammenarbeit nicht aufgeben wollen.
Mit einer neuen Generation der Ratsmitglieder ist die Schulpolitik der Samtgemeinde in eine neue Ära gestartet, die auch für den Schulstandort Bendestorf viele positive Signale mit sich brachte.Hoffnungsvoll hat mich gestimmt, dass wir gemeinsam die Oberschule in Jesteburg realisieren konnten, wobei ich ausdrücklich Nathalie Boegel, Steffen Burmeister und Karl-Heinz Glaeser für ihren Einsatz danken möchte.
Für die Zukunft bin ich sehr zuversichtlich, gerade mit der neuen Generation der Ratsmitglieder, dass sich die Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden noch weiter verbessern wird. Für die sachliche und faire Zusammenarbeit in den letzten Jahren möchte ich mich bei Ihnen allen herzlich bedanken. Ich wünsche Ihnen für alle anstehenden Entscheidungen eine glückliche Hand."

Bernd Beiersdorf rückt nach
Für Hans-Peter Brink rückt Bernd Beiersdorf im Samtgemeinderat nach. Der ehemalige Airbus-Manager wurde nach Brinks Ausscheiden im Frühjahr bereits zum neuen Bendestorfer Bürgermeister gewählt. Der Samtgemeinderat machte Beiersdorf jetzt zudem einstimmig zum ersten stellvertretenden Ratsvorsitzenden. "Es zeigt sich, dass ich als Bendestorfer Bürgermeister vor Ort in Jesteburg Flagge zeigen sollte,  zumal einige wichtige Themen anstehen wie etwa die Organisationsuntersuchung der Samtgemeinde nebst Schnittstellenoptimierung mit Auswirkungen auf die Gliedgemeinden", so Beiersdorf. "Hans-Peter Brink wird mich und die Bendestorfer Wählergemeinschaft aber natürlich weiterhin mit seinen jahrzehntelangen politischen Erfahrungsschatz voll im Hintergrund unterstützen."