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Pastor Paul Henke über Gemeinschaft und Glauben
Für mich ist es das Schönste, die Leute zu kennen

Für Pastor Paul Henke ist seine Gemeinde ein Ort des Miteinanders und der Begegnung | Foto: sts
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  • Für Pastor Paul Henke ist seine Gemeinde ein Ort des Miteinanders und der Begegnung
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WOCHENBLATT: Was ist das Besondere an Ihrer Kirchengemeinde?
„Unsere Kirchengemeinde besteht derzeit aus rund 2000 Mitgliedern, etwa 100 engagieren sich aktiv – mal regelmäßig, mal punktuell. Was uns besonders auszeichnet, ist der gute Ton. Mir ist es wichtig, dass ein wertschätzendes Miteinander herrscht. Viele Menschen suchen heute Gemeinschaft, wollen sich austauschen und Fragen stellen. Die Kirchengemeinde kann ein Ort sein, der Menschen auffängt, die sich einsam fühlen oder Anschluss suchen. Gerade ältere Menschen nehmen unsere Angebote gerne wahr. Ein Tag kann lang sein, besonders wenn man einen langjährigen Partner verloren hat. Dann wird Gemeinschaft umso wichtiger. Gleichzeitig sind wir offen für alle – auch für konfessionslose Menschen oder Zugezogene. Insgesamt erlebe ich die Gemeinde als aufgeschlossen, hilfsbereit und herzlich. Die Menschen im Alten Land bringen viel Freundlichkeit und Großzügigkeit mit.“

WOCHENBLATT: Wie gelingt es, Menschen zu erreichen und zu verbinden?
„Wir haben zum Beispiel eine sehr aktive Theatergruppe. Darüber erreichen wir Familien und Kinder, geben ihnen Aufgaben und begleiten sie auf ihrem Weg. Viele Eltern schätzen diese Angebote. Wir arbeiten projektbezogen, sodass Kinder jederzeit einsteigen können.
können.
Mir ist besonders eine Familie in Erinnerung geblieben, die neu nach Jork gezogen war. Bei einem Elternbrunch erzählten sie, wie wichtig die Kirchengemeinde für sie geworden ist, weil sie hier keine eigene Familie hatten. Sie haben Kontakte gefunden, ihre Kinder waren gut aufgehoben und sie konnten gemeinsam mit anderen Familien etwas erleben. Dieses Gemeinschaftsgefühl ist für mich zentral. Auch kulturelle Angebote spielen eine große Rolle. Im Gemeindehaus und im dazugehörigen Garten "Eden" findet zum Beispiel das Blütenfest statt. Ich selbst interessiere mich sehr für Kultur und lasse solche Eindrücke gern einfließen. Kürzlich war ich auf den Spuren von Paula Modersohn Becker unterwegs. Meine Eindrücke werde ich im August in einen Gottesdienst einbringen.
Ich versuche, das Intellektuelle mit dem Praktischen zu verbinden, das Gesellige mit neuen Erfahrungen. Kunst, Literatur oder Musik helfen oft, neue Zugänge zum Glauben zu schaffen."

WOCHENBLATT: Wie verändert sich Kirche – und was bleibt?
„Pastor zu sein ist heute anspruchsvoller geworden. Die Menschen haben viele Möglichkeiten, ihr Leben zu gestalten. Gerade in Jork leben viele Zugezogene mit unterschiedlichen Lebensentwürfen. Das macht die Struktur vielfältiger. Gleichzeitig treten auch Menschen aus der Kirche aus und lassen ihre Kinder nicht mehr taufen. Das ist ein Prozess, der sich wie eine Pyramide nach unten entwickelt. Trotzdem kommen an Heiligabend viele zurück, und das freut mich.
Für mich bleibt die persönliche Begegnung entscheidend. Ich habe rund 300 Kinder konfirmiert und fast alle Familien vorher zuhause besucht. Mir war es wichtig, die Eltern und das Umfeld kennenzulernen. Wenn man einmal gemeinsam einen Kaffee getrunken hat, entsteht ein ganz anderes Miteinander. Für mich ist es das Schönste, die Leute zu kennen.
Die Menschen bringen auch schwierige Themen mit. Wenn es schwere Schicksalsschläge gibt, wird oft die Frage nach Gott gestellt. Ich versuche dann, keine einfachen Antworten zu geben. Es gibt Dinge, für die es keine Erklärung gibt. Manches muss man aushalten. Gleichzeitig sehe ich den Menschen nicht als hilflos. Ich finde es wichtig, das eigene Leben aktiv zu gestalten und Verantwortung zu übernehmen.

Ich versuche, die Themen der heutigen Zeit mit einer religiösen Sehnsucht zu verbinden. Wenn Menschen sich darauf einlassen, erlebe ich viel Dankbarkeit, Offenheit und Freude."

Für Pastor Paul Henke ist seine Gemeinde ein Ort des Miteinanders und der Begegnung | Foto: sts
In seinen Predigten verbindet Paul Henke gerne Kunst, Literatur und biblische Texte | Foto: sts
Redakteur:

Stefanie Schimanski aus Buxtehude

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