Social Media gegen Suchtgefahr
Aus Hollern-Twielenfleth in die App-Stores
- Die Entwickler von NYZZU Nina Lindenblatt aus Hollern-Twielenfleth und Kai Afflerbach aus Hamburg
- Foto: NYZZU/muxmäuschenwild GmbH
- hochgeladen von Pauline Bellmann
Nina Lindenblatt aus Hollern-Twielenfleth hatte genug. Ihre Kinder wollten – wie viele andere – mit ihren Freunden digital in Kontakt bleiben. Doch die Vorstellung, ihre persönlichen Daten in die Hände großer Social-Media-Konzerne zu geben, war für sie untragbar. „Es gab einfach keine altersgerechte Alternative“, sagt sie. Beim Ausfüllen eines Freundebuchs kam ihr schließlich die Idee.
Gemeinsam mit dem Hamburger Juristen und Projektentwickler Kai Afflerbach entwickelte sie „NYZZU“ – eine Social-Media-App mit besonderem Fokus auf der Sicherheit von Kindern und Jugendlichen. Das Duo kennt sich über den Kindergarten ihrer Kinder. Sie wollten eine Plattform schaffen, die ohne Algorithmus, ohne Datenhandel und ohne öffentliche Profile funktioniert – und dabei das soziale Miteinander nicht vergisst.
Ohne Like-Zwang und Filterwahn
NYZZU – gesprochen „Nie-su“ – ist ein geschlossener digitaler Raum. Jugendliche können dort eigene Beiträge gestalten, Freundschaften pflegen und sich kreativ zeigen – ohne dass sich Eltern Sorgen um die Daten und Privatsphäre ihrer Kinder machen müssen. Es gibt keine Gesichtsfilter, kein öffentliches Ranking, kein endloses Doom-Scrolling. Die App soll bewusst der Suchtgefahr entgegenwirken.
NYZZU ist nicht nur für Kinder und Jugendliche gedacht, jeder kann sich ein Profil erstellen. Doch Eltern spielen in der App eine besondere Rolle. Sie haben zwar keinen direkten Zugriff auf die Aktivitäten ihrer Kinder, werden aber informiert, wenn das eigene Kind von anderen Nutzern gemeldet wird. So behalten sie den Überblick, ohne die Privatsphäre zu verletzen. „Die Eltern bleiben so weiterhin verantwortlich für ihre Kinder“, so Lindenblatt. So sollen Kinder spüren, dass sie nicht allein im Netz sind.
- Auf dem eigenen Profil können sich Benutzerinnen und Benutzer ihren Freunden zeigen, was sie mögen, wer sie sind
- Foto: NYZZU/muxmäuschenwild GmbH
- hochgeladen von Pauline Bellmann
Digital Natives brauchen neue Lösungen
Am Dienstag, 12. August, ist Internationaler Tag der Jugend – ein Anlass, um über den Schutz junger Menschen im Netz neu nachzudenken. Gerade die Generation, die mit Smartphones aufwächst, braucht sichere Räume. NYZZU soll ein Angebot darstellen, das auf diese Bedürfnisse reagiert – lokal entwickelt, aber mit großem Anspruch.
Schulprojekt für mehr Medienkompetenz
Die junge Generation findet sich oft besser in der digitalen Welt zurecht als ihre Eltern. Das erschwert vielen Erziehungsberechtigten die Aufgabe, ihre Kinder auch online vor Gefahren zu schützen. So haben sich Lindenblatt und Afflerbach neben der App auch das Programm DigitalSmart@School ins Leben gerufen. Lehrkräfte und Eltern werden dabei zu sogenannten „Media Minds“ ausgebildet – Ansprechpersonen, die Kindern helfen, sich im Netz zurechtzufinden. Denn viele Eltern fühlen sich im Netz nicht sicher – oder schämen sich für die intensive Handynutzung ihrer Kinder, so Lindenblatt. Dabei ist es oft nur eine Sache der Übung. Das Schulprojekt will genau da ansetzen.
Ein Zeichen aus dem Alten Land
Mit NYZZU setzt Lindenblatt ein Zeichen – nicht nur für ihre Familie, sondern für viele Eltern, die sich digitale Lösungen mit Haltung wünschen. Und ausgerechnet im Alten Land, zwischen Apfelbäumen und Elbdeich, entsteht eine moderne Antwort auf globale Plattformen.
Mehr Informationen zu der NYZZU-App und digitaler Bildung unter www.nyzzu.com
Redakteur:Pauline Bellmann aus Buxtehude |
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