Autofahrer ignorieren rote Ampel
Endlich kommt Tempo 30: Mehr Sicherheit für die Grundschüler in Hollern-Twielenfleth

Im Rahmen eines gemeinsamen Ortstermins mit der Landesstraßenbehörde, dem Straßenverkehrsamt des Landkreises Stade, der Polizei, Vertretern der Grundschule, der Elternschaft sowie der Samtgemeinde Lühe wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit an der Fußgängerampel bei Penny in Hollern-Twielenfleth abgestimmt | Foto: SG Lühe
  • Im Rahmen eines gemeinsamen Ortstermins mit der Landesstraßenbehörde, dem Straßenverkehrsamt des Landkreises Stade, der Polizei, Vertretern der Grundschule, der Elternschaft sowie der Samtgemeinde Lühe wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit an der Fußgängerampel bei Penny in Hollern-Twielenfleth abgestimmt
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Mit dieser Maßnahme dürfte der Schulweg für die Grundschüler in Hollern-Twielenfleth etwas sicherer werden: Im Bereich der Ampel am örtlichen Penny-Markt wird auf der vielbefahrenen Landesstraße 140 Tempo 30 eingeführt. Das hat Arne Kramer, Leiter des zuständigen Straßenverkehrsamtes beim Landkreis Stade, auf WOCHENBLATT-Nachfrage bestätigt. Damit tragen die langjährigen Bemühungen des Lühe-Samtgemeindebürgermeisters Timo Gerke, die Schulwegsicherheit zu verbessern, endlich Früchte. 

Gefährliche Situationen
Seit dem Bau des Penny-Marktes im Jahr 2007 und der damit verbundenen Einrichtung der Fußgängerampel war die Verkehrssituation wiederholt Thema zwischen Gemeinde, Landkreis und Polizei. Trotz einzelner Anpassungen konnte an dieser Stelle bislang keine zufriedenstellende Verbesserung in Hinblick auf die Schulwegsicherheit erzielt werden. Laut Gerke kommt es immer wieder zu Rotlichtverstößen durch Autofahrer. Wenn die Schüler Grün haben und den Ampelübergang passieren, die Autos aber nicht anhalten, entstehen für die Kinder höchst gefährliche Situationen. Auch der Einsatz von Schülerlotsen oder eine Verlängerung der Grünphase für Fußgänger führten nicht zum gewünschten Erfolg. Ein besonderer Dank gelte dem Dorfpolizisten Torben Kubik, der die Hinweise aus der Dorfgemeinschaft aufgenommen und das Verfahren maßgeblich unterstützt habe, so Gerke.

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Ampel künftig tagsüber in Dauerbetrieb
Umso größer ist nun die Erleichterung bei Rathauschef Gerke. Es habe zuvor zahlreiche Termine gegeben, bei denen Tempo 30 von der Straßenverkehrsbehörde abgelehnt worden sei. Jetzt werden die behördlichen Anordnungen kurzfristig erstellt. Um die Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit zu erhöhen, wird die Ampel künftig tagsüber dauerhaft in Betrieb sein. Ergänzend ist vorgesehen, eine Haltelinie an der Einmündung der Straße „Bi de Schol“ auf der Fahrbahn zu markieren. Die technische Umrüstung der Ampelanlage sowie das Aufstellen der entsprechenden Beschilderung sollen in den kommenden zwei bis drei Monaten erfolgen. Die Entscheidung fiel im Rahmen eines gemeinsamen Ortstermins mit der Landesstraßenbehörde, dem Straßenverkehrsamt des Landkreises Stade, der Polizei, Vertretern der Grundschule, der Elternschaft sowie der Samtgemeinde Lühe.

Schwierige rechtliche Ausgangslage
Hintergrund ist die seit Jahren angespannte Verkehrssituation an der L140, die als Verbindungsroute zwischen Stade und Hamburg genutzt wird.  Zwar sieht die Verwaltungsvorschrift zum Verkehrszeichen 274 der Straßenverkehrsordnung vor, dass die Geschwindigkeit an Schulen, die unmittelbar an einer Straße liegen, auf 30 km/h zu beschränken ist. Doch die Grundschule in Hollern-Twielenfleth liegt nicht direkt an der Landesstraße, sondern an der kleinen Straße „Bi de Schol“ – rund 100 Meter von der L140 entfernt. Diese bauliche Situation erschwerte bislang eine entsprechende Anordnung.

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Parkplatz ist Hol- und Bringzone
Zusätzliche Brisanz erhielt die Situation durch die Verlegung des Hortstandortes. Der Hort befindet sich inzwischen nicht mehr direkt an der Schule, sondern beim neuen evangelischen Kindergarten an der Vorderstraße. Dadurch müssen deutlich mehr Kinder die Fußgängerampel an der L140 nutzen – sowohl morgens als auch am Nachmittag. Hinzu kommt, dass auf dem Parkplatz des Penny-Marktes der sogenannte Hol- und Bringbereich für die Eltern der Grundschüler eingerichtet ist. Viele Schülerinnen und Schüler überqueren von dort aus die Landesstraße, um zur Grundschule zu gelangen. 

Kramer verweist in diesem Zusammenhang auf die Novelle der Straßenverkehrsordnung aus dem Jahr 2024. Diese eröffne mehr Möglichkeiten, Tempo 30 anzuordnen – insbesondere auf stark frequentierten Schulwegen. In Hollern-Twielenfleth sei ein solcher Fall gegeben. Allerdings bewege man sich juristisch noch auf nicht abschließend geklärtem Terrain, da nicht eindeutig definiert sei, wann ein Schulweg als „stark frequentiert“ gilt. Hier könnten künftig noch gerichtliche Entscheidungen für Klarheit sorgen.

Zahlreiche Rotlichtverstöße

Unabhängig von der rechtlichen Einordnung ist die Gefahrenlage offensichtlich. Bei einem Ortstermin wurden in erheblicher Zahl Rotlichtverstöße festgestellt. Kramer unterstellt den Verkehrsteilnehmern dabei keine böse Absicht. Viele Autofahrer hätten die Bedarfsampel nicht ausreichend im Blick oder würden im Verkehrsfluss hinter Lastwagen fahren, die auf der stark befahrenen Strecke unterwegs sind. Wenn die Ampel dann überraschend auf Rot springt, werde das Signal teils zu spät wahrgenommen.

Redakteur:

Jörg Dammann aus Stade

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