Nach erstem Bauabschnitt ist erstmal Schluss
Zu teuer geworden: Die Baumaßnahme Ehestorfer Heuweg wird neu ausgeschrieben

Ehestorfs Ortsbürgermeister Axel Krones vor der Dauerbaustelle am Ehestorfer Heuweg
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as. Ehestorf. Die Fertigstellung der Dauerbaustelle Ehestorfer Heuweg verzögert sich weiter: Nach der ersten von fünf Bauphasen im zweiten Bauabschnitt beendet der Hamburger Landesbetrieb Straßen, Brücken, Gewässer (LSBG) jetzt den Vertrag mit der bauausführenden Firma. "Das Bauverfahren für den zweiten Bauabschnitt wird zurzeit abgestimmt und dann zeitnah neu vergeben", sagt LSBG-Pressesprecherin Edda Teneyken.
Bei einer planmäßigen Evaluation habe sich gezeigt, dass sich die Maßnahme mit dem zuletzt eingerichteten Blockverkehr im bestehenden Vertrag nicht in vertretbarem Zeitrahmen und vertretbaren Kosten durchführen lasse, so Teneyken. Die Kosten hätten sich mittlerweile verdreifacht. Deshalb habe der LSBG den Vertrag beendet.

Seit 2018 saniert der LSBG auf der Hamburger Seite den Ehestorfer Heuweg. Die Bauarbeiten haben gravierende Auswirkungen auf den Durchgangsverkehr zwischen Kiekebergdörfern (Alvesen, Ehestorf, Sottorf, Vahrendorf) und der Hansestadt. Diesseits und jenseits der Landesgrenze protestierten Anleger gegen die von dem LSBG geplanten Vollsperrungen und forderten einen Blockverkehr, der mittels einer Ampelschaltung gelenkt wird.
Laut LSBG liegt hier auch die Ursache für den Kostenanstieg. "In Abstimmung mit der Polizei wurden eine tageszeitlich wechselnde Einbahnstraßenregelung und später ein Blockverkehr eingerichtet. Die Baustelle wurde dadurch in mehrere kürzere Abschnitte gegliedert, der Baubereich sowie die Bauphasen mussten mit fortschreitendem Bauprozess stetig angepasst, umgestellt und straßenverkehrsbehördlich immer wieder neu beantragt werden", berichtet Teneyken. Das habe bis heute von den ursprünglich geplanten reinen Baukosten von 4,9 Millionen Euro fast zu einer Verdreifachung der geplanten Baukosten von 14,2 Millionen Euro geführt. Eine Weiterführung des jetzigen Bauverfahrens hätte absehbar hohe Mehrkosten im zweiten Bauabschnitt zur Folge, die jetzt vermieden werden, so Teneyken.

Ehestorfs Ortsbürgermeister Axel Krones ist auf Zinne. "Planungsfehler, die sich massiv aufgetan haben durch die Vernachlässigung der Bürgerbeteiligung und die Unwissenheit der Planer zum Bergwerk Robertshall sind angeblich nicht für die Kostensteigerung verantwortlich. Das ist wieder eine typische Aussage des LSBG. Die Schuld für Fehler immer bei anderen suchen!" Die ausführende Firma leide unter massiven Planungsfehlern im Vorfeld. Als Beispiel führt der Ortsbürgermeister die Oberflächenentwässerung an. Bereits vor zwei Jahren habe er auf erhebliche Probleme mit der Oberflächenentwässerung im Kreuzungsbereich Am Rehwechsel/Am Bergwerk/Ehestorfer Heuweg hingewiesen. Der LSBG habe den westlichen Graben gestrichen und den östlichen Graben minimiert, stattdessen sollten die Wassermassen durch ein Rohrsystem geleitet werden. Seither bleibe das Wasser bei starken Regenfällen auf der Straße stehen, so Krones.

Dem LSBG ist das Problem bekannt, sagt Edda Teneyken. Eine Überprüfung habe ergeben, dass die Ursache des übermäßig vielen Oberflächenwassers im Bereich Rehwechsel an der mangelnden Aufnahmemöglichkeit der nur zwei vorhandenen Straßenabläufen liegt, die die immensen Wassermengen nicht aufnehmen könnten - und sich auf der niedersächsischen Seite befinden. Da sich das betreffende Gebiet im Wald befinde, führten zusätzlich immer wieder Laub und Schmutz zu Verstopfungen der Abläufe. Der LSBG arbeitet an einer Lösung: Bis zur Fertigstellung eines neuen Bauwerks auf niedersächsischer Seite werde zeitnah ein Laubfanggitter installiert, das Laub und Schmutz zurückhalten soll, um ein Verstopfen der beiden Abläufe zu verhindern. Als weitere Sicherungsmaßnahme werde in beiden Einmündungsbereichen (Rehwechsel, Beim Bergwerk) der östliche Graben entlang des Ehestorfer Heuwegs mit befestigten Oberflächen dauerhaft gesichert, sodass ein nochmaliges Ausspülen der Bankette sowie der Grabenböschungen vermieden werde.
Axel Krones kündigt gemeinsame Maßnahmen der Bürgerinitiative Hausbruch und der Rosengartener in der kommenden Woche an, um dem Hamburger Verkehrssenator die Lage am Ehestorfer Heuweg klar zu machen. "Hausbruch und die Kiekebergdörfer brauchen eine Lösung, wie sie jetzt existiert: Durchfahrtsmöglichkeiten in beide Richtungen und zusätzlich ein funktionierendes Bussystem." 

Dauerbaustelle Ehestorfer Heuweg

Seit Sommer 2018 saniert der LSBG den Ehestorfer Heuweg. Die Bauarbeiten sind in zwei Abschnitte unterteilt. Der erste Bauabschnitt reicht vom Abzweig Wulmsberg bis zur Niedersächsischen Landesgrenze, Abschnitt zwei von Wulmsberg bis Cuxhavener Straße.
Der Ehestorfer Heuweg wird grundlegend erneuert: Die Geh- und Radwege entsprechen nicht mehr dem geforderten Standard und waren in einem schlechten Zustand. Auch die Fahrbahn und die Entwässerungseinrichtungen müssen erneuert werden.
Die Baumaßnahme wurde bereits mehrfach verzögert: Im Bauverlauf wurden alte Versorgungsleitungen gefunden, die nicht im Katasterregister verzeichnet sind. Zusätzlich hat sich während der Bauarbeiten nahe der Niedersächsischen Grenze ein sogenannter Tagesbruch im Bereich des ehemaligen Bergwerks Robertshall gebildet, der die Bauarbeiten zwischenzeitig zum Erliegen brachte. Dabei handelt es sich um eine Versackung, die ca. 50-80 Zentimeter groß ist und eine Tiefe von ca. fünf Metern hat.

Autor:

Anke Settekorn aus Rosengarten

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