Biogasanlage in Klecken soll erweitert werden

Die Biogasanlage am Darschweg in Klecken soll bald mehr Leistung bringen dürfen
  • Die Biogasanlage am Darschweg in Klecken soll bald mehr Leistung bringen dürfen
  • hochgeladen von Mitja Schrader

mi. Klecken. Die Biogasanlage in Klecken am Darschweg soll erweitert werden. Was für den Betreiber, Landwirt Joachim Becker, das wirtschaftliche Überleben sichern soll, bedeutet allerdings für den Ort Klecken eine höhere Verkehrsbelastung. Jetzt hat sich der Bauausschuss mit dem Thema beschäftigt. Ergebnis: Der Weg für die Erweiterung ist frei.
Zu Beginn der Ausschusssitzung kritisierte Kleckens Ortsbürgermeister Jürgen Grützmacher (CDU), dass der Ortsrat nicht zu dem Thema geladen war. Bürgermeister Seidler konterte, dass der Ortsrat bereits ein positives Votum abgegeben habe, daher sei es nicht notwendig, den Ortsrat erneut zu beteiligen. Der Antrag Grützmachers, den Tagesordnungspunkt von der Agenda zu nehmen, scheiterte.
Die Biogasanlage produziert derzeit Strom, der ins globale Netz eingespeist wird. Außerdem versorgt sie ein angeschlossenes Gewächshaus und einige Haushalte in Klecken mit Wärme. Jetzt will der Betreiber Landwirt Joachim Becker die Produktionskapazität der Anlage auf vier Millionen Normkubikmeter Gas steigern. Bauliche Veränderungen sind dafür nicht notwendig. Es fehlen allein die rechtlichen Voraussetzungen.
Die sollte die Politik jetzt schaffen. Konkret geht es um eine Änderung des Flächennutzungsplans und um die Aufstellung eines Bebauungsplans.
Hintergrund: Die Biogasanlage wurde 2011 als sogenanntes privilegiertes Bauprojekt in Klecken am Darschweg im Außenbereich errichtet. Das bedeutet, die Anlage wurde auf einer landwirtschaftlichen Nutzfläche gebaut, ohne dass dort ein Gewerbe- oder Industriegebiet vorgesehen ist. Möglich ist das, weil der Betreiber als Landwirt vom Gesetzgeber dazu berechtigt „privilegiert“ ist und die Anlage die Leistung von 2,3 Millionen Normkubikmetern Biogas nicht überschritt. Mit der Erweiterung reicht dieses „Sonderrecht“ nicht mehr aus. Damit die Anlage weiter betrieben werden darf, muss daher jetzt auf dem Grundstück ein sogenanntes „Sondergebiet“ Biogas - eine Art Mini-Gewerbegebiet, in dem nur die Produktion von Biogas erlaubt ist - ausgewiesen werden. Außerdem muss, wenn die Anlage mit höherer Leistung betrieben wird, ein Bebauungsplan aufgestellt werden.
Im Ausschuss begründete Joachim Becker die Notwendigkeit einer Erweiterung: Durch Änderungen im Energieeinspeisegesetz EEG sei er gezwungen, die Leistung der Anlage zu erhöhen. Beim Bau der Anlage habe er nach den damals gültigen Vergütungen kalkuliert, mittlerweile sei das Gesetz aber so geändert worden, dass eine Wirtschaftlichkeit nur mit einer höheren Kapazität möglich sei. Auch um das bereits genehmigte, vergrößerte Gewächshaus sowie weitere Haushalte oder öffentliche Gebäude mit Fernwärme zu versorgen, sei eine Kapazitätssteigerung erforderlich.
Für die Bewohner von Klecken bedeutet eine gesteigerte Gasproduktion allerdings auch eine Steigerung des Transportverkehrs um rund 50 Prozent, das hat ein Gutachten ergeben. Konkret bedeutet das, kommt die Erweiterung, steigt die Anzahl der Fahrten zur und von der Anlage von rund 3.000 auf 4.500 im Jahr an.
Doch trotz dieser Mehrbelastung für die Allgemeinheit, eine Diskussion fand nicht mehr statt. Lediglich zwei halbherzige Rückfragen von Volkmar Block (Grüne) zur Lagerkapazität musste der Antragsteller beantworten. Bei der Abstimmung gab es dann eine klare Entscheidung, nur Ortsbürgermeister Jürgen Grützmacher stimmte gegen die Erweiterung.

Politik
Sönke Hartlef

WOCHENBLATT-Serie "Stade - plus und minus": Jetzt kommt Sönke Hartlef zu Wort
Stades Bürgermeister: Die Lebensqualität in der Stadt nachhaltig steigern

jd. Stade. "Stade - plus und minus": So lautete der Name der kleinen politischen WOCHENBLATT-Sommerserie, in deren Rahmen die sechs Fraktionsvorsitzenden im Rat der Hansestadt Statements zu Themen abgeben konnten, die ihnen für Stade wichtig erscheinen. Für positive Aspekte wurde ein Plus-Zeichen vergeben, bewerteten die Fraktionschefs etwas negativ, gab es ein Minus. Lag die Einschätzung dazwischen, war auch ein Plusminus möglich. Bürgermeister Sönke Hartlef (CDU) hat sich die...

Politik
Auf diesem Areal wollte das Unternehmen den Supermarkt ansiedeln   Foto: thl

Winsen lehnt weiteren Supermarkt ab

Fachausschuss der Stadt stellt Baugesuch eines Unternehmens im Gewerbegebiet für ein Jahr zurück thl. Winsen. Der Planungsausschuss der Stadt hat dem Verwaltungsausschuss die Zurückstellung eines Baugesuchs für einen Supermarkt im Gewerbegebiet Boschstraße für die Dauer eines Jahres empfohlen. Zudem soll für den Bereich der Bebauungsplan "Nr. 30 - Gewerbegebiet Osttangente" von 1990 geändert werden. Dieser setzt nämlich fest, dass in diesem Bereich Einzelhandelsbetriebe bis zu einer Größe...

Blaulicht
In der Staatsanwaltschaft Stade rücken kriminelle Clans jetzt verstärkt in den Fokus

Stade ist Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft
Null Toleranz bei Clankriminalität

tk. Stade. "Das Gefühl, dass es in Niedersachsen Kriminelle gibt, die bei rechtschaffenen Bürgern den Eindruck erwecken, dass sie tun und treiben könnten, was sie wollen, darf es nicht geben." Mit diesen Worten gab Niedersachsens Justizministerin Barbara Havliza (CDU) den Startschuss für die vier neuen Schwerpunkt-Staatsanwaltschaften Clankriminalität. Eine davon ist in Stade angesiedelt.  Zwei Staatsanwälte werden sich in den jeweils vier Ermittlungseinheiten, neben Stade sind das...

Panorama
In seinem Stall: Landwirt Stefan Isermann aus Toppenstedt
3 Bilder

"Aufeinandertreffen mit Corona wäre Super-GAU"
Landwirte sind bedroht von Auswirkungen von Afrikanischer Schweinepest

ce. Toppenstedt. "Die Pest ist in hiesigen Regionen noch nicht angekommen. Ihre Auswirkungen könnten aber nicht nur für unseren Betrieb mittelfristig existenzbedrohend werden." Das sagt Stefan Isermann (41), der in dritter Generation in Toppenstedt (Landkreis Harburg) Landwirtschaft mit einigen tausend Schweinen betreibt, mit Blick auf die aktuelle Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP). Die Tierseuche, die Haus- und Wildschweine befällt, hat bislang 35 dieser Vierbeiner in...

Politik
Rainer Schlichtmann hat sich 25 Jahre zum Wohle der Samtgemeinde Harsefeld eingesetzt
4 Bilder

Er übergibt ein gut bestelltes Haus
Nach 25 Jahren als Verwaltungschef in Harsefeld: Rainer Schlichtmann geht in den Ruhestand

jd. Harsefeld. Eine Ära geht heute zu Ende: Dieser Mittwoch ist der letzte Arbeitstag für Rainer Schlichtmann. Am Abend wird der Harsefelder Samtgemeinde-Bürgermeister bei einem Festakt in der Eissporthalle offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Dass seine Amtszeit später einmal als "Ära Schlichtmann" bezeichnet wird, dürfte ziemlich sicher sein. Schließlich hat der 67-Jährige die Geschicke der Samtgemeinde und auch ihrer vier Mitgliedsgemeinden entscheidend geprägt - und das über einen...

Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Sie möchten selbst beitragen?

Melden Sie sich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen