Freilichtmuseum am Kiekeberg
Alte Apfelsorten nutzen
- Im Eingangsgebäude des Freilichtmuseums werden historische Apfelsorten verkauft.
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Noch vor 70 Jahren gab es unzählige regionale Apfelsorten auf Wochenmärkten, in Geschäften oder direkt vom Hof zu kaufen.
Mit dem Einzug von Supermärkten ist die Regionalität stark zurückgegangen. Wenige, globale Sorten bestimmen die Märkte: Granny Smith, Pink Lady und Gala.
Die alten, regionalen Äpfel tragen oft Ortsnamen wie Finkenwerder Herbstprinz, Altländer Pfannkuchen, Seestermüher Zitronenapfel oder Tangendorfer Brautapfel. Jede Sorte hat ihre spezielle Bedeutung und Einsatzmöglichkeit. So sprach man noch in den 1950er Jahren von Most-, Tafel-, Konditoren-, Back-, Dürr- oder Wirtschaftsäpfeln. Heute werden nur noch Tafeläpfel angeboten. Auch die Aromen sind vereinheitlicht.
Im Freilichtmuseum am Kiekeberg wachsen über 80 Sorten an fast 400 Bäumen. Eine kleine Auswahl der Sorten werden im Hofladen im Eingangsbereich angeboten. Auch bei Apfelunverträglichkeiten können alte Sorten Abhilfe schaffen. Fast alle Sorten, die vor 1950 gezüchtet wurden, sind gut verträglich. Außerdem ist der Verzehr alter Sorten immer ein ganz besonderes Geschmackserlebnis.
In diesem Sinne: ,,Jeden Daag een Appel, un de Dokter höldt sien Sabbel" („Jeden Tag einen Apfel und der Doktor hält den Mund“).
Wer mehr zu regionalen Ernteprodukten erfahren will und interessiert an der ein oder anderen Kostprobe ist, sollte den „Apfel- und Kartoffeltag“ im Freilichtmuseum am Kiekeberg am Sonntag, dem 19. Oktober, nicht verpassen.
Am Kiekeberg wird am Wegesrand, in den Bauerngärten, in den historischen Gebäuden oder im Stall bei den Tieren traditionelles Wissens sichtbar. Wer dieses heute wieder nutzen möchte, erhält in der Reihe „Tradition trifft Alltag – Museumstipps für Zuhause“ regelmäßig praktische Ratschläge und erfährt deren fast vergessene Geschichte.
Leserreporter:Freilichtmuseum am Kiekeberg aus Rosengarten |
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