Sanitär-Handwerker informieren sich über Asbest
Neue Gefahrstoffverordnung muss umgesetzt werden

Jörg Hoßbach vom niedersächsischen Fachverband informierte Innungs-Obermeisterin Corinna Kluth und die Handwerkerksmeister über die neuen Regeln im Umgang mit Asbest | Foto: ks
  • Jörg Hoßbach vom niedersächsischen Fachverband informierte Innungs-Obermeisterin Corinna Kluth und die Handwerkerksmeister über die neuen Regeln im Umgang mit Asbest
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Stirnrunzeln herrschte jetzt bei den Mitgliedern der Innung Sanitär-, Heizungs-, Klima und Klempnertechnik des Landkreises Harburg während der Herbstversammlung in Nenndorf. Der Grund: Jörg Hoßbach vom Fachverband Sanitär-, Heizungs-, Klima und Klempnertechnik Niedersachsen brachte die Anwesenden bei der seit 2024 geltenden neuen Asbest-Gefahrstoffverordnung auf den aktuellen Stand. Die Umsetzung - so Hoßbach - bedeute "für uns als Handwerksbetriebe eine neue Herausforderung“.

In Europa ist das Verarbeiten des Baustoffes Asbest seit 1993 verboten. So sei es möglich, dass in Gebäuden, die um den Zeitraum herum gebaut wurden, belastete Baustoffe verwendet worden seien, so Jörg Hoßbach. Künftig müsse bei Verdacht auf Asbest eine Erkundung erfolgen. Liege eine Belastung vor, müssten - je nach Einordnung in Risikoklassen - entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Unter anderem dürften nur geschulte Handwerker eingesetzt, spezielles Werkzeug verwendet werden. Zudem müssten die Mitarbeiter zur arbeitsmedizinischen Vorsorge und ihre Einsatzzeiten und Tätigkeiten auf der Baustelle dokumentiert werden. Zudem müssten die Baustellen mehrfach gemeldet werden.

Die Innungsmitglieder nahmen das Thema des gefährlichen Asbest für ihre Kunden, Mitarbeiter und für sich selbst sehr ernst. Dennoch war ein Betriebsinhaber angesichts der geforderten Maßnahmen überzeugt: „Das legt die Branche lahm.“

Der Innung gehören derzeit 88 Betriebe an. Lehrlingswart Bastian Kröger berichtete, dass in der Innung momentan 34 junge Leute im ersten, 30 im zweiten, 33 im dritten und 24 im vierten Jahr ausgebildet werden. Für Letztere steht nach dreieinhalb Jahren jetzt im Winter die Prüfung an. Zudem blickte Kröger auf die stattgefundene sogenannte "Prüfung Teil 1" (früher Zwischenprüfung): "Sie ist unterirdisch ausgefallen. Es war echt schlecht.“ Er habe die Ergebnisse diesmal den Auszubildenden persönlich bekanntgegeben. Einige hätten verstanden, worauf es nun ankomme, zumal das Zwischenergebnis in die Endnote einfließe.

Obermeisterin Corinna Kluth hatte im Auftrag der Stadtwerke Buchholz eine Nachricht für die Innungsmitglieder im Gepäck: Diese müssten ihren Kunden mitteilen, dass bei einem nicht mehr benötigten Gasanschluss dieser zunächst stillgelegt werde. Drei Jahre später erfolge der Rückbau mit Nettokosten von 990 Euro. Die Stadtwerke Winsen teilten auf Nachfrage mit, dass bei einem Rückbau im Gasnetz Monteur- und Tiefbauarbeiten anfielen. Deshalb würden dem Kunden künftig rund 780 Euro in Rechnung gestellt werden müssen.

Redakteur:

Karsten Schaar aus Winsen

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