Schulstudie
Der Landkreis Harburg braucht zwei zusätzliche Gymnasien

Schulgutachter Wolf Krämer-Mandeau vor dem Veranstaltungszentrum Burg Seevetal
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(ts). Zwei zusätzliche Gymnasien mit jeweils 1.000 Schülern brauche der Landkreis Harburg bis zum Jahr 2030. Dagegen sei die Zahl der Oberschulen im Kreisgebiet mit elf zu hoch. Die Studie, die der Schulgutachter Wolf Krämer-Mandeau im Auftrag des Landkreises Harburg zur Entwicklung seiner Schullandschaft erstellt hat, sorgt weiter für Diskussions- und Zündstoff.
Der Chef des Bonner Büros Biregio, nach einem Bericht des ZDF-Magazins "Frontal 21" aus dem Jahr 2015 nicht unumstritten in Deutschland, hat jetzt die Ergebnisse in einer Sondersitzung des Kreisschulausschusses im Veranstaltungszentrum Burg Seevetal vorgestellt.
Der Kreisschulausschuss hat die Bildung einer Arbeitsgruppe mit 21 Mitgliedern beschlossen. Sie soll bis zum September oder spätestens bis Ende des Jahres Handlungsempfehlungen geben, wie der Landkreis Harburg die Schullandschaft am besten umbauen soll. Die Arbeitsgruppe will auch die Inklusion, also die gemeinsame Beschulung von Schülern mit und ohne Behinderung, treffen.
"Ich bin dazu da, unbequeme Wahrheiten auszusprechen", sagte Wolf Krämer-Mandeau den Mitgliedern des Kreisschulausschusses. Das sind seine Kernaussagen:
Gymnasien: Zunehmend schicken die Eltern im Landkreis Harburg ihre Kinder auf das Gymnasium. Im Jahr 2025 werden voraussichtlich bis zu 45 Prozent der Schüler aus fünften Klassen ein Gymnasium besuchen, im Jahr 2030 werden es 50 Prozent sein. Der Landkreis Harburg muss deshalb zwei zusätzliche Gymnasien mit jeweils 1.000 Schülern einrichten. Wo, sagt der Gutachter nicht.
Oberschulen: Der Elternwille zeige eine klare Entscheidung gegen die Oberschule. Dabei habe die Schulform das nicht verdient. Ihre Standorte seien sozial wichtig, sagt der Gutachter. Die Oberschulen einfach so zu belassen, erscheine aus planerischer Sicht aber schlechthin undenkbar. Krämer-Mandeau empfiehlt die Fusion der Oberschulen Seevetal und Stelle am Standort Stelle.
Gesamtschulen: Der Landkreis Harburg solle zusätzlich zwei neue Gesamtschulen einrichten.
Berufsbildende Schulen: Krämer-Mandeau empfiehlt den Ausbau des Berufsschulangebots und schlägt ein berufliches Gymnasium für Berufstechnik oder Mechatronik vor.
Aussagen der Studie stehen bereits in der Kritik, bevor die Arbeitsgruppe ihre Arbeit aufgenommen hat. Elternvertreter der Oberschule Seevetal werfen dem Schulgutachter vor, mit falschen Zahlen bei den Schüleranmeldungen zu argumentieren. Sie fürchten das Aus für ihren Standort. Und: Schüler aus Meckelfeld, Over und Bullenhausen würden lieber an eine Schule in Hamburg wechseln, als nach Stelle fahren zu müssen. Das könne niemand wollen.
Auch Nicole Bracht-Bendt (FDP) setzt sich für die Oberschulen ein: "Ich möchte nicht, dass die Oberschule eine Restschule wird." Sie fordert zudem die Integrierten Gesamtschulen auf, mehr Inklusionsarbeit zu leisten.
In einem sind sich die Kreisschulpolitiker dennoch einig: "Wir wollen keine Zentralisierung", sagt Hans-Heinrich Aldag (CDU). "Wir wollen in jeder Samtgemeinde mindestens eine weiterführende Schulform haben."

Schulgutachter Wolf Krämer-Mandeau vor dem Veranstaltungszentrum Burg Seevetal
Die Grafik zeigt, wie sich die Schulformen im Landkreis Harburg laut dem Büro Biregio entwickeln werden: Die Gymnasien gewinnen Schüler, die Oberschulen schrumpfen Grafik: MSR
Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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