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Freie Wähler kritisieren Planungen zum Baugebiet "Schwarzer Weg": "Bürgerwille wird ignoriert"

Willy Klingenberg (v. li.), Ortsratsmitglied Dr. Irmelin Schütze und Klaus Prigge an der Fläche, auf der das neue Wohngebiet entstehen könnte
  • Willy Klingenberg (v. li.), Ortsratsmitglied Dr. Irmelin Schütze und Klaus Prigge an der Fläche, auf der das neue Wohngebiet entstehen könnte
  • hochgeladen von Katja Bendig

kb. Hittfeld. "Wir finden keine der vier vorgestellten Varianten vernünftig", mit diesen klaren Worten kommentiert Willy Klingenberg, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler, die bisherigen Planungen zum Neubaugebiet "Küstergarten/Schwarzer Weg" in Hittfeld. "Die Bürger haben sich im Vorfeld deutlich für eine moderate Bebauung ausgesprochen, mit den derzeitigen Planungen wird der Bürgerwille ignoriert", so Klingenberg weiter.
Wie berichtet, hatte das Planungsbüro Mehring kürzlich vier Varianten zur Bebauung des Gebietes vorgestellt. Variante C und D mit jeweils rund 100 Bauplätzen sollen nach dem Willen des Gemeinderates jetzt genauer angeschaut werden. Laut Berechnungen des Planungsbüros versprechen diese Varianten den größten Gewinn für die Gemeinde. Die Freien Wähler bezweifeln jedoch, dass Seevetal langfristig von dem Baugebiet profitiert. "Wenn man die Erschließungskosten und die dauerhaften Kosten für die Pflege der Grünflächen berücksichtigt, dann fällt der fiskalische Nutzen eher gering aus", so Klaus Prigge, der für die Freien Wähler im Umwelt- und Planungsausschuss sitzt. Hinzu kämen weitere Kosten u.a. für Infrastruktur und Kinderbetreuung. "Die Gemeinde kann ihre Infrastruktur schon jetzt kaum finanzieren", so Prigge. Durch den Verkauf der Grundstücke im Gebiet "Küstergarten/Schwarzer Weg" versuche die Gemeinde lediglich Haushaltslöcher zu stopfen, die an anderer Stelle entstanden seien.
Die Freien Wähler waren kürzlich mit ihrem Antrag, einen eigenen Entwurf für das Gebiet zuzulassen, im Planungsausschuss gescheitert. Die Variante sieht eine Kombination aus Wald, Landwirtschaft und eventuell einer kleinflächigen Wohnbebauung vor. Dadurch bekäme Hittfeld nicht nur ein attraktives Naherholungsgebiet, auch finanziell habe diese Variante Vorteile, so Klingenberg. "Die Waldflächen könnten verpachtet werden, Kosten für Erschließung und Infrastruktur fielen weg", so der Fraktionsvorsitzende.
Dem Argument der Gemeindeverwaltung, dass Seevetal dringend Bevölkerungszuwachs benötigt, um den Status Quo zu halten, können die Freien Wähler nicht folgen. "Bevölkerungszuwachs ist nicht die Lösung für alle Probleme", so Klingenberg. Es sei nicht zwingend, großflächige Baugebiete zu schaffen. "Wir plädieren für eine behutsame Nachverdichtung", so Klingenberg.
Die Freien Wähler wollen in der weiteren Diskussion versuchen, sich mit ihren Argumenten durchzusetzen. "Die Entscheidung ist noch längst nicht gefallen" sagt Klaus Prigge. Die Resignation vieler Bürger im Hinblick auf die Planungen dürfe verwaltungsseitig nicht in Zustimmung umgedeutet werden. "Viele Hittfelder sind unserer Meinung und wollen keine großflächige Wohnbebauung", so Prigge.

Redakteur:

Katja Bendig aus Seevetal

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