Deutsche Sprache
IHK gendert - und erntet Kritik

Foto: Tim Mossholder/ Unsplash
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Unternehmer (männlich, weiblich und divers) heißen jetzt Wirtschaftsakteur*innen. Zumindest im Sprachgebrauch der Industrie- und Handelskammer (IHK) Lüneburg-Wolfsburg. Mit dieser Wortneuschöpfung spricht die Wirtschaftsorganisation in einer Postwurfsendung ihre Mitglieder an, um sie zu einer Kandidatur für die Vollversammlung (das parlamentarische Gremium der Kammer) zu bewegen. 

Die Redaktion des IHK-Magazins fügt neuerdings ein Sonderzeichen, einen hochgestellten Stern, in Worte ein, um Männer, Frauen und Menschen, die sich als trans, inter oder nicht-binär identifizieren, gleichberechtigt anzusprechen. Dabei handelt es sich um eine einsame Entscheidung der Redaktion. Ein entsprechender Beschluss der Vollversammlung existiert nicht, wie Chefredakteurin Sandra Bengsch dem WOCHENBLATT bestätigte. 

Die Industrie- und Handelskammer installiert eine neue Sprache: die geschlechtergerechte Sprache (das sogenannte Gendern). Den überregional bekannten Geflügelunternehmer und langjährigen früheren CDU-Landtagsabgeordneten Heiner Schönecke aus dem Neu Wulmstorfer Ortsteil Elstorf ärgert das. Die  Gesellschaft in Deutschland habe sich nicht in einem demokratisch-legitimierten Prozess über die Einführung der Gendersprache verständigt, sagt er. Heiner Schönecke ist überzeugt: "Es gibt keine Mehrheit für das Gendern."

Von IT-Forensiker*innen ist zum Beispiel im IHK-Magazin die Rede. Manche Passagen seien nicht mehr lesbar, sagt Heiner Schönecke. "Und beim besten Willen kann man so etwas nicht sprechen." Das hat er dem IHK-Vorsitzenden Andreas Kirschenmann geschrieben. Eine Antwort habe Schönecke nicht erhalten.

Für die Redaktion des IHK-Magazins sei das Gendern die beste Möglichkeit, um der Vielfalt der Geschlechter Rechnung zu tragen. "Gendern macht unsere Sprache inklusiver und schafft ein Bewusstsein dafür, dass es nicht nur zwei Geschlechtsidentitäten gibt. Wir möchten alle Menschen in angemessener Weise repräsentieren – nicht nur Männer", erklärt Chefredakteurin Sandra Bengsch. 

Die Industrie- und Handelskammer solle sich um Wichtigeres kümmern und die Interessen der Unternehmen vertreten, hält Heiner Schönecke entgegen. "Die Belastungen im Zusammenhang mit der Klimawende, die Schließung von Karstadt-Kaufhäusern und ihre Auswirkungen auf die Innenstädte - das sind Themen, die die Kaufleute bewegen."

Stadt Buchholz verordnet sich Gendern per Leitfaden

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Brauchen wir Gender-Sprache wirklich?
Redakteur:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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