Nagerplage
Mäuse setzen dem Deich an der Elbe zu

Die Oberfläche des Elbedeiches bei Over ist von Furchen gezeichnet Fotos: ts (2), tw
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ts. Over. Die Furchen und Löcher an der Oberfläche des Elbedeiches bei Over sind unübersehbar: Eine massive Mäuseplage setzt dem Hochwasserschutzbauwerk zu. Zusätzlich hat die lang anhaltende Trockenheit in diesem Sommer den Deich belastet und ist eine weitere Ursache für Risse an der Oberfläche. Der Harburger Deichverband setzt im Kampf gegen die Mäuseplage auf Giftköder und die Hilfe von Greifvögeln.
"Aus Sicht des Harburger Deichverbandes hat die Population der Mäuse in den vergangenen zwei Jahre rasant zugenommen. Wir haben bislang versucht, eine Auslegung von Gift zu verhindern, aber unsere Pflicht, die Menschen binnendeichs vor Hochwasser und Sturmfluten zu schützen, lässt derzeit keine andere Alternative zu", sagt Andrea Sahling vom Harburger Deichverband.
Darum ist die Mäuseplage so gefährlich: Feldmäuse schädigen die obere Schicht der Deiche, indem sie kleine Löcher hineingraben. Manchmal buddeln Hunde diese auf und vergrößern sie. Bei Hochwasser könnte dann Wasser durch diese Hohlräume eindringen und das Schutzbauwerk destabilisieren.
Der Harburger Deichverband greift deshalb zum Mäusegift Ratron Giftweizen. Dabei handele es sich um einen schnell wirkenden, gebrauchsfähigen Köderweizen zur Bekämpfung von Feldmäusen. Dieser Giftweizen töte die Mäuse innerhalb von eine bis zu drei Stunden. Der Wirkstoff werde dabei vollständig abgebaut und verursache deshalb keine Sekundärvergiftungen, teilte der Deichverband mit.
Die Mäusegiftköder legen laut Deichverband ausschließlich Mitarbeiter des Deichverbandes aus, die über einen gültigen Sachkundenachweis verfügen. Hilfspersonen würden ausführlich unterwiesen und arbeiteten unter Anleitung. Der Köderweizen werde in Abschnitten ausgelegt und durch Hinweistafeln kenntlich gemacht.
Die Tierschutzorganisation Peta kritisiert die Anwendung von Mäusegift. Peta fordert Landrat Rainer Rempe auf, den Gifteinsatz zu stoppen und stattdessen die Fuchsjagd im Landkreis Harburg zu verbieten. Füchse seien natürliche Feinde von Mäusen. Von 3.000 bis 5.000 Mäusen würde sich ein Fuchs pro Jahr ernähren.
Hilfe im Kampf gegen die Mäuseplage verspricht sich der Harburger Deichverband tatsächlich von natürlichen Feinden der Nager. Die Deichschützer bereiten eine Bejagung der Mäuse durch Eulen oder andere Greifvögel vor. Dazu werden Helfer an mehreren Stellen entlang des Elbdeichs Ansitzstangen, sogenannte Julen, aufstellen, teilte der Deichverband dem WOCHENBLATT mit. Die Stangen dienen den Vögeln als Baumersatz und ermöglichen natürliche Bejagung.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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