Recycling zwischen Seevetal und Rosengarten
Otto Dörner plant "Innovationspark"
- Michael von Malottky erklärte, was das Unternehmen Otto Dörner zwischen Rosengarten und Seevetal vor hat
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Das Entsorgungs- und Baustoffunternehmen Otto Dörner möchte zwischen Hittfeld-Eddelsen und Rosengarten einen großen "Innovationspark" bauen. Damit sollen zu einer weiteren Deponie auch weitere Recyclingabteilungen für Baustoffe entstehen. Weil Dörners derzeitige Genehmigung für den Bodenabbau 2040 ausläuft und für das neue Projekt ein Bebauungsplan erstellt und der Flächennutzungsplan geändert werden müssen, befasste sich jetzt der Seevetaler Gemeinderat mit dem Thema – in seiner letzten Sitzung in der bisherigen Zusammensetzung, denn am 3. November konstituiert sich der neue Gemeinderat.
Flächennutzungsplan muss geändert werden
Dörner plant eine Erweiterung im Sunder, wo schon vor Jahren eine Brücke über die Bahnlinie gebaut worden sei, so Geschäftsführer Michael von Malottky. Das betreffende Seevetaler Gebiet wird bisher als landwirtschaftliche Fläche im Flächennutzungsplan dargestellt. Das müsste geändert werden. Der B-Plan muss ganz neu erstellt werden, denn es sollen auch neue Gewerbegebäude entstehen. Ziel ist ein "moderner, ressourcenorientierter Industrie- und Recyclingstandort mit Modellcharakter für ganz Niedersachsen", heißt es in der Ankündigung der Gemeindeverwaltung.
Mehr Recycling bei Bauvorhaben
Was ist damit genau gemeint? "Das Recyclingthema muss bei Bauvorhaben viel mehr von Anfang an mitgedacht werden", betonte von Malottky die Strategie des Unternehmens. Dörner ist 2025 mit der Recycling-Anlage für mineralische Bauabfälle "ORCA" (das Wochenblatt berichtete) schon einen Schritt in diese Richtung gegangen, nun sollen mehrere weitere in großem Rahmen folgen.
Die derzeit laufende Deponie II wird abgeschlossen und abgedichtet, so dass die Flächen darauf als Industrie- und Gewerbefläche genutzt werden können. Die Kleinannahme für Privatleute soll modernisiert werden.
Bodenaufbereitung und mehr Kompost
Außerdem ist eine geschlossene Halle mit wasserdichtem Boden zur Aufbereitung belasteter Böden vorgesehen. Sand und Kies werden weiterhin in einem geschlossenen Wasserkreislauf gewaschen. Die bestehende Kompostieranlage soll erweitert, ein Schulungszentrum zum Thema fachgerechte Abfallentsorgung und Kreislaufwirtschaft gebaut werden.
Unter Vorbehalt kündigte von Malottky schon mal ein Recycling-Betonwerk, eine "Cake-Wash-Anlage" für die ORCA-Anlage, Lehmproduktion, eine Biogasanlage, eine Asphaltglühanlage, Abwärmenutzung, eine Ziegelei und Batterierecycling an. Diese Vorhaben seien für das Unternehmen Otto Dörner vorstellbar, müssten aber noch hinsichtlich Wirtschaftlichkeit und technischer Machbarkeit geprüft werden.
Photovoltaik für Elektro-Lkw
Derzeit baut Dörner schon genehmigte Photovoltaikanlagen, vor allem zur Eigennutzung für Elektro-Lkw, aber auch zur Einspeisung ins öffentliche Netz. Dadurch könne auch der Lärm durch Dörner-Fahrzeuge und -geräte gesenkt werden, wenn sie zukünftig mit Strom betrieben würden. Die Standorte wurden so gewählt, dass sie von Wohngebieten aus nicht gesehen werden.
Ob und wie viele neue Arbeitsplätze entstehen, sei allerdings noch nicht absehbar, so von Malottky. Die Gemeinde wies außerdem darauf hin, dass es zwischen A1 und der Kiesentlastungsstraße Eddelsen weitere Flächen gebe, die von anderen Gewerbebetrieben genutzt werden könnten.
Gemeinden müssen zusammenarbeiten
Das Besondere: Für den Innovationspark Hittfeld-Rosengarten, kurz "HiRO", müssen die Gemeinden zusammenarbeiten. Das von Dörner anvisierte Gebiet gehört zum Teil zu Seevetal, teilweise zu Rosengarten. Rosengarten hat der zukünftigen Zusammenarbeit bereits zugestimmt.
Funfact am Rande: Damit der Projektname korrekt ist, schlug man jetzt eine Änderung in "RoSe" für Rosengarten und Seevetal vor - und das, obwohl es auch um die - eher wenig duftende - Aufbereitung belasteter Böden und Kompostierung gehen soll.
Fachausschüsse sollen gemeinsam tagen
Um doppelte Arbeiten und Planentwürfe zu vermeiden, wünschte sich Seevetals Bauamtsleiterin Katrin Hilpert, dass beide Gemeinden ein gemeinsames Büro mit den Planungen beauftragen. Die jeweiligen Fachausschüsse sollen gemeinsam die Beschlüsse für beide Gemeinden vorbereiten, die dann aber weiter jede für sich entscheiden. Rosengarten hatte das bereits beschlossen. Dem gab jetzt auch der Seevetaler Gemeinderat einstimmig seinen Segen.
Mehr Verkehr? Mehr Steuern?
Was den Gemeinderat noch interessierte: Wird es mehr Verkehr geben? Von Malottky: "Wir haben einen direkten Zugang zur Autobahn. Schon jetzt wird Eddelsen nicht mehr belastet. Heiner Steeneck (SPD) wollte das so nicht gelten lassen: "Es gibt durchaus auch jetzt erhebliche Verkehrsbelastungen durch Dörner-Lkw". Sie führen auf der L213 auch durch Hittfeld, Fleestedt und Emmelndorf.
Stephanie Gildemeister-Fuchs von der CDU wollte dagegen wissen, ob bei dem ganzen Projekt auch etwas Positives für die Gemeinde Seevetal herauskomme. "Nicht, dass die Steuereinnahmen alle in Rosengarten landen, und für uns nur der Verkehr bleibt?" Da diese Frage ad hoc nicht beantwortet werden konnte, nahm Gemeinderatsvorsitzende Angelika Tumuscht-Bruhn den Einwand zumindest ins Protokoll auf.
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