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Großes Jubiläum in Helmstorf
Von Schaufelmaßen und Meisterwerken: 125 Jahre Bäckerei Schmanns

Seit 18 Jahren führen sie die Traditionsbäckerei Schmanns: Christian Harbeck (li.) und Heike Hübler | Foto: jvp
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  • Seit 18 Jahren führen sie die Traditionsbäckerei Schmanns: Christian Harbeck (li.) und Heike Hübler
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Manchmal beginnt eine Erfolgsgeschichte mit einer einfachen Frage. Als Christian Harbeck und Heike Hübler vor 18 Jahren, den Meisterbrief im Gepäck, bei der Bäckerei Schmanns in Helmstorf vorbeischauten, wollten sie eigentlich nur "mal generell fragen", ob die Familie vielleicht einen Nachfolger suchte. Heike Hübler erinnert sich noch genau: „Elisabeth Schmanns stand damals hinter dem Verkaufstresen und antwortete ganz sachlich: ‚Na, da kommen Sie mal mit!‘“ Es folgte ein langes Gespräch bei Kaffee und Kuchen. Vier Wochen später war die Übergabe geregelt.

Gegründet wurde die Bäckerei Schmanns 1901 von Peter Heinrich Wilhelm Schmanns, seither war sie in Familienhand. Für Elisabeth und Wilhelm Schmanns stand bei der Übergabe 2008 vor allem eines im Vordergrund: Das traditionelle Backhandwerk sollte erhalten bleiben. „Wilhelm und Elisabeth haben es uns nicht schwer gemacht“, erinnert sich Christian Harbeck. „Das Einzige, was sie sich wünschten, war, dass hier kein großer Filialbäcker hinkommt. Hier sollte möglichst echtes Backhandwerk weiterhin stattfinden.“

"Dann gibst noch etwas Mehl hinzu"

Vielleicht war es kein Zufall, dass damals alles zusammenpasste. Seitdem führt das Seevetaler Paar Christian Harbeck und Heike Hübler die Traditionsbäckerei mit Leidenschaft weiter. Sie ließen den Namen wie er war und übernahmen auch einige Rezepte, die seit rund 100 Jahren in der Helmstorfer Backstube verwendet werden. Dazu gehört das beliebte Butterfranzbrötchen ebenso wie der Quarkstollen. Und natürlich, wie Heike Hübler betont, „unsere besten Rumkugeln der Welt“.
Wie viel Erfahrung in diesen alten Rezepturen steckt, erlebte Harbeck bei seinen ersten gemeinsamen Stunden mit Vorgänger Wilhelm Schmanns in der Backstube. „Wilhelm zeigte mir einige Rezepte, aber schriftlich hatte er nichts. Da wurde noch mit Schaufeln gemessen: eine Schaufel Mehl, eine halbe Schaufel Zucker. Und wenn der Teig zu flüssig war, hieß es einfach: ‚Dann gibst du noch etwas Mehl hinzu.‘“ Harbeck lacht. „Er hatte so viel Erfahrung, er konnte das. Ich musste mir dann alles aufschreiben.“

Die Tradition wird weiter geführt

Dass die Bäckerei nun ihr 125-jähriges Bestehen feiert, verstehen beide vor allem als Jubiläum des Betriebes selbst. „Wir haben nur einen kleinen Teil dieser Geschichte miterlebt. Aber viele unserer Kunden sind dankbar, dass wir die Tradition weiterführen. Und das wollen wir auch“, sagt Harbeck.
Dafür steht der Bäckermeister unter der Woche bereits um Mitternacht auf, freitags sogar schon um 22 Uhr. Nebenbei engagiert er sich noch in der Freiwilligen Feuerwehr Helmstorf. „Wenn Einsätze sind, bin ich dabei – es sei denn, es sind gerade Brote im Ofen.“

Apropos Ofen: Auch der inzwischen 70 Jahre alte Backofen gehört zum Erbe der Bäckerei. Er wird vollständig von Hand bedient und verlangt einiges an Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Dass dabei ein Brot nicht jeden Tag genau gleich aussieht, versteht sich von selbst. „Aber das ist das Tolle an unseren Kunden“, betont das Bäckereiteam. „Hier meckert keiner und echtes Handwerk wird hier noch geschätzt. Dafür sind wir wirklich dankbar.“

Von "Kraftprotz" bis Konditorkunst

In den vergangenen 18 Jahren wurden bei Schmanns neun Menschen erfolgreich ausgebildet. Heute beschäftigt die Bäckerei sechs Angestellte. Mit dem Umbau des Verkaufsraums im Jahr 2019 hielt auch ein Stück Moderne Einzug: Acht gemütliche Sitzplätze laden seitdem zum Verweilen ein, dazu gibt es frischen Kaffee und nach Kundenwunsch belegte Brötchen. Überhaupt versucht das Team, möglichst jeden Sonderwunsch zu erfüllen.

Längst haben sich die neuen Inhaber auch mit eigenen Kreationen einen Namen gemacht. Die Brotsorten wie "Kraftprotz" und "Korn an Korn" und der Dinkelrührkuchen mit jeweils saisonalen Früchten sind äußerst beliebt. Besonders bei Festtagstorten überlässt der Meister nichts dem Zufall. Selbst aufwendige Dekorationen werden von Hand gefertigt – von filigranen Zuckerrosen bis zu Marzipanfiguren. Hier wird die traditionelle Konditorkunst noch gelebt. Mittlerweile unterstützt auch Dex, eines der drei Kinder, als ausgebildete Fachkraft den Familienbetrieb.

Die organisatorischen Fäden hält Ehefrau Heike Hübler in der Hand. Als leitende Chefin bezeichnet sie sich selbst mit einem Augenzwinkern als „Mädchen für alles“. Was sie an ihrer Arbeit besonders liebt, beschreibt sie so: „Meine Erfüllung ist es, wenn ich morgens die Regale mit unseren 15 Brotsorten, Brötchen und Blechen voller Feingebäck fülle – und abends nichts mehr da ist. Dann weiß ich, dass unseren Kunden schmeckt, was wir backen. Das ist eine schöne Bestätigung.“

November ist Jubiläumsmonat

Zum 125-jährigen Bestehen möchte sich das Schmanns-Team bei seinen Kunden bedanken. Jeden Mittwoch im November gibt es deshalb 20 Prozent Rabatt auf sämtliche Backwaren. Zudem wartet eine Losaktion mit attraktiven Gewinnen: Ab einem Einkaufswert von fünf Euro erhalten Kunden ein Los und haben die Chance auf Tortengutscheine, Backwaren aus dem Sortiment und weitere Preise.

Und noch ein Highlight hat sich die Traditionsbäckerei ausgedacht: Den gesamten November über wird ein eigens kreiertes Jubiläums-Überraschungsbrot angeboten. Was darin steckt, bleibt vorerst ein Geheimnis.

Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag : 6 bis 18 Uhr
Samstag : 6 bis 12 Uhr
Sonn- und Feiertag und Montag : geschlossen

Anschrift, Kontakt, Bestellungen:
Bäckerei und Konditorei Schmanns e.K.
Inhaber Christian Harbeck
Helmstorfer Straße 64, 21218 Seevetal
Telefon: 04105 - 2652
E-Mail: baeckereischmanns@web.de

Seit 18 Jahren führen sie die Traditionsbäckerei Schmanns: Christian Harbeck (li.) und Heike Hübler | Foto: jvp
Christian Harbeck (li.) und Ehefrau Heike Hübler in der Backstube vor dem 70 Jahre alten "Backmeister"-Ofen | Foto: jvp
Bäckereigebäude Schmanns in Helmstorf, ca. 1941 | Foto: Schmanns
Vorgängerin Elisabeth Schmanns im damaligen Verkaufsraum (2008) | Foto: Schmanns
Wilhelm (li.) und Elisabeth Schmanns (Datum nicht bekannt) | Foto: Schmanns
Wilhelm Herrmann Schmanns, Bäckermeister seit 1962, im ehemaligen Verkaufsraum (ca. 2008) | Foto: Schmanns
Redakteur:

Julia Paepcke aus Buchholz

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