Liste der Gemeindeverwaltung Seevetal
So viel hat die Decatur-Brücke seit 2010 gekostet

Blick auf die Betonkonstruktion der 780 Meter langen Decatur-Brücke. 
Das Bauwerk ist in die Jahre gekommen
  • Blick auf die Betonkonstruktion der 780 Meter langen Decatur-Brücke.
    Das Bauwerk ist in die Jahre gekommen
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ts. Maschen. Annährend drei Millionen Euro haben die Bauwerksunterhaltung der Decatur-Brücke über dem Rangierbahnhof Maschen und die damit verbundenen Gerichtskosten in den Jahren 2010 bis 2021 gekostet. Die Seevetaler Gemeindeverwaltung hat die Kosten, gegliedert nach Jahren und Art der Leistungen, den Fraktionen des Gemeinderats im nicht-öffentlichen Verwaltungsausschuss in einer Auflistung zusammengefasst, die dem WOCHENBLATT vorliegt. Das Zahlenwerk geht auf eine Anfrage der Fraktion Freie Wähler/Die Unabhängigen zurück. Am Ende steht die Summe in Höhe von 2.974.139 Millionen Euro.
Mehr als 1,1 Millionen Euro hat die Gemeinde Seevetal, die Baulastträgerin ist, für externe personelle Dienstleistungen erbracht. 873.564 Euro machen Honorare für Ingenieure aus. Die mit der Decatur-Brücke verbundenen Rechtsanwalts- und Gerichtskosten summieren sich auf 298.779 Euro. Das bedeutet, dass mehr als ein Drittel der Kosten nicht für Steine, Gerüste oder Farbe ausgegeben wurden.
Allein 930.604 Euro haben die Aufwendungen in den Jahren 2018 bis 2020 betragen. In diesen drei Jahren war die Brücke für den öffentlichen Verkehr gesperrt. Die Brücke, die die Seevetaler Ortsteile Maschen und Hörsten verbindet, ist bis heute für Kraftfahrzeuge, Radfahrer und Fußgänger gesperrt. Lediglich Mitarbeiter und Zulieferer der Deutschen Bahn dürfen die Wegeverbindung weiter nutzen, um den Rangierbahnhof zu erreichen.
Die Fraktion Freie Wähler/Die Unabhängigen werden die Auflistung noch beraten und bewerten, antwortete der Fraktionsvorsitzende Willy Klingenberg auf Nachfrage dem WOCHENBLATT. Während der Haushaltsberatungen im Dezember 2020 haben die Freien Wähler/Die Unabhängigen deutlich gemacht, dass sie Sanierungsabsichten der Gemeinde für ein Verbrennen von Steuergeldern halten. "Die Seevetaler quersubventionieren diese Brücke für die Deutsche Bahn", sagte Willy Klingenberg dem WOCHENBLATT.
Der Seevetaler Gemeinderat hat im Dezember 2020 mit großer Mehrheit beschlossen, in die Erarbeitung eines Sanierungs- und Instandsetzungskonzeptes einzusteigen und insgesamt 16 Millionen Euro in den Haushaltsplanentwürfen der Jahre 2021 und 2022 bereitzustellen. Das ist Voraussetzung dafür, dass das Land Niedersachsen sich finanziell beteiligt.
Aus der jetzt im Verwaltungsausschuss vorgelegten Auflistung geht hervor, dass die beabsichtigte Sanierung und Instandsetzung möglicherweise zwei Millionen Euro mehr kosten könnte, sollte die Ertüchtigung der Mittelachse der Decatur-Brücke notwendig sein. Einen eventuellen Ausgabeposten lässt die Gemeindeverwaltung offen: Die Prozesskosten, so heißt es in der Auflistung, können nicht prognostiziert werden.
Rechtlich gilt zwar noch der Beschluss des Gemeinderats zum Abriss der Decatur-Brücke. Die seit Langem verfolgte Strategie, die Wegeverbindung wieder nutzbar zu machen, soll der Gemeinderat aber demnächst wohl auch formell beschließen.

Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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