Elektromobilität
E-Autofahrer in Maschen fühlen sich ausgebremst

Das Ladekabel lässt sich nicht mehr anschließen: Ralf Kunath mit seinem E-Smart an der neuen Ladestation am Rewe-Markt in Maschen
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ts. Maschen. Der E-Ladestationen-Netzbetreiber Allego hat die einzige öffentliche Ladesäule in der Seevetaler Ortschaft Maschen modernisiert - zum Entsetzen mehrerer E-Autofahrer. Weil sich nach der Umrüstung ihre Ladekabel nicht mehr anschließen lassen, können sie nicht mehr Strom tanken. Betroffen sich die Besitzer älterer E-Autos. 

Ralf Kunath (67) aus Maschen gehört zu den Pionieren der Elektromobilität in der Gemeinde Seevetal. Vor fünf Jahren hat der frühere Raffinerie-Mitarbeiter einen E-Smart angeschafft. "Ich wollte etwas für die Umwelt tun", sagt er. Mit Strom aufgeladen hat er bisher sein Fahrzeug an der einzigen öffentlichen Ladestation seines Wohnorts auf dem Parkplatz des Rewe-Marktes. Seit vergangener Woche funktioniert das nicht mehr.

Allego hat Schnelladestationen an Rewe-Märkten in Norddeutschland installiert und jeweils auch ältere Standorte auf die neue, schnellere 150-kW-Hardware umgerüstet. Schnellladestationen, an denen sich das Fahrzeug während des Einkaufs laden lasse, seien das neue Marktsegment - beliebt in Ballungszentren und auf dem Land, teilte Allego bereits im vergangenen November mit. Das Unternehmen wolle vollständig in den Ausbau und den Betrieb modernster Schnellladestationen investieren.

Pech für die Besitzer älterer E-Autos. "Mein 14,5-kW-Ladekabel kann ich nicht mehr anschließen", sagt Ralf Kunath. Die nächste öffentliche Ladestation sei in der Stadt Buchholz - zu weit entfernt. Den Umstieg in die Elektromobilität hatte er sich anders vorgestellt. Nach nur 45.000 gefahrenen Kilometern ist die Technologie seines E-Smarts bereits in einer entscheidenden Facette veraltet. "Ich bin enttäuscht", sagt Ralf Kunath.

Betroffen ist auch Familie Ahrens aus Maschen. Ihr Mitsubishi-Hybrid-Fahrzeug könne sie nun nicht mehr an die einzige öffentliche Ladestation im Ort anschließen. Die Lademöglichkeit sei damals Voraussetzung für die Kaufentscheidung gewesen. "Noch haben die Autos unterschiedliche Anschlüsse, da muss es doch gewährleistet sein, dass man auch in der Nähe eine Ladestation findet. Nicht jeder hat eine Wallbox zuhause oder eine Garage mit Steckdose", schreibt Monika Ahrens dem WOCHENBLATT.

E-Auto-Pioniere führen sich ausgebremst. Hürden beim Umstieg in die Elektromobilität entstehen ausgerechnet zu einer Zeit, in der die Preise für Diesel und Benzin wegen des Krieges auf nie gekannte Rekordhöhen klettern. 

Ralf Kunath überlegt nun, den E-Smart zu verkaufen. Der E-Auto-Pionier fährt wieder seinen mit Diesel betriebenen BMW.

Zusätzliche öffentliche E-Ladesäulen geplant

Das Angebot an öffentlichen E-Ladestationen auf dem Gebiet der Gemeinde Seevetal wird sich voraussichtlich im Sommer verbessern: Das Energieunternehmen EWE werde zwei Schnellladesäulen auf dem Pendlerparkplatz an der A39 in Maschen und nahe der A1 auf dem Parkplatz gegenüber der Aral-Tankstelle in Hittfeld in Betrieb nehmen, antwortete die Gemeinde Seevetal dem WOCHENBLATT. Die Verträge seien unterschrieben.

Dagegen seien für drei geplante Ladesäulen (mit insgesamt sechs Ladepunkten) am Park&Ride-Platz am Bahnhof Hittfeld noch vertragliche Details zu klären. das Ziel sei aber eine Inbetriebnahme im Sommer.

Seevetal plant Konzept zur Förderung der Elektromobilität
Das Ladekabel lässt sich nicht mehr anschließen: Ralf Kunath mit seinem E-Smart an der neuen Ladestation am Rewe-Markt in Maschen
Die neue Schnellladestation des Netzbetreibers Allego in Maschen
Autor:

Thomas Sulzyc aus Seevetal

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