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"Eine neue Technik, die nur von wenigen Personen in Deutschland nachgerechnet werden kann"

Die 780 Meter lange Decatur-Brücke gilt bei Google als Sehenswürdigkeit in Seevetal (Foto: ts)

Wie Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen im Gemeinderat erklärte, dass die Decatur-Brücke doch noch eine Chance hat

ts. Maschen. Vor zwei Jahren noch schienen die Tage der Decatur-Brücke über dem Rangierbahnhof Maschen gezählt zu sein. Der Seevetaler Gemeinderat hatte wegen Zweifeln an der Tragsicherheit, die auf Berechnungen nach der sogenannten Nachrechnungsrichtlinie von Straßenbrücken im Bestand beruhen, den Abriss beschlossen. Nun sind es Berechnungen nach eben dieser Richtlinie, die Hoffnungen wecken, dass die Brücke wieder genutzt werden könne. Diese Richtlinie des Bundes gibt für die Bewertung der Bauwerke einheitliche Standards, aber auch Hilfestellung vor, damit die Gebrauchstauglichkeit bestehender Straßenbrücken realistisch beurteilt werden kann
Dem Laien und offenbar auch Fachleuten sind die komplizierten Rechenmodelle mit den unterschiedlichen Ergebnissen nicht zu vermitteln. Offenbar hat gerade deshalb Seevetals Bürgermeisterin Martina Oertzen (CDU) im Gemeinderat das neue Zwischenergebnis erläutert.
"Wie kann man heute sagen, da geht noch was, wo vor zwei Jahren nichts mehr zu gehen schien?", fragte Martina Oertzen und schickte die Antwort gleich hinterher: Die Stufe vier der Nachrechnungsrichtlinie, die der von der Gemeinde beauftragte Gutachter Prof. Reinhard Maurer (Technische Universität Dortmund) jetzt gerechnet hat, sei etwas ganz Besonderes. "Eine neue Technik, die von nur wenigen Personen in Deutschland nachgerechnet werden kann und darf", sagte die Bürgermeisterin im Gemeinderat.
Der Experte Reinhard Maurer habe bestätigt, dass die Nachrechnungen der Gutachter vor zwei Jahren nach den weniger intensiven Stufen eins und zwei "vollkommen richtig" gewesen seien. Die Erkenntnis damals, die Brücke sei nicht sanierungsfähig, sei richtig gewesen, sagte Martina Oertzen.
Das Zwischenergebnis der neuen Berechnung wecke die Hoffnung, dass die Decatur-Brücke doch noch eine Chance habe, saniert zu werden. Anfang 2019 will der Experte Reinhard Maurer ein abschließendes Ergebnis vorlegen.
Die Initiative von Matthias Clausen (Grüne), das Geld für eine notwendige Kappensanierung der Brücke in den nächsten Haushalt der Gemeinde einzustellen, lehnte die Ratsmehrheit ab. Begründung: Die Kosten müssten erst ermittelt werden. Der Umfang der Brückensanierung sei nicht absehbar. Matthias Clausen appellierte vergeblich, die schnelle Nutzung der Brücke zumindest für Radfahrer und Fußgänger sicher zu stellen.