Feuerwehrbereitschaft des Landkreises Stade probt Katastrophen-Szenarien
Auf den Ernstfall gut vorbereitet sein

Die Verletzten wurden unter anderem mit einer Lore zur Sammelstelle gebracht
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  • hochgeladen von Jaana Bollmann

jab. Hesedorf. Ein Sturmtief erfasst den Landkreis Stade und lässt mehrere Bäume auf die Straße stürzen. Ein Lkw und vier Pkw sind an der Unfallstelle unter den Ästen und Stämmen begraben. Ein Zug rast in zwei auf den Bahngleisen stehende Pkw und schleift sie mit. Das sind nur zwei von vielen möglichen Szenarien, die den Einsatz der Feuerwehrbereitschaft des Landkreises Stade erfordern könnten. Damit die Arbeitsabläufe in solchen Katastrophenfällen einwandfrei funktionieren, probte die Feuerwehrbereitschaft am Wochenende in Hesedorf den Ernstfall.

Im Morgengrauen machten sich die Kolonnen der Bereitschaften Nord und Süd sowie die Technische Einsatzleitung und verschiedene Rettungsdienstkräfte auf den Weg in Richtung Materialwirtschaftszentrum der Bundeswehr in Hesedorf. Dort trafen die rund 330 Einsatzkräfte auf zwei Katastrophenszenarien, die die zwei Übungsleiter, Henning Klensang und Thorsten Hellwege, beide sind stellvertretende Kreisbrandmeister, vorbereitet hatten.

Im ersten Szenario wütete Sturmtief "Florian Stade" und ließ Bäume auf vier Pkw fallen, die zuvor in einen Auffahrunfall verwickelt waren. Dazu wurde auch noch ein Lkw unter Bäumen begraben. Die Insassen waren in ihren Fahrzeugen eingeschlossen. Die Einsatzkräfte machten sich mit schwerem Gerät an die Arbeit. Motorsägen heulten auf, Späne flogen. Auch eine Seilwinde kam zum Einsatz, um zunächst den Weg frei zu den Fahrzeugen zu machen. Anschließend ging es an die Rettung der Personen bzw. Puppen. „Es wurden ausschließlich die Bäume verwendet, die eh in nächster Zeit gefällt worden wären“, sagt Tatjana Behrens, Pressesprecherin der Elbe-Weser-Kaserne.

Das zweite Szenario spielte sich auf den Bahnschienen des Kasernengeländes ab. Ein Personenzug hatte zwei Pkw mitgeschleift, einer wurde sogar zwischen Wagon und Mauer eingeklemmt. In den Wagons des Zuges und in den Fahrzeugen riefen die rund 30 verletzten Personen – realistisch geschminkte Darsteller – lautstark um Hilfe. Keine leichte Aufgabe für die Einsatzkräfte. Schließlich mussten sie eine nicht unerhebliche Strecke im Gleisbett zur Unfallstelle zurücklegen. Nach einer ersten Bestandsaufnahme schafften die Rettungskräfte Material, Werkzeug und Tragen mit einer Lore heran und machten sich an mehreren Stellen gleichzeitig mit schwerem Gerät wie einer Hydraulikschere an die Arbeit. Allerdings war das noch nicht alles. Rauch eines plötzlich ausgebrochenen Feuers quoll aus den Fenstern eines Wagons und erforderte den Einsatz der Wasserschläuche, die wohlweislich schon bis zur Unfallstelle ausgerollt waren.
Die Opfer, die sich auch außerhalb des Zuges befanden, wurden mit der Lore und zu Fuß zu einer Sammelstelle gebracht. Hier kümmerten sich weitere Einsatzkräfte je nach Schwere der Verletzungen in unterschiedlichen Zelten um die erste Versorgung der Wunden. Auch Todesopfer, symbolisiert durch Puppen, befanden sich unter den Unfallopfern.

Insgesamt zeigte sich Übungsleiter Henning Klensang mit dem Ablauf zufrieden. „Es gibt immer etwas zu verbessern“, so Klensang. Daher sei es wichtig, dass diese Übungen durchgeführt werden. Im Anschluss an die Praxis gab es eine Nachbesprechung, bei der alle Auffälligkeiten auf den Tisch kamen. Nur so kann im Notfall alles reibungslos funktionieren. Den letzten Einsatz hatten die Feuerwehrleute der Bereitschaft in Meppen, als dort ein Moorbrand ausgebrochen war. Auch in Schweden waren einige Kräfte bei der Bekämpfung von Waldbränden aktiv.

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