DNA-Spuren des Angeklagten am Opfer sichergestellt

tp. Stade/Drochtersen. Die Beweislage gegen den Angeklagten (39), der sich vor dem Landgericht in Stade wegen der Verdachts der Körperverletzung und Vergewaltigung an einem Mädchen (damals 5) aus Drochtersen im vergangenen August verantworten muss, wird immer erdrückender: Bei der Prozessfortführung am Donnerstag präsentierte der Richter das Ergebnis einer molekulargenetischen Untersuchung. Experten stellten an mehreren Körperstellen des Opfers DNA-Spuren des mutmaßlichen Täters fest.

Im Rahmen der Spurensicherung machte die Polizei bei dem Angeklagten kurz nach der Tat Abstriche an dessen Händen, Fingernägeln und der Mundschleimhaut. Auch das Opfer wurde untersucht.

Im Labor fanden die Experten nun Genmaterial des mutmaßlichen Täters im Bereich einer Bissverletzung am linken Unterarm des Mädchens, aber auch an einem Hämatom am Kopf des Kindes sowie im Intimbereich.

Trotz der sich für ihn zuspitzenden Beweissituation räumt der Angeklagte, der wegen Raubes und Vergewaltigung einer Frau vorbestraft ist, und dem Besitz von Kinderpornographie vorgeworfen wird, lediglich die Körperverletzung ein. Die Missbrauchsvorwürfe streitet er ab. Um seine Version zu untermauern, beantragte er über seinen Rechtsanwalt die direkte Befragung des Mädchens vor Gericht, obwohl schon eine Videovernehmung durchgeführt wurde. Ein Gutachter prüft aktuell die Vernehmungsfähigkeit des Mädchens.

Kritische Prozessbeobachter sehen in dem Schritt eine Verzweiflungstat des Verteidigers. Auf WOCHENBLATT-Nachfrage sagt der Hamburger Rechtsanwalt, der den Mandanten seit mehreren Jahren betreut, der Angeklagte habe ein Anrecht auf eine Gegenüberstellung. Seit dem Tattag hätten sich er und das Opfer nicht mehr gesehen.

• Am nächsten Verhandlungstag, Dienstag, 22. März, 9.30 Uhr, kommt voraussichtlich der Gerichtsgutachter Dr. Harald Schmidt, Facharzt für Psychiatrie, Psychotherapie und Rechtsmedizin zu Wort.

Autor:

Thorsten Penz aus Stade

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